Windhose fegt entlang der Saale und durch Kletterwald

Peter Hagen
| Lesedauer: 3 Minuten
Zwei anspruchsvollere Parcours im Kletterwald Saalburg sind durch die umgestürzten Bäume zerstört worden.

Zwei anspruchsvollere Parcours im Kletterwald Saalburg sind durch die umgestürzten Bäume zerstört worden.

Foto: zgt

Die Sturmnacht des Wochenendes hat entlang der Saale üble Spuren hinterlassen. Aus dem Risiko-Parcours wurde Kleinholz gemacht. An der Regattastrecke der Ruderer wirbelte es Rennboote und Zelte umher.

Saalburg/Saaldorf. Seit Montag schreien die Kettensägen. Wo sonst mutige Kletterfreunde von Baum zu Baum hangeln oder rasant über Drahtseile talwärts sausen, ist die Stimmung momentan am Boden. So wie rund 50 Bäume des Kirchwaldes auch.

Saalburg: Windhose zertrümmert Kletterwald
Saalburg: Windhose zertrümmert Kletterwald

Den Saalburger Kletterwald hat es böse erwischt. Dessen Betreiber Tino Grimm muss schon um Fassung ringen, wenn er den Schaden auf rund 80.000 Euro schätzt. "Um die 20 Kletterelemente sind zerstört, zehn davon unwiederbringlich", blickt der 34-Jährige übers Areal des unteren Bereiches, wo sich die aufregendsten Parcours befanden - wie schon deren Namen "Abenteuer" und "Risiko" erahnen lassen. "Die Bäume hat es sprichwörtlich umgewirbelt", zeigt er auf die verdrehten Reste der Stämme, die noch aus dem Boden ragen. Andere Fichten hat es komplett entwurzelt.

Es ist gerade mal die dritte Saison, in die der Kletterwald dieses Jahr gestartet war. Ständig auf der Suche nach weiteren Ideen und Herausforderungen, waren im Frühjahr sieben neue Elemente fertiggestellt worden. Damit finden selbst Stammgäste stets eine Abwechslung. Dass nun ausgerechnet unmittelbar vor Beginn der Sommerferiensaison zumindest ein Teil des Kletterwaldes nicht mehr genutzt werden kann, ist für das junge Team um Tino Grimm bitter.

Doch Zeit für Resignation wird nicht verschwendet. Gleich am Montag machten sich vier kräftige Kerle an die Arbeit, um sämtliche beschädigten Bäume gar einzuschlagen. Kommende Woche soll das Holz mit schwerer Rücketechnik aus dem Wald gezogen werden. Zudem gilt es, Drahtseile, Kletternetze, Podeste, Haken usw. aufzuräumen. Wenigstens der obere Bereich des Kletterwaldes, wo insbesondere Kinder und Jugendliche altersgerechte Parcours vorfinden, blieb weitgehend verschont. "Am Wochenende soll ein Teil der Anlage wieder in Betrieb gehen", hofft Tino Grimm, auch dass die erforderliche vorübergehende Schließung bei den Besuchern auf Verständnis stößt. Doch Sicherheit genießt oberste Priorität. Daher werden alle Kletterelemente und Bäume aufgrund des Sturmes jetzt nochmal einer Kontrolle unterzogen.

Sein zerstörerisches Werk verrichtete der Sturm ausgerechnet während einer der größten Ruderveranstaltungen, die es bislang bei Saaldorf gegeben hatte. Als gegen Mitternacht kräftige Böen über den Muckenberg heranzogen, klammerten sich die Wassersportfreunde sprichwörtlich ans Gestänge des großen Festzeltes, für das es sonst keinen Halt gegeben hätte. Andere Zelte und insbesondere die hochwertigen Ruderboote jedoch wurden zum Teil kräftig umhergewirbelt und beschädigt. Um die zehn Boote der Gastvereine, so hieß es am Montag, seien zerstört worden. Die Rennen am völlig verregneten Sonntag wurden mit halbstündiger Verzögerung trotzdem durchgeführt, während zeitgleich die Aufräumarbeiten liefen.

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