Auf 19 Kilometern 29 Brücken: Ausbau der A9 zwischen Triptis und Talbrücke im Zeitplan

Die Männer auf den Baustellen der A 9 sind voll im Zeitplan für die Fertigstellung im November 2014. Gegenwärtig läuft der Verkehr bereits über zehn Kilometer neue Fahrbahn.

Südlich von Triptis rollt der Verkehr in beide Richtungen, auf vier Spuren zusammengeführt, schon auf neuer Fahrbahn. Der Bau der künftigen Richtungsfahrbahn Nürnberg ist bereits in Vorbereitung, links ist der Lärmschutzwall für Leubsdorf zu sehen. Foto: Judith Albig

Südlich von Triptis rollt der Verkehr in beide Richtungen, auf vier Spuren zusammengeführt, schon auf neuer Fahrbahn. Der Bau der künftigen Richtungsfahrbahn Nürnberg ist bereits in Vorbereitung, links ist der Lärmschutzwall für Leubsdorf zu sehen. Foto: Judith Albig

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Schleiz. Im November 2011 begann der sechsspurige Ausbau der bisher vierspurigen A 9 zwischen Triptis und der Talbrücke über der Wisenta in Höhe Mönchgrün. Im Dezember kommenden Jahres soll dieser letzte bisher nicht sechsstreifig ausgebaute Abschnitt der gesamten A 9 zwischen Berlin und München fertiggestellt sein. Jetzt, eineinhalb Jahre zuvor, sagt der Zeitplan, dass trotz übermäßig langen Winters und ungewöhnlich nassen Frühjahrs der Termin gehalten wird.

Das konnten Gerald Sachse und Uwe Werner von der Firma Via Gateway im OTZ-Gespräch feststellen. Sie koordinieren das Geschehen auf der Großbaustelle mit zeitweise bis zu 300 Arbeitern. Das Projekt hat es in sich, beinhaltet es doch nicht nur die für die Autofahrer sichtbaren 19"Kilometer Straßenaufbau mit jeweils 30 Zentimeter Frost-, Trag- und Betonschicht.

Elf Brücken über die Autobahn, 18 im Verlauf der Autobahn, die über Straßen, Wege, Bäche und Amphibiendurchlässe hinwegführen, gehören ebenso dazu wie Lärmschutzanlagen, zwei Parkplätze mit WC, fünf Regenrückhaltebecken, die komplett neue Anschlussstelle Dittersdorf sowie Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen in der Natur. Außerdem gibt es die berühmten Kleinigkeiten, die dennoch arbeits- und zeitintensiv sind, wie Regenwasserabläufe und Kabelkanäle beiderseits der Autobahn.

Der Bauablauf ist für Kraftfahrer schwer durchschaubar, wird doch auf der gesamten Streckenlänge gleichzeitig halbseitig gebaut. Neben der noch genutzten alten Fahrbahn wird - abschnittsweise mal rechter- und mal linkerhand - eine neue dreistreifige Fahrbahn gebaut. Ist die fertig, wird sie in vier Fahrstreifen entsprechend der für Baustellenbereiche üblichen Breite gegliedert und der Verkehr in beide Richtungen darüber geleitet - jeweils zweistreifig. Das ist bis jetzt auf zehn Streckenkilometern der Fall. Im September sollen es 19 sein.

Die alte Fahrbahn wird anschließend zurückgebaut und auf dieser Trasse die jeweils andere Richtungsfahrbahn gebaut. Die zwischenzeitlich in beide Richtungen genutzte und deshalb in vier Spuren aufgeteilte Strecke wird dann wieder in drei Streifen mit ihrer endgültigen Breite gegliedert. Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle 24 Brückenbauwerke abgerissen.

Fünf der so genannten Überführungsbauwerke sind bereits fertiggestellt: an der Anschlussstelle Dittersdorf in Richtung Neustadt, zwischen Triptis und Leubsdorf, Wüstendittersdorf und Köthnitz, Dittersdorf und Plothen sowie Pörmitz und Neundorf.

Die Unterführungen werden, ebenso wie die Fahrbahn darüber, jeweils halbseitig gebaut, so dass noch keine fertig ist. Etwa die Hälfte von ihnen ist übrigens allein dem Arten- und Naturschutz geschuldet, das heißt für Bachläufe und Tiere angelegt. Ähnliche Vorgaben in Sachen Artenschutz gibt es bei den Brücken, bei deren Widerlagern Fledermauskästen gleich in die Betonteile eingegossen sind.

Fertiggestellt sind vier der fünf Regenrückhaltebecken; bei dem letzten, etwa auf der Höhe von Reinsdorf neben der Richtungsfahrbahn Berlin, gehen die Arbeiten ihrem Ende entgegen. Auch etliche Kilometer Lärmschutzwall sind im Verlauf der Ausbaustrecke schon zu sehen. An manchen Stellen, wo die Höhe für einen wirksamen Schutz nicht ausreicht bzw. kein Wall gebaut werden kann, werden Lärmschutzwände aufgebaut - so in Triptis, an der Hohenofenmühle und in Görkwitz.

Die riesige Betonanlage an der Anschlussstelle Dittersdorf ist eine mobile Mischanlage speziell für Fahrbahnbeton. Der braucht eine ganz spezielle gleichmäßige Qualität und muss sich in der Nähe des Fertigers befinden - in diesem Fall ist es etwa die Mitte der Gesamtstrecke.

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