Ägyptischer Polizeichef entlastet Forscher aus Gotha in Sachen Cheops-Pyramide

Gotha. Nach mehreren Schlagzeilen um die angebliche Beschädigung der Cheops-Pyramide hat der Ägyptische Polizeichef den Gothaer Forscher Dominique Görlitz entlastet. Auch Görlitz selbst kann den Vorwurf des illegalen Eindringens in die Pyramide entkräften.

Dominique Görlitz im Herbst 2014 bei der Arbeit unweit von Gotha. Foto: Claudia Klinger

Dominique Görlitz im Herbst 2014 bei der Arbeit unweit von Gotha. Foto: Claudia Klinger

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Schlagzeilen gehören zum Leben des Experimentalarchäologen Dr. Dominique Görlitz. Die Nachrichten, die in den letzten Monaten aus Ägypten kamen, eigneten sich dazu, ihn zu beschädigen.

Immer wieder verwies der Wissenschaftler, der aus Gotha stammt und häufig hier arbeitet, darauf, dass das Vorgehen der ägyptischen Justiz stark von der Politik und der Unsicherheit im Land geprägt ist.

Nun informierte er am Montag, dass der Vorwurf entkräftet sei. Wochen nach dem Urteil gegen die sechs seit fast einem Jahr inhaftierten Ägypter und ihn sowie den Pyramidenforscher Stefan Erdmann zu einer 5-jährigen Haftstrafe habe der Leiter der ägyptischen Altertümer-Polizei, Generalmajor Mumtaz Fathi, die deutschen Forscher in einem Fernseh-Interview vom Vorwurf des illegalen Eindringens in die Große Pyramide von Gizeh quasi freigesprochen.

Görlitz schreibt: "In einem Anfang dieses Monats online gestellten TV-Interview des ägyptischen Senders Youm 7 gibt der Generalmajor an, dass beide ohne eine Genehmigung von höchster Stelle niemals ihre dort durchgeführten Untersuchungen hätten vornehmen können. Auch wenn Fathi fälschlicherweise noch immer von einer Beprobung der Kartusche (gemeint ist die sogenannte Königs-, Cheops- oder Vyse-Kartusche) spricht, ist dies aus Sicht der Verurteilten ein sehr wichtiges Statement des hochrangigen ägyptischen Beamten."

Für Dominique Görlitz und seinen Kollegen besonders bedeutsam erscheint, dass Herr Fathi auch schwere Vorwürfe in Bezug auf den ehemaligen Antikenminister und Chef des Gizeh-Plateaus, Dr. Zahi Hawass, erhebt. Gegen diesen wurde nach seinem Informationsstand inzwischen im Zusammenhang mit den polizeilichen Ermittlungen ein Ausreiseverbot aus Ägypten verhängt.

Dominique Görlitz und Stefan Erdmann haben dazu in einem aktuellen Video-Interview ausführlich Stellung bezogen. Auch der weltbekannte Pyramidenforscher Robert Bauval ist in dem Interview zugeschaltet und kommentiert die aktuellen Vorgänge in Ägypten.

Damit verdichten sich nach Meinung der Experimentalarchäologen aus Deutschland die Hinweise darauf, dass das am 11. November in Kairo verhängte Urteil vor allem politisch motiviert und nicht an der Bewertung objektiver Tatbestände orientiert war.

Die verurteilten deutschen Staatsbürger können nach ägyptischem Recht keinen Widerspruch gegen das Urteil einlegen, hoffen aber auf das Berufungsverfahren, welches die sechs Ägypter anstrengen werden. Sollte deren Widerspruch stattgegeben werden, dürfen alle im ersten Prozess Angeklagten hoffen, dass das im November gefällte Urteil für unwirksam erklärt wird.

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