Erhöhte Strahlen- und Arsenbelastung: Straßensanierung im Altenburger Land mit Hindernissen

Großstechau/Ingramsdorf  Nachgehakt: Erhöhte Strahlen- und Arsenwerte im Straßenkörper der Kreisstraße 530 in der Gemeinde Löbichau. Sanierung verschiebt sich.

Die Kreisstraße zwischen Großstechau und ­Ingramsdorf gehört zu den schlechtesten im ­Altenburger Land.

Die Kreisstraße zwischen Großstechau und ­Ingramsdorf gehört zu den schlechtesten im ­Altenburger Land.

Foto: Jana Borath

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Eigentlich sollte die Kreisstraße 530 zwischen Großstechau und Ingramsdorf in der Gemeinde Löbichau schon ab Frühjahr 2019 erneuert werden. Die Freude dort war im vergangenen Jahr groß, als diese Botschaft die Ortsteile der Gemeinde ereilte. Schließlich gilt diese Kreisstraße als eine der schlechtesten im Altenburger Land.

Doch in Vorbereitung der Arbeiten traten ungeahnte Probleme auf: in Gestalt von erhöhten Strahlen- und Arsenbelastungen im Straßenkörper. Das sprach sich schnell rum im Gemeindegebiet. Und nicht wenige fragten: Wird diese Kreisstraße jetzt nicht saniert, weil die Entsorgungskosten des kontaminierten Materials vermutlich deutlich höher ausfallen? OTZ Schmölln hakte im Landratsamt Altenburger Land nach.

Die erhöhten Strahlen- und Arsenwerte hatte die Behörde im Zuge der Baugrunduntersuchung festgestellt. Dabei wurden auch umweltrelevante Parameter geprüft. An vier verschiedenen Probeentnahmestellen stieß man sowohl auf erhöhte Strahlenwerte als auch auf Arsenbelastungen. Die Strahlenwerte seien zwar leicht über dem im Strahlenschutzgesetz vorgegebenen Richtwert. „Jedoch liegen sie deutlich unter dem kritischen Wert, so dass es gemäß der Richtlinien zu einer Verwertung der Böden und des ungebundenen Tragschichtmaterials im Baubereich kommen darf“, erläutert Jana Fuchs, Sprecherin des Landratsamtes Altenburger Land, auf Nachfrage der OTZ.

Der Arsengehalt bis etwa ­65 Zentimeter unter der gegenwärtigen Fahrbahnoberkante in Ingramsdorf sei indes auf Grund der festgestellten Menge als gefährlicher Abfall einzustufen. „Und der ist entsorgungspflichtig und steht für straßenbauliche Zwecke nicht zur Verfügung. Er muss umweltgerecht entsorgt und durch neues ungebundenes Tragschichtmaterial ersetzen werden“, verdeutlicht Jana Fuchs.

Aufgrund des Fundes hat man nun an weiteren Entnahmestellen Proben genommen. Unter anderem, um den betroffenen Abschnitt in seiner Länge etwas weiter eingrenzen zu können. „Dies“, so Fuchs weiter, „wurde als sinnvoll erachtet, da die vorgefundenen Arsengehalte in den vier verschiedenen Entnahmestellen sehr unterschiedlich waren.“

Im Ergebnis dieser Untersuchungen konnte der kritische Bereich allein auf die Ortslage Ingramsdorf – betroffen hier ist ein Abschnitt von etwa 100 Metern – eingegrenzt werden.

Trotzdem: In diesem Abschnitt sind auf Grund der Belastung bis zu 400 Kubikmeter zu entsorgen und zu ersetzen. „Die Entsorgungs- und Transportkosten wiederum, würden den übergroßen Teil der für die gesamte Fahrbahnerneuerung von Großstechau bis Ingramsdorf geplanten Gelder verschlingen.“ Weshalb nach einer weiteren Möglichkeit der Lösung dieses Problems gesucht wurde.

„Unter Berücksichtigung der auf dieser Strecke zu erwartenden Verkehrsbelastung sowie der festgestellten Tragfähigkeitswerte wurde überlegt, die Fahrbahnerneuerung in Ingramsdorf in vollgebundener Asphaltbauweise durchzuführen“, erläutert die Sprecherin weiter. Diese Erneuerungsart erfordere eine deutlich geringere Ausbautiefe.

In der Hoffnung, dass die Arsengehalte erst in etwas tiefer liegenden Schichten höher konzentriert seien als in etwa nur 25 Zentimeter unter der Fahrbahnoberkante, seien nochmals Beprobungen durchgeführt worden. Auf die Ergebnisse dieser Tests wartet man nun im Landratsamt. Sobald sie vorliegen, könne laut Fuchs der aktuelle Planungsstand überarbeitet und fortgeführt werden.

Dann könnten auch jene Unterlagen erarbeitet werden, die für eine Ausschreibung nötig seien.

Entsprechend des Entwurfes des Terminplans zum Vergabeverfahren könnten ab 10. Mai die Straßenbauarbeiten ausgeschrieben werden und Ende Mai die Angebotseröffnung stattfinden. Der nächst mögliche Beschlusstermin zur Genehmigung über die Auftragsvergabe durch den Ausschuss für Umwelt und Bauen des Kreistages Altenburger Land sei am 9. Juli. Läuft alles nach Plan, könnten die Arbeiten auf dieser Kreisstraße voraussichtlich im August dieses Jahres beginnen.

Meine Meinung: Jana Borath über Flickenteppich, Frust und Hoffnung

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