Betrug bei Ebay und Facebook: Ostthüringerin soll 15.000 Euro kassiert haben

Gera  Konzertkarten für Robbie Williams, Smartphones oder Spielekonsolen waren nur vermeintliche Schnäppchen: So soll eine 32-Jährige aus Thüringen abgezockt haben.

Die Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft.

Die Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft.

Foto: Tino Zippel

Die Masche funktionierte lange Zeit gut: Eine 32 Jahre alte Frau aus Altenburg soll Konzertkarten, Spielekonsolen oder Smartphones im Internet verkauft, Geld kassiert, aber nicht geliefert haben. Seit Donnerstag muss sie sich vor dem Landgericht Gera für die Taten verantworten.

Staatsanwalt André Sbick bleibt fast die Luft weg, als er die Anklagesätze vorträgt. In über 60 Fällen soll die Angeklagte andere Menschen um Geld betrogen haben. Sie annoncierte unter falschem Namen ihre Waren bei Facebook oder bei Ebay. Zwei Karten fürs Konzert mit Robbie Williams für 180 Euro, vier Tickets für Billie Eilish zu 200 Euro oder vier Festivalpässe zu 640 Euro. Zudem bot sie regelmäßig Spielekonsolen vom Typ Nintendo Switch oder Apple-Handys an. Ohne Absicherung überwiesen Kunden bis zu 650 Euro für ein Telefon.

Die Angeklagte soll extra verschiedene Konten eröffnet haben, um die Zahlungen ihrer Opfer zu kassieren. Teils bedankte sie sich artig für den Eingang des Geldes, die Waren verschickte sie aber nicht, so die Anklage.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, auf diese Weise ihren Lebensunterhalt bestritten zu haben. Die Hartz-IV-Empfängerin besserte ihre Einkünfte auf. Und das nicht zu knapp. In einigen Monaten soll sie durch die Betrugshandlungen über 3000 Euro kassiert haben. Über 15.000 Euro erbeutete sie insgesamt auf diesem Weg, sagt der Staatsanwalt. Das Geld soll sie für ihre Spielsucht eingesetzt haben. Die Angeklagte ist einschlägig vorbestraft. Die Taten soll sie unter laufender Bewährung begangen haben. Sie sitzt derzeit in Chemnitz in Untersuchungshaft.

In einem Rechtsgespräch sichert die dritte Strafkammer unter Vorsitz von Christina Lichius eine Haftstrafe zwischen drei und vier Jahren zu, falls die Frau die Taten gesteht. Jene geht nicht darauf ein. Ihr Verteidiger Alexander Hübner kündigt an, den psychiatrischen Sachverständigen wegen Befangenheit abzulehnen und ein neues Gutachten zur Schuldfähigkeit zu beantragen. Der Prozess wird am 21. Januar fortgesetzt.