Tipps für Extrem-Wetter: So wird die Hitze-Welle erträglich

Berlin  Sengende Sonne und Trockenheit: Die nächsten Tage werden extrem heiß. Was man tun kann, um die Hitze etwas erträglicher zu machen.

Das ausreichende Trinken von nicht alkoholischen Flüssigkeiten ist bei extremer Hitze besonders wichtig.

Das ausreichende Trinken von nicht alkoholischen Flüssigkeiten ist bei extremer Hitze besonders wichtig.

Foto: Oliver Berg / dpa

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Eine neue Hitze-Welle hat Deutschland erreicht, die Temperaturen steigen, erreichen voraussichtlich am Donnerstag ihren Höhepunkt in einigen Landesteilen. Im Westen Deutschlands sind bis zu 40 Grad möglich – ggf. steigt das Thermometer sogar knapp über die 40-Grad-Marke.

Für den Körper bedeutet das extreme Belastungen. Wer im Beruf oder privat der Hitze nicht entkommen kann, läuft Gefahr zu überhitzen. Denn: Ab einem gewissen Zeitpunkt ist nicht einmal mehr die Schweißproduktion absolut zuverlässiger Temperaturregler.

Diese Tipps helfen, die kommenden Tage zumindest etwas erträglicher zu machen.

Wetter-Tipp 1: Bei extremer Hitze viel trinken

Absolut zentral sei bei extremen Temperaturen das ausreichende Trinken von nichtalkoholischen Flüssigkeiten, erklärt Markus Gondert, ärztlicher Leiter der Rettungsstelle am Unfallkrankenhaus Berlin. Schon bei normalen Temperaturen sollten mindestens 1,5 bis zwei Liter Flüssigkeit aufgenommen werden. Wenn es außerordentlich warm sei, könne man auch deutlich mehr trinken, sagt Gondert – „aber mit Augenmaß“.

Für Menschen, die herzkrank seien oder Nierenprobleme hätten, könnte exzessive Flüssigkeitszufuhr durchaus problematisch sein. Sie sollten im Zweifel Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Auch was man trinkt, ist nicht unerheblich: Statt eisgekühlte Cola seien lauwarme Getränke, etwa ungesüßter Tee, empfehlenswert. Sie führen zu leichtem Schwitzen, dadurch werde ein Abkühlen des Körpers bewirkt, ohne dabei den Kreislauf zusätzlich zu belasten.

Natriumhaltiges Mineralwasser oder eine Tasse Gemüse- oder Fleischbrühe kann zudem den Körper mit Salz und weiteren Mineralstoffen versorgen, die beim Schwitzen verloren gehen. Insbesondere Kinder und ältere Menschen seien darauf angewiesen, dass Eltern und Angehörige mit darauf achten, dass sie ausreichend trinken. „An heißen Sommertagen behandeln wir regelmäßig ältere Menschen wegen einer Exsikkose, also einer Austrocknung des Körpers“, berichtet der Notfallmediziner.

Wetter-Tipp 2: Leichtes essen

Auch beim Essen sollte man dem Körper nicht mit schweren Mahlzeiten zusätzliche Belastung aufhalsen, rät Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer Krankenkasse. Leichte Kost aus wasserreichem Obst, Gemüse, Salat und Nudeln, Fisch oder mageres Fleisch seien an Hitzetagen vorteilhaft, weil sie das Verdauungssystem nicht unnötig belasteten. Zudem sei es sinnvoll, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt einzunehmen.

Wetter-Tipp 3: Kopf vor Sonne schützen

Das wichtigste Kleidungsstück bei hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung ist eine Kopfbedeckung, sagt Rettungsstellenleiter Markus Gondert. Ansonsten drohe die Gefahr eines Sonnenstichs oder Hitzschlags. „Am besten sollte man direkte Sonnenstrahlung vermeiden und sich so viel wie möglich im Schatten aufhalten.“ Auch hier müssten Kinder und ältere Menschen besonders im Blick gehalten werden, sagt Gondert.

Hat die Sonne den Kopf bereits zu lange beschienen, mache sich ein Sonnenstich durch recht unspezifische Symptome bemerkbar: „Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schwindel, aber auch hochroter Kopf oder Verwirrtheit – all das können Anzeichen sein“, so Gondert.

Im Zweifelsfall sollte der Betroffene umgehend Schatten aufsuchen und ein Arzt um Rat gefragt werden.

Vom Kopf abgesehen empfiehlt sich für die heißen Tage luftige, leicht sitzende Kleidung um die Hitze erträglicher zu machen. Dabei sollte man auf Textilien aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen setzen.

Wetter-Tipp 4: Sport und körperliche Arbeit mit Maß

Generell rät Gondert Hobbysportlern während der bevorstehenden heißen Woche zur Zurückhaltung: „Natürlich sind solche Temperaturen für anstrengende Sporteinheiten alles andere als ideal. Wenn man an diesen Tagen partout nicht auf Sport verzichten möchte, dann sollte man die Trainingseinheiten wenigstens in die Morgen- oder späten Abendstunden legen“, rät der Arzt.

Dasselbe könne auch für Gartenarbeit oder ähnliche körperliche Tätigkeiten gelten, wenn diese sehr anstrengend sind.

Generell muss beim Sport noch gewissenhafter auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Beim Joggen trinken Sportler am besten etwa alle 15 Minuten 100 Milliliter Wasser, in kleinen Schlücken, rät Professor Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln.

Wetter-Tipp 5: Gute Schlafbedingungen schaffen

Um trotz tropischer Temperaturen nachts in den Schlaf zu finden, kann es helfen, zunächst morgens das Fenster und die Vorhänge oder Jalousien zu schließen. Das hält die heiße Luft draußen und sorgt dafür, dass die Sonne die Wohnung nicht durch das Fenster weiter aufheizen kann.

Nicht nur in der Tageshitze, sondern auch abends sollte auf Wein oder Bier verzichtet werden, empfiehlt Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. „Alkohol hat direkte Auswirkungen auf Herz und Kreislauf“, sagt Weeß. Er sorgt nämlich für eine vermehrte Wärmebildung.

Hilfreich sei dagegen eine lauwarme Dusche vor dem Zubettgehen, kalte Duschen seien eher hinderlich, da sich dann die Poren zusammenziehen und die Haut Wärme schlechter abgeben kann.

Ein weiterer Tipp von Weeß ist, die Nachtwäsche aus Baumwolle, Leinen oder Seide zwei Stunden vor dem Schlafengehen in den Kühlschrank zu legen. und direkt vor dem Zubettgehen anzuziehen. Nackt schlafen sei hingegen eher ungünstig, sagt Weeß – vor allem bei offenem Fenster. Streift Luft über die verschwitzte Haut, drohen zum Beispiel Verspannungen. Zumindest ein Leinen- oder Baumwolltuch als Decke sei empfehlenswert.

Wetter-Tipp 6: Kurzfristige Abkühlung schaffen

Wer kurzfristig Abkühlung benötigt, kann ein Tuch in kaltes Wasser tauchen, auswringen und sich in den Nacken oder auf die Stirn legen. Ebenfalls effektiv ist, die Unterarme eine Zeit lang unter fließendes kaltes Wasser zu halten. Am Schreibtisch kann auch ein kaltes Fußbad Erfrischung bieten.

Wer einen Ventilator hat, kann die Luft mit einem Trick sogar leicht abkühlen, statt sie nur im Raum umzuwälzen: Dazu befeuchtet man zunächst ein Badetuch mit Wasser und hängt es anschließend mit einem Kleiderbügel oder über einer Stuhllehne so auf, dass das Ende des Handtuchs in eine Schüssel hängt, die man darunter stellt. Nun füllt man die Schüssel mit Wasser und platziert einen Ventilator vor dem Handtuch.

Wenn nun Wasser aus dem feuchten Handtuch verdunstet, wird diesem dabei Energie entzogen, was das Handtuch kühlt – denselben Mechanismus macht sich der Körper auch beim Schwitzen zunutze. Der Ventilator bläst nun warme Luft auf das Handtuch, die dabei dann abkühlt und sich im Raum verteilt. Die Schüssel mit Wasser sorgt dafür, dass das Handtuch nicht einfach trocknet.

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