Nordhäuser baut Cannabis in Lagerhalle an

Nordhausen.  Die Polizei stellt über 200 Pflanzen sicher. Er bekommt eine Bewährungsstrafe.

Um schnell und einfach Geld zu verdienen, baute ein Nordhäuser auf einer Indoor-Plantage Cannabis an und wollte die Droge verkaufen.

Um schnell und einfach Geld zu verdienen, baute ein Nordhäuser auf einer Indoor-Plantage Cannabis an und wollte die Droge verkaufen.

Foto: Oliver Berg / dpa

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Er wollte schnell an Geld kommen. „Deshalb habe ich mich entschieden, in einer ehemaligen Diskothek in Wolkramshausen Cannabis anzubauen“, erläuterte der Nordhäuser. Doch sein Plan ging nicht auf. Bei einer Durchsuchung im März 2018 fanden Polizeibeamte die Indoor-Plantage und stellten mehr als 200 Cannabispflanzen sicher. Zudem wurden weitere Betäubungsmittel wie Amphetamine beschlagnahmt. Weil er das Cannabis unerlaubt anbaute und der Verdacht im Raum stand, damit Handel betrieben zu haben, fand sich der Nordhäuser nun vor dem Amtsgericht wieder. Auf die Ladung von Zeugen wurde bewusst verzichtet, weil der Angeklagte schon im Vorfeld verlauten ließ, dass er gestehen würde.

Bewährungsstrafe von zwei Jahren

Umso überraschter war das Gericht, als der Nordhäuser nur den Cannabis-Anbau einräumte, aber leugnete, damit auch gehandelt zu haben. „Ich habe das nur für den Eigengebrauch genommen“, beteuerte er. Das nahm ihm das Gericht nicht ab. Schon allein die sichergestellte Menge von fast 60 Gramm liege jenseits der gesetzlich erlaubten Menge und könne niemals nur für den Eigengebrauch gedacht gewesen sein, argumentierte die Vorsitzende Richterin. Weiterhin deutete sie an, dass es weitere belastende Hinweise gibt, die für einen Handel sprechen. Nach einer kurzen Beratung mit seinem Anwalt gestand der Angeklagte dann doch, dass er vorhatte, mit dem Cannabis zu handeln. Holländer, die er in der Diskothek kennengelernt hatte, gaben ihm Geld für die Anschaffung des für den Anbau benötigten Equipments und wollten die Droge später bei sich verkaufen. Dazu kam es nicht mehr, weil die Polizei die Pflanzen vorher fand.

Weil der Angeklagte zum ersten Mal auf der Anklagebank saß und inzwischen in geordneten Verhältnissen lebt, forderte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Die Richterin folgte diesem Antrag. Die Bewährungszeit ist für drei Jahre festgesetzt. Zudem bekommt der Angeklagte für zwei Jahre einen Bewährungshelfer an die Seite gestellt und muss 200 Stunden Sozialstunden leisten. Weiterhin muss er drei Termine bei der Suchthilfe Thüringen wahrnehmen.

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