Die Beratungsstelle der Diako in Gera feiert am Freitag ihr 25-jähriges Bestehen

Gera  Die Beratungsstelle der Diako in Gera feiert am Freitag ihr 25-jähriges Bestehen. Seit 2008 hat sie ihren Sitz in der Zabelstraße 2. Hilfe gibt es dort in vielen Lebensbereichen.

Das Team der Beratungsstelle der Diako in der Zabelstraße 2 in Gera mit Leiterin Katrin Teichmüller (Mitte). Foto: Julia Schäfer

Das Team der Beratungsstelle der Diako in der Zabelstraße 2 in Gera mit Leiterin Katrin Teichmüller (Mitte). Foto: Julia Schäfer

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Mitarbeiterinnen beraten Menschen in schwierigen Situationen oder solchen, die sie in diesem Moment überfordern: beispielsweise, wenn ein Kind erwartet wird. Neben der Schwangerenkonfliktberatung gibt es in der Zabelstraße Unterstützung beim Ausfüllen des ­Elterngeldantrags oder die Beraterinnen informieren, welche ­finanziellen Unterstützungen es neben dem Rechtsanspruch gibt, über Stiftungen zum ­Beispiel, die die Erstausstattung des Neugeborenen finanzieren.

Ist das Kind geboren und ­treten Unsicherheiten oder Probleme auf, beantwortet die Erziehungsberatung Fragen zur Entwicklung des Kindes oder hilft, wenn sich Eltern überfordert fühlen. Einige Eltern hätten Schwierigkeiten damit, zuzugeben, dass sie Probleme bei der Erziehung ihres Kindes haben. "Dass man sich und anderen eingesteht, dass man in einer schwierigen Phase ist, hat nichts mit Schwäche zu tun", sagt ­ ­Katrin Teichmüller, die das ­Beratungszentrum seit 2008 ­leitet. Die Unsicherheiten bei Eltern habe ihrer Erfahrung nach zugenommen.

Auch Online-Beratung wird angeboten

Ein weiteres großes Thema des Beraterinnen-Teams ist Trennung und Scheidung. In diesen Fällen kämen die Klienten nicht immer aus eigenem Antrieb. "Es ist eher der Ausnahmefall, dass Eltern gemeinsam mit dem Vorsatz zu uns kommen, nach einer Trennung das Beste fürs Kind zu erreichen", sagt Teichmüller. Meist käme nur ein Elternteil oder das Gericht schicke die Eltern zu ihnen. Auch Kinder­ärzte, Kitas oder Grundschulen wiesen die Betroffenen häufig darauf hin, dass es das Beratungsangebot gibt.

Das Themenfeld Trennung und Scheidung nehme jetzt einen weitaus größeren Raum ein als noch vor ein paar Jahren. Das liege an der veränderten Gesetzeslage, nach der beiden Eltern nach einer Trennung häufiger ein gemeinsames Sorgerecht zugesprochen werde.

Auch Paarberatung wird von der Diako angeboten – allerdings nur, wenn das Paar minderjährige Kinder hat. Einige im Team arbeiten zudem noch im bundesdeutschen Programm Online-Beratung mit. Das sei ein zeitgemäßes Angebot, das auch von Jugendlichen angenommen werde.

Acht Mitarbeiterinnen arbeiten in der Beratungsstelle, die meisten allerdings in Teilzeit. Damit sie mit den oftmals belastenden Beratungen zurechtkommen, haben alle eine Zusatzausbildung, bilden sich regelmäßig fort und besuchen Supervisionen.

Teichmüller selbst ist seit 20 Jahren dabei, die Anfänge der Beratungsstelle kennt sie nur aus Erzählungen. Nach der Wende seien die bundesdeutschen Strukturen der Beratungsstellen überall in Ostdeutschland übernommen worden. In Gera hätten einige Frauen der Diakonie das Angebot aufgebaut. Seitdem ist die Beratungsstelle immer unter dem Dach der Diakonie, bis 2007 bei Diakonieverbund, jetzt bei der Diakonie Ostthüringen. Da die Beratung eine Pflichtaufgabe ist, übernehmen Stadt und Land einen Teil der Kosten.

Teichmüller ist froh, dass die Beratungsstelle stabil und zuverlässig arbeitet. Mit der Kirchgemeinde, in deren Räumen sie untergebracht ist, arbeitet sie gut zusammen. Nur so sei es möglich, dass in fast idealen Bedingungen, stadtnah und gut erreichbar beraten werden kann.

Das 25-jährige Bestehen wird am Freitag mit einem Familienfest und einem Konzert von Gerhard Schöne in der Johanniskirche gefeiert. Der Liedermacher wird mit seinem Programm "Alles muss klein beginnen", einem Familienprogramm, zu Gast sein. Karten gibt es in der Kirchgemeinde, Talstraße 30, unter Telefon (03 65) 8 00 12 65 oder in der Gera-Information am Markt.

Das Fest und das Konzert könne nur gestemmt werden, weil sich so viele Menschen dafür engagierten und mit Sachspenden und Geld die Beratungsstelle in dieser Sache unterstützten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren