Wie junge Paare beim Zusammenziehen ihre Finanzen regeln

Egal, ob ein frisch verliebtes junges Paar sich eigene vier Wände sucht oder langjährige Single zum neuen Partner ziehen - bei einem Zusammenzug in eine Mietwohnung gibt es einiges zu beachten.

Mit dem Einzug beim Partner müssen nicht nur jede Menge Kisten ausgepackt, sondern auch die Geld- und Versicherungsangelegenheiten geklärt werden. Archiv-Foto: Alexander Volkmann

Mit dem Einzug beim Partner müssen nicht nur jede Menge Kisten ausgepackt, sondern auch die Geld- und Versicherungsangelegenheiten geklärt werden. Archiv-Foto: Alexander Volkmann

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Die wichtigsten Tipps rund um den Einzug haben wir hier für Sie zusammengestellt.

1. Berechtigtes Interesse nachweisen

Will ein Mieter seinen Lebensgefährten in seine Wohnung aufnehmen, muss er vorher seinen Vermieter um Erlaubnis fragen, sagt das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 540 Abs. 1 Satz 1). Allerdings weisen Experten darauf hin, dass der Vermieter diese Erlaubnis bei einem berechtigten Interesse des Mieters nur verweigern darf, wenn die Mitbenutzung der Wohnung durch eine weitere Person für ihn unzumutbar ist, beispielsweise bei einer Überbelegung. Wenn also der bisher alleinige Mieter ein berechtigtes Interesse vorweisen kann, den Partner aufzunehmen, kann der Vermieter wenig ausrichten (§ 553 Abs. 1 Satz, 1 BGB). Und ein berechtigtes Interesse ist bereits der Wunsch, eine nichteheliche Lebensgemeinschaft zu begründen oder fortzusetzen (BGH, VIII ZR 371/02).

2. Nach Hochzeit darf eingezogen werden

Hat der Mieter während der Dauer des Mietverhältnisses geheiratet oder ist mit seinem Partner eine Eingetragene Lebensgemeinschaft eingegangen, so kann der Vermieter so gut wie nichts gegen den Zuzug des Partners unternehmen. Trotzdem sollte man den Vermieter informieren, da sich durch zusätzliche Personen im Haushalt eventuell die Nebenkosten erhöhen. Genaueres regelt meist der Mietvertrag.

3. Beide unterschreiben den Mietvertrag

Den Mietvertrag sollten immer beide Partner unterschreiben. Nur so haben sie dieselben Rechte gegenüber dem Vermieter - aber auch die gleichen Pflichten, etwa die Übernahme der Miete. Im Falle einer Trennung oder des Ablebens eines Partners stellt die doppelte Unterschrift sicher, dass der andere Partner das Mietverhältnisfortsetzen kann. Sollten beide Partner den Mietvertrag unterschrieben haben, so muss auch eine Kündigung von beiden Partnern unterschrieben werde, da sie sonst unwirksam ist.

4. Versicherungspolicen überprüfen

Wenn man sich dazu entscheidet, aus zwei Haushalten einen zu machen, lohnt sich auch eine Überprüfung der Versicherungspolicen. Die Versicherungen, die direkt auf die beiden Personen zugeschnitten sind, also Berufsunfähigkeits-, Kranken- oder Unfallversicherungen bleiben unverändert bestehen.

Anders sieht es bei Haftpflicht-, Hausrat- und Rechtschutzversicherung aus. Hier sollte man Doppelversicherungen vermeiden. Die Partner sollten also prüfen, wer in welchen Vertrag einsteigt und welcher aufgelöst werden kann. In den meisten Fällen ist es am günstigsten die jeweils neueren Policen aufzulösen.

Die Haftpflichtversicherung übernimmt nach der Zusammenlegung keine Schäden mehr, die vom mitversicherten Partner - zum Beispiel in der eigenen Wohnung - verursacht wurden. Und die Hausratversicherung sollte unbedingt über eine neue Adresse und die Wohnungsgröße informiert werden. Sonst wird im Schadenfall unter Umständen nur teilweise bezahlt.

5. Günstigere Partnertarife

Haben beide Partner ein Fahrzeug, sollte überprüft werden, ob es sinnvoll ist, ein Fahrzeug als Zweitwagen des Partners anzumelden. Viele Kfz-Versicherer bieten günstige Partnertarife an, welche auch für nicht eheliche Lebensgemeinschaften gelten.

6. Gemeinsames Konto einrichten

Um einem Streit vorzubeugen, sollte für die laufenden Kosten wie Miete, Versicherungen oder Einkäufe ein gemeinsames Konto eingerichtet werden. Anschaffungen oder Reisen, die nur einen Partner betreffen, sollten nach wie vor vom eigenen Konto bezahlt werden.

7. Vorsorgevollmacht für den Partner

Hat man sich zu einem Zusammenleben entschlossen, sollte auch daran gedacht werden, eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung zugunsten des Partners einzuräumen. Ebenfalls empfiehlt sich ein - unter Umständen geändertes - Testament. Auch der Begünstigte einer Lebensversicherung sollte eventuell auf den Partner abgeändert werden.