11. Thüringer Krebskongress startet an Nordhäuser Hochschule

Nordhausen. Unter dem Motto "Individualisierte Krebstherapie im demografischen Wandel" startete am Samstagvormittag der 11. Thüringer Krebskongress. 400 Teilnehmer werden an zwei Tagen auf dem Nordhäuser Campus erwartet.

Am Samstag begann an der Nordhäuser Hochschule ein zweitägiger Krebskongress.

Am Samstag begann an der Nordhäuser Hochschule ein zweitägiger Krebskongress.

Foto: zgt

<p>Der Kongress begann mit einer kleinen Panne. Das Saxofon des jungen Musikers der Kreismusikschule, der die Gäste mit "End of an Rainy Day" unterhalten wollte, streikte. Erst im dritten Anlauf, und dann mit einem anderen Titel, sollte es klappen.</p> <p>"Krebs ist heute kein Todesurteil mehr, aber er ist auch noch lange nicht besiegt", sagte Oberbürgermeister Klaus Zeh (CDU) zur Eröffnung. Ihn freue es besonders, dass am Sonntag mit dem Patientenforum auch die Bevölkerung mit einbezogen werde. Hochschul-Präsident Professor Jörg Wagner nahm in seinem Grußwort die kleine Panne zu Beginn als Beispiel auf: "Der junge Mann hat es immer und immer wieder versucht, bis es dann funktioniert hat. Das nenne ich kämpfen. Und genauso ist es auch beim Krebs. Man muss immer weiter kämpfen, um die Krankheit zu besiegen", sagte Wagner.</p> <p>"In Thüringen erkranken jährlich etwa 14 800 Menschen an Krebs. Die Tendenz ist steigend, und die Patienten werden immer älter. Dies haben wir zum Anlass genommen, aktuelle Therapieverfahren und ihre Ergebnisse für die wichtigsten Krebser-krankungen darzustellen und bezüglich des leitliniengerechten und des individualisierten und altersbezogenen Verhaltens zu diskutieren", sagte Kongresspräsident Dr. Matthias Beintker, Chef der Urologie am Südharz-Klinikum.</p> <p>Die Thematik richtet sich an stationär tätige und Ärzte in Niederlassung sowie medizinisch-technisches und Krankenpflegepersonal gleichermaßen. Am Samstag wird das wissenschaftliche Programm präsentiert, am Sonntag ein Programm für Patienten, Angehörige, Selbsthilfegruppen und alle Interessierten angeboten. Der Kongress wird durch entsprechende Präsentationen von Organisationen, Selbsthilfegruppen und der pharmazeutischen Industrie begleitet.</p> <p>Im Mittelpunkt stehen die in Deutschland am häufigsten auftretenden Tumorerkrankungen: gynäkologische Tumoren, Lungenkarzinome, urologische Tumoren und Darmkrebserkrankungen bzw. visceralchirurgische Tumorerkrankungen. Das wissenschaftliche Programm setzt sich mit den Möglichkeiten onkologischer Diagnostik und Therapie auseinander. Rund die Hälfte aller Krebserkrankungen könnte durch eine gesündere Lebensweise und Ernährung vermieden werden. Deshalb kommt auch der Prävention, der Aufklärung und der besonderen Risikofaktoren eine große Bedeutung zu. Wer gesund ist, weiß diesen Zustand oft nicht zu schätzen und nimmt sein beschwerdefreies Leben als selbstverständlich hin. "Wer gesund ist, kann sich auch nicht so einfach in die Situation der Kranken hineinversetzen. Umso wichtiger sind Veranstaltungen wie jetzt der 11. Thüringer Krebskongress, nicht nur für diejenigen, die beruflich mit der Volkskrankheit Krebs zu tun haben", so Dr. Beintker. </p>