Waldjugendspiele in Pößneck mit mehr als 450 Kindern

Bei den diesjährigen und gestern endenden Waldjugendspielen in Pößneck haben sich insgesamt mehr als 450 Kinder

Gerd Günther schneidet vor den Augen der Schüler und Lehrer des Förderzentrums Pößneck mit seinem mobilen Sägewerk Bretter von einem Douglasienstamm. Seine Station war die achte und letzte der diesjährigen Waldjugendspiele in Pößneck. Foto: Sandra Hoffmann

Foto: zgt

Pößneck. Einen Tisch, ein Bett, einen Stuhl, einen Schrank und Treppen - das alles kann ein Tischler aus gesägtem und getrocknetem Douglasienholz bauen. Die Mädchen und Jungen aus dem Regionalen Förderzentrum in Pößneck, Förderschwerpunkt Lernen, haben diese Gegenstände auf die Frage von Gerd Günther rasch aufgezählt, der vorher vor ihren Augen an seinem mobilen Sägewerk Douglasienholz zugeschnitten hatte.

Die Station des mobilen Sägegatters war die letzte von insgesamt acht der diesjährigen Waldjugendspiele rund um die Ratsberghütte in Pößneck.

Zum 22. Mal initiierte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Zusammenarbeit mit den regionalen Forstämtern dieses pädagogische Angebot. Und wohl zum 15. Mal erlebten Kinder aus Pößneck und Umgebung diese Waldjugendspiele.

"In diesem Jahr waren insgesamt 140 Kindergartenkinder und etwa 325 Schüler dabei", resümierte Alexander Albrecht, Leiter des Revieres Pößneck, gestern die beachtliche Teilnehmerzahl der dreitägigen Veranstaltung. Während am Dienstag elf Gruppen aus Kindergärten in Pößneck und Ranis den Wald mit seinen Gegebenheiten und Besonderheiten kennen lernten, beschäftigten sich mit ihm am Mittwoch und Donnerstag die Mädchen und Jungen aus 17"Klassen aus Schulen in Pößneck, Krölpa, Ranis und Langenorla. Angesprochen waren Viert- und Fünftklässler, so dass nicht nur Grund-, sondern auch Regelschüler und Gymnasiasten sowie zwei Gruppen des Förderzentrums teilnahmen.

In spielerischer Form testeten und festigten sie ihr Wissen, setzten sie ihre Geschicklichkeit und Schnelligkeit ein und nutzten sie ihr räumliches Vorstellungsvermögen. Mal war das eine, mal das andere an den Stationen gefragt, mitunter brauchte es aber auch mehrere Fähigkeiten zugleich. Und immer wieder war die Kenntnis von Baumarten von Vorteil, auch an der Station von Förster Thomas Kratzsch. Mit der Motorsäge waren Stämme in Puzzleteile zersägt worden, und wenn die Kinder die Teile zusammensetzen, ragte eine geschnitzte Frucht aus dem Stamm. Diese war dann der Baumart zuzuordnen, und wenn hier Unsicherheiten auftraten, gab es auch mal einen Hinweis des Försters oder der Lehrerin. "Die Frucht ist in der Natur sehr klein, und der Stamm des Baumes ist weiß", half Thomas Kratzsch beispielsweise bei der gar nicht so leicht einzuordnenden Frucht der Birke. Und der Tipp, dass die Zapfen nach unten hängen, ließ die Kinder am nächsten fertigen Puzzle richtig auch die Fichte tippen.

Holzstapeln, eine Tastbox und Slackline, also das Balancieren auf eingespannten Brettern, waren unter anderem weitere Stationen. Für das richtige und schnelle Lösen der Aufgaben erhielten die einzelnen Gruppen Punkte, die nach der Auswertung eine Platzierung ergeben.

Zur Erinnerung konnte jede Gruppe am Veranstaltungstag einen kleinen Pokal mit nach Hause nehmen. Ein geschnitztes Eichenblatt mit einer Eichel oben drauf ist es in diesem Jahr, "denn die Eiche ist der Baum des Jahres 2014", erinnerte Alexander Albrecht bei der Übergabe.

Für die Teilnahme an den jährlichen Waldjugendspielen werden die Kindergärten und Schulen vom Forstamt Neustadt angeschrieben und das Interesse ist vorhanden. Selbst der Weg zum Ratsberg ist kein Problem, wie die Grundschüler aus Krölpa zeigten, die diesen mit dem Fahrrad zurücklegten.

Die Waldjugendspiele für die Einrichtungen in der Region Neustadt und Triptis werden am 5. Juni rund um den Bismarckturm bei Neustadt stattfinden.

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