270 Demeter Landwirtschafts- und Gärtnerlehrlinge auf Oktobertagung in Gera I

Gera  Die Tagung fand am vergangenen Wochenende in Gera statt. Impulse für eine lebendige Landwirtschaft gegeben.

(v.l.) Severin von Hoensbroech, Klaus Strüber und Tobias Hartkemeyer. Foto: Reinhard Schulze

(v.l.) Severin von Hoensbroech, Klaus Strüber und Tobias Hartkemeyer. Foto: Reinhard Schulze

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Unter dem Motto: „Visionen schlagen Wellen“ diskutierten 270 Demeter Landwirtschafts- und Gärtnerlehrlinge auf ihrer Oktobertagung in Gera Ideen von nachhaltigem Leben und Wirtschaften. Die jungen Visionäre, die verantwortungsvoll für sich selbst und zukünftige Generationen Ressourcen nutzen und schützen wollen, setzen auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise.

Die dritten Lehrjahre der „Freien Ausbildung“ von Demeter im Norden, im Osten und in Nordrhein-Westfalen/Hessen organisieren alljährlich die Tagung mit dem Ziel, die junge biologisch-dynamische Bewegung zu vernetzen.

Erstmals fand die Tagung im östlichen Teil der Bundesrepublik statt – in der Freien Waldorfschule Gera. Den Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz wurde ein Tagungsprogramm geboten, das neben landwirtschaftlichen Praxisfragen politische, fachliche und philosophische Gesprächsrunden bis hin zum künstlerischen Ausdruck beinhaltete. Auf der abschließenden Podiumsdiskussion wurde der Frage nachgegangen, wie man die Sinne ins Bewusstsein der Menschen holt, um sie für den biologisch-dynamischen Anbau zu begeistern.

Auf dem Podium Platz genommen hatten der Philosoph und Schauspieler Severin von Hoensbroech, Klaus Strüber vom Hof Hollergraben und Tobias Hartkemeyer vom CSA Hof Pente.

Tobias Hartkemeyer fragte, welche Landwirtschaft brauchen wir? „Dabei geht es weniger darum, was es bringt. Vielmehr geht es darum, dass Land fruchtbar zu machen. Bauernhöfe müssen Orte sein, über die Menschen sagen: cool, dass ihr das macht. Und dann fragen: Wie können wir das unterstützen, damit ihr das weitermachen könnt?“ Zukunft und Entwicklung entstehen gerade dort, wo man geistiger Arbeit Freiraum ermöglicht, so Severin von Hoensbroech. Das heißt für ihn, Freiheit schaffen für die Urproduktion, weil da die Grundlagen für alles gelegt werden. Für Hartkemeyer liegt die Herausforderung darin, das Ideal einer ökologischen, gar biologisch-dynamischen Landwirtschaft aufrechtzuerhalten und den Betrieb dennoch wirtschaftlich zu führen. „Wir müssen Menschen finden, mit ihnen Visionen entwickeln“, meinte er.

„Nichts Fertiges übernehmen, selbst Visionen entwickeln, mit deren Realisierung beginnen. Selbst wenn man scheitert, wieder Lust auf neue Visionen entwickeln. Macht das Problem zur Lösung“, so von Hoensbroech. Das Ausbrechen aus gespurten Gleisen, darin sieht auch Klaus Strüber die Zukunft für die Landwirtschaft. Weg von der konventionellen hin zur ökologisch solidarischen Form. Höfe sollten zu Lern- und Erlebnishöfen umgestaltet werden.