"WaldGeisterPfad" in Paulinzella von Schülern aufgehübscht

Gymnasiasten aus Bad Blankenburg unterziehen den Weg im Pechtal bei Paulinzella einer Schönheitskur. Dabei wirken sie mit Forstarbeitern Hand in Hand. Sie pflanzen auch einen Baum des Jahres - einen ganz besonderen.

Die Neuntklässler Dennis, Anna, Paul und Aliena (von links) bauen die Station mit den wichtigsten Werkzeugen der Waldarbeiter auf. Gestern wurde der "WaldGeisterPfad" in Paulinzella einer kreativen Schönheitskur unterzogen Foto: Roberto Burian

Foto: zgt

Paulinzella. Mit viel Motivation und Tatendrang haben sie es geschafft: im Laufe des Tages unterzogen gestern Mitarbeiter des Netzwerk Umweltbildung Paulinzella, unterstützt von 24 Neuntklässlern des Gymnasiums Rudolstadt, Zweigstelle Bad Blankenburg, den in die Jahre gekommenen "WaldGeisterPfad" in Paulinzella einer kreativen Schönheitskur.

In den Wintermonaten wurden die "Waldgeister" von den Schülern mit viel Liebe zum Detail neu belebt. Nunmehr weisen lustige Zwerge aus Holz sowie viele kleine Tafeln auf die Besonderheiten der einzelnen Stationen hin, erklären die dargestellten Phänomene und geben Tipps zum Ausprobieren. Für einen angenehmen Spaziergang mit liebevoll geschnitzten Überraschungen am Wegesrand ist dieser romantische gelegene Weg im Pechtal bestens geeignet. Der gestaltete Pfad ist ungefähr einen Kilometer lang und ein Erlebnis für Jung und Alt.

"Die Idee die Holzfiguren mit den Info- Tafeln in die Natur einzubinden ist klasse. Den Schülern macht es großen Spaß. Es ist eine ausgesprochen lebhafte Truppe, die gemeinsam jede Menge auf die Beine stellt", macht Lehrerin Kerstin Heinke ihren Schützlingen ein Kompliment. "Jetzt stehen die zehn großen und nochmal genauso viel kleine Zwerge, die wir an den Projekttagen entworfen haben, da, wo sie hingehören und sehen toll aus", findet auch Paul.

Auf den Spuren eines alten Waldgewerbes

Nach den Ausführungen machten die Teenager an einem ruhigen Platz ihre wohlverdiente Mittagspause. In der Natur schmeckte die leckere Kartoffelsuppe aus dem Kessel gleich nochmal so gut. Frisch gestärkt ging es dann an die nächsten Aufgaben, denn auch das sogenannte grüne Klassenzimmer wird im Handumdrehen wieder hergerichtet. Unter fachkundiger Leitung des ehemaligen Harzmeisters Karl Heinz Dehmel aus Thälendorf und Projektleiterin Christine Schröpfer wird für die jungen Spürnasen das alte Waldgewerbe der Harzung am Nachmittag erlebbar gemacht.

Eichen-Setzling über ein Jahrzehnt selbst gezogen

Als krönenden Abschluss pflanzen dann die jungen Naturdetektive mit einer ­Eiche den "Baum des Jahres". Dabei handelte es sich um keine gewöhnliche Eiche, die seit gestern in dem Waldgebiet steht: Im Jahr 2003 fuhr der Historien-Fan Peter Röös nach Nöbdenitz bei Altenburg und sammelte unter dem dortigen tausendjährigen Baum eine Eichel auf. Aus der zog er mit viel Geduld einen Setzling heran, pflanzte ihn in seinen Garten und grub ihn wieder aus, um ihn Ende des vergangen Jahres dem ehemaligen Forstamt Paulinzella zur Pflanzung zu überlassen.

Insgesamt traf das Naturerlebnis als Abwechslung zum Schulalltag auf große Begeisterung bei den Schülern. Auch die Mitarbeiter des Forstamtes gefielen in ihrer lockeren Art und weckten großes Interesse an ihrer Arbeit und dem Arbeitsumfeld. Lob gab es auch aus berufenen Munde. Während Birgit Luhn, Geschäftsführerin Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Thüringen, den Jugendliche Infomaterial zum Baum des Jahres überreichte, sprach der Bürgermeister von Königsee-Rottenbach, Volker Stein (parteilos) allen Beteiligten seinen Dank für die geleistete Arbeit aus.

Ines Kinsky von der Leader Aktionsgruppe Saalfeld-Rudolstadt freute sich sehr, dass es vor Ort einen Kern aktiver Leute gibt, welche sich um das Thema Kinder, Umwelt und Natur kümmert.

Der Pfad soll ab Mai im Rahmen von Projektangeboten unter dem Motto "Wald erleben mit allen Sinnen" umfangreich genutzt werden.

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