Falsch angezündet

Feinstaub-Ausstoß durch Holzofen reduzieren

dpa
| Lesedauer: 3 Minuten
Schön anzusehen, aber nicht gut für die Umwelt: Auch Öfen in privaten Haushalten verursachen Feinstaub und schädliche Emissionen.

Schön anzusehen, aber nicht gut für die Umwelt: Auch Öfen in privaten Haushalten verursachen Feinstaub und schädliche Emissionen.

Foto: dpa

Frankfurt/Main  Zwar gelten Fahrzeuge als die größten Verursacher von Feinstaub, doch auch Holzöfen sorgen für einen hohen Gehalt der winzigen Partikel in der Luft. Man kann dagegen aber etwas beim Anfeuern tun.

Das Heizen mit Holz ist unter Umständen nicht umweltfreundlich. Zwar handelt es sich bei Holz um einen nachwachsenden Rohstoff, der damit eine Alternative zu Erdöl, Gas und Kohle ist. Doch bei der Verbrennung entstehen Ruß und Feinstaub.

So tragen Benutzer von Holzöfen etwa durch das falsche Anzünden dazu bei. Warum? Brennt das Holz am Anfang zu langsam ab, gibt der Kamin über den Schornstein vergleichsweise viele unverbrannte Kleinstoffe in die Luft ab.

Tipp 1: Viel Luft und hohe Temperaturen beim Entzünden

Daher ist es wichtig, dass beim Entstehen der ersten Flammen sich möglichst schnell hohe Temperaturen entwickeln, erläutert der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI). Dafür sind dünn gespaltenes Holz oder handelsübliche Anzünder nötig. Zudem muss der Ofenraum anfangs viel Sauerstoff erhalten, denn zu wenig Luft führt auch zu der unvollständigen Verbrennung.

Daher raten die Experten, die Öffnungen für die Luftzufuhr beim Entzünden maximal zu öffnen. Und erst wenn sich ein Glutbett gebildet hat, werden größere Holzscheite und Briketts nachgelegt. Haben diese Feuer gefangen, wird die Luftzufuhr wieder gedrosselt.

Das Herunterfahren der Belüftung nach dem Anzünden ist wichtig. Denn ist das Feuer erst mal angefacht, erhöht eine zu große Luftzufuhr die Temperatur im Ofenraum extrem, was den Wirkungsgrad des Ofens reduziert - es entstehen wiederum Emissionen.

Tipp 2: Ausreichend trocknes Holz verbrennen

Ein weiterer Grund für die schlechte Verbrennung ist zu feuchtes Holz. Daher dürfen nie frisch geschlagene Scheite verbrannt werden - das ist sogar gesetzlich geregelt und es drohen Bußgelder bei Nichteinhaltung.

Es darf nur Holz im Ofen landen, dessen Wassergehalt bei maximal 20 Prozent beziehungsweise dessen Feuchtegehalt bei rund 25 Prozent liegt. Bestimmen lässt sich dies mit einem Feuchte-Messgerät.

Zusätzlich erhöhen nicht zugelassene Brennstoffe den Emissionsausstoß eines Ofens. Dazu zählen laut HKI etwa lackiertes und verleimtes Holz, Sperrholz, Spanplatten, Kunststoffe sowie Haushaltsabfälle. Außerdem sind Briketts aus Paraffin, Papier und Rinde verboten.

Tipp 3: Alte Öfen nachrüsten

Vor allem alte Öfen verursachen viele Emissionen. Seit Jahren werden deshalb schrittweise Ofengenerationen den gesetzlichen Regelungen in der Ersten Bundesimmissionsschutz-Verordnung (1.BImSchV) unterworfen und müssen mit einem Filter nachgerüstet, ganz ausgetauscht oder stillgelegt werden.

Betroffen sind Heizungsanlagen, die mit Festbrennstoffen wie Holzscheiten, Pellets, Hackschnitzel oder Kohle befüllt werden und die einen Grenzwert von Emissionen nicht einhalten. Dieser liegt bei 150 Milligramm pro Kubikmeter für Feinstaub und 4 Gramm pro Kubikmeter für Kohlenmonoxid.

Die Umsetzung der Reglementierung erfolgt in Schritten - bereits seit 2010 sind ältere Öfen betroffen. Die letzte Stufe betraf mit Fristende 2020 ummauerte Feuerstätten mit einem industriellen Heizeinsatz und einer Leistung von mindestens vier Kilowatt, die von 1985 bis 1994 gebaut wurden. Öfen der Baujahre ab 1995 müssen bis Ende 2024 die Nachweise erbringen oder nachgerüstet werden.

© dpa-infocom, dpa:211124-99-126942/3