Unterschriften gegen den Schweinemast-Verkehr in Wetzdorf

Gastwirt kritisiert, dass Lkws zur Anlage durch den Ort fahren müssen. Anlieger-Schreiben gestern an Stadt übergeben.

Gerd Rodegast zeigt die Straße in Wetzdorf, die durch die Schweinemastanlage stark von Lkws frequentiert werde.

Gerd Rodegast zeigt die Straße in Wetzdorf, die durch die Schweinemastanlage stark von Lkws frequentiert werde.

Foto: zgt

Wetzdorf. Das Örtchen Wetzdorf kommt einfach nicht zur Ruhe, wenn es um den geplanten Neubau der Schweinemastanlage geht. Ruhe ist es aber, die sich Gerd und Kerstin Rodegast wünschen. Den Betreibern des gleichnamigen Gasthofes in dem Schkölener Ortsteil ist vor allem der Lkw-Verkehr ein Dorn im Auge, der schon jetzt zur bereits bestehenden Anlage mitten durch den Ort rollt und mit dem Neubau sicher nicht weniger werden wird.

"Direkt vor unserem Gasthof führt der Weg zur Schweinemastanlage lang – die Straße nach Thierschneck", erklärt Gerd Rodegast. 70 bis 80 Lkws pro Woche, so habe man errechnet, würden im Falle des Neubaus die Anlage anfahren. Das sei nicht nur für die Gastwirtschaft und damit für den Tourismus des Ortes schlecht, sondern gefährde auch Anlieger.

Diese – 29 an der Zahl – leisteten nun Unterschrift unter einem Schreiben des Wetzdorfers Frank Reinhardt, das noch gestern Abend in der Stadtverwaltung Schkölen abgegeben wurde. In diesem formuliert Reinhardt seine Gedanken als Anwohner in "unmittelbarer Nähe (ca. 300 m) zur geplanten Schweinemastanlage" und erläutert, weswegen er – und damit auch die Unterzeichner – "gegen den Neubau der Schweinemastanlage sowie die Nutzung des Ortsverbindungsweges Wetzdorf/Thierschneck" ist. Als Gründe für seine Ablehnung nennt er unter anderem die fehlende Umweltverträglichkeit, die Geruchsbelästigung und eben den Verkehr.

Werde für diesen die Straße nach Thierschneck genutzt, so die Argumentation in dem Schreiben, "so ist ein beliebter Radwanderweg nur noch bedingt nutzbar. Damit auch verbunden ist die Frage der Kostenumlagerung eines Ausbaus bzw. Neubaus von Zufahrtsstraßen auf die Anlieger."

Dass der Weg vor seiner Gaststätte für das höhere Verkehrsaufkommen ausgebaut werden müsste, steht für Gerd Rodegast fest. Auch er leistete seine Unterschrift unter dem Schreiben Frank Reinhardts, blickt aber skeptisch auf die Erfolgsaussichten. "Gegen den Neubau der Anlage können wir wahrscheinlich nichts tun", schätzt er ein, "wir paar Mann kommen da nicht dagegen an." Der Wunsch nach einer alternativen Verkehrsführung, der aber sei realistisch und umsetzbar, ist sich der Gastwirt sicher. Und weil seine Kritik eine konstruktive sein soll, hält er auch einen Vorschlag bereit: "Es gibt schon einen Landwirtschaftsweg von Mertendorf nach Poppendorf. Man könnte ja von dort das Stück bis zur Anlage neu bauen."

Prinzipiell, so äußerte sich gestern auf Anfrage Schkölens Bürgermeister Matthias Darnstädt, begrüße er konstruktive Vorschläge der Bürger. Allerdings würde man sich hier auf ein sehr theoretisches Feld begeben. "Gegenwärtig läuft erst einmal das Planungsverfahren", so Darnstädt, "da braucht man noch nicht über eine mögliche Verkehrsverlegung zu spekulieren." Und noch sei nicht einmal die Frage beantwortet, ob überhaupt gebaut werde. Zunächst einmal werde das Schreiben der Anlieger, das dem Bürgermeister gestern Abend vorlag, an das Landesverwaltungsamt weitergeleitet, versprach das Stadtoberhaupt.

Geplante Schweinemastanlage sorgt für Ärger in Wetzdorf

Zu den Kommentaren