Hier knallt es im Saale-Holzland-Kreis am häufigsten

Eisenberg  2016 gab es an der Autobahn in Quirla, in der Mertendorfer Senke und am City-Point die meisten Unfälle.

Die absolute Nummer 1: die Abfahrt an der Autobahn-Anschlussstelle nach Quirla.

Die absolute Nummer 1: die Abfahrt an der Autobahn-Anschlussstelle nach Quirla.

Foto: Jens Henning

Die Anschlussstelle Stadtroda an der Autobahn 4 in Fahrtrichtung Quirla ist die Stelle, an der es am häufigsten kracht. Und das ist nicht nur das letzte Jahr so gewesen. Es gab 17 Unfälle mit fünf Leichtverletzten. Diese Stelle ist seit drei Jahren das Sorgenkind Nummer eins für alle die, die sich um die Ordnung und Sicherheit auf den Straßen im Saale-Holzland-Kreis kümmern.

Die Zahl der Unfälle ist in den Jahren 2014, 2015 und 2016 an diesem markanten Punkt bis auf die Zahl 34 nach oben geschnellt.

Laut Thomas Schumacher, Amtsleiter im Eisenberger Landratsamt, handelt es sich vorwiegend um Auffahrunfälle auf die Fahrzeuge, die vorschriftsmäßig von der Autobahn kommend vor dem Abbiegen stoppen.

Statt des Verkehrszeichens „Vorfahrt gewähren“ wurde im vergangenen Jahr das Verkehrszeichen „Halt! Vorfahrt gewähren“ (Stopp-Schild) angeordnet und aufgestellt. Zu einer Besserung führte diese neue Beschilderung allerdings nicht.

Die Unfallkommission, die am 10. Mai in Eisenberg tagte, hat im Ergebnis der vorliegenden Statistiken beschlossen, direkt auf Höhe des Verkehrszeichens zusätzlich eine Haltlinie auf der Straße aufzubringen. „Weiterhin soll am rechten Fahrbahnrand eine Sperrfläche aufgebracht werden, damit die Rechtsabbieger nicht mehr schnell um die Ecke abbiegen können, sondern gezwungen werden, zunächst an der Haltlinie zu warten, um dann rechtwinklig nach Quirla einbiegen zu können“, sagte Schumacher. Die Verantwortlichen erhoffen sich durch diese zusätzlichen Markierungen, „dass die Wartepflicht optisch deutlicher zu erkennen ist“. Ebenfalls ein Sorgenkind für die Verkehrswächter im Kreis ist die sogenannte „Mertendorfer Senke“ bei Wetzdorf. „Vor ein paar Jahren wurde zwischen den Orten Rauschwitz und Wetzdorf eine Deckensanierung durchgeführt. Im Nachgang ist die sogenannte Leitlinie nicht wieder aufgebracht worden, da die erforderliche Mindestfahrbahnbreite von 5,50 Meter nicht mehr durchgängig vorhanden war“, sagte Schumacher über diesen kritischen Punkt.

In den vergangenen drei Jahren ereigneten sich jedoch in der „Mertendorfer Senke“ neun Unfälle mit fünf Leichtverletzten und einem Schwerverletzten. Dadurch ist in der Drei-Jahres-Karte der Unfallkommission eine Unfallhäufungsstelle entstanden. „Die Auswertung der Unfälle lässt erkennen, dass die fehlende Leitlinie zumindest Mitverursacher der Unfälle war“, sagte Schumacher. Jetzt soll die Leitlinie auf diesem Streckenabschnitt wieder aufgebracht werden.

Der dritte Punkt, an dem es sehr oft kracht, ist der Kreisverkehr am City-Point in Hermsdorf. 2016 wurden hier sieben Unfälle registriert mit zwei Leichtverletzten. Die Hauptunfallursache überrascht ein wenig, da sie hausgemacht scheint: Laut Unfallkommission wurden die erschwerten Sichtverhältnisse auf Grund der zu hoch gewachsenen Hecke in der Mitte des Kreisverkehrs ausgemacht. Eine Lösung ist in Sicht: Die Stadt Hermsdorf ist aufgefordert worden, die Hecke nicht nur zurückzuschneiden, sondern komplett zu entfernen.

Deutlich zugenommen hat 2016 die Zahl der Unfälle. Die Polizei registrierte 2232 Unfälle. Das war eine Steigerung von 154 zum Vorjahr. Im Gegensatz dazu ist Zahl der Verletzten gefallen von 309 im Jahr 2015 auf 301. Zu Tode gekommen ist eine Person gegenüber drei Menschen 2015.

Interessant ist der Blick in die Zahlen der Verunglückten nach Verkehrsart. Am häufigsten verunfallten Autofahrer. Das waren 2016 allein 201. Jeweils 37 Personen saßen zum Zeitpunkt des Unfalls auf einem Krad oder einem Fahrrad. Die Zahl der Fußgänger, die in einen Unfall verwickelt wurden, hat sich dagegen halbiert von 42 auf 21.

Aber wie passieren die meisten Unfälle? Die Ursache Nummer eins ist das Wenden, Abbiegen und Rückwärtsfahren. Da krachte es im vergangenen Jahr sage und schreibe 540 Mal. Auf Rang zwei in den Top 6 der Ursachen folgt die Überschreitung oder eine unangepasste Geschwindigkeit mit 203 Unfällen. Es folgen ein nicht ausreichender Abstand mit 163 und die Nichtbeachtung der Vorfahrt mit 137. Dagegen nehmen Fehler beim Überholen (45) und Fahren mit Alkohol (44) einen deutlich geringen Teil ein. Der bundesweite Trend, dass bei jungen Fahrern die Hauptunfallursache die Geschwindigkeit ist und bei Älteren die Vorfahrt und Rückwärtsfahren, spiegelt sich laut Schumacher auch im Landkreis wieder.

Die Zahl der Wildunfälle ist weiter gestiegen – von 425 im Jahr 2015 auf 505.

„Gott sei Dank hat es nur einen Schulwegunfall mit einem Fahrrad gegeben“, sagte der Amtsleiter. Für ihn ist klar: „Hier macht sich die gute Präventionsarbeit der Polizei sowie die Zusammenarbeit mit der Schulverwaltung und den Verkehrsunternehmen bemerkbar.“

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