Sachsen hat Bedenken bei Gefängnisneubau mit Thüringen

Auch Sachsens Rechnungshof hält den gemeinsam mit Thüringen geplanten Gefängnisneubau in Zwickau derzeit für überdimensioniert. Es wären rund 450 Haftplätze weniger nötig, teilte die Behörde am Montag in Dresden mit.

Dresden. Sachsens Rechnungshof forderte Nachbesserungen vom Ministerium, um Fehlinvestitionen zu vermeiden. Prognosen zu Haftplätzen dürften sich nicht nur auf die Bevölkerungszahl stützen, sondern müssten künftige Altersstruktur und Entwicklung berücksichtigen.

Vergangene Woche hatte schon der Thüringer Rechnungshof vor Überkapazitäten gewarnt und das ganze Projekt infrage gestellt. Die ursprünglichen Pläne waren bereits um 200 Haftplätze und rund 35 Millionen Euro reduziert worden. Das gemeinsame Gefängnis mit nach derzeitigem Stand 740 Haftplätzen soll rund 112 Millionen Euro kosten.

Thüringen und Sachsen planen derzeit eine gemeinsame JVA in Zwickau. Dabei wird das Belegungsrecht zwischen den Ländern geteilt. Sachsen behält sich zudem die Option auf eine Erweiterung um 100 Plätze vor. Die Anstalt soll 2017 ihre Arbeit aufnehmen.

Rechnungshof warnt vor kostspieligem Überangebot an Haftplätzen