Intercity im Saaletal schon ab Dezember

Berlin  Die Deutsche Bahn plant allerdings keinen Zwei-Stunden-Takt, sondern vorerst nur einen Einzelzug pro Tag.

Ein Intercity pro Tag und Richtung soll ab Dezember durchs Saaletal rollen. Foto: Tino Zippel

Ein Intercity pro Tag und Richtung soll ab Dezember durchs Saaletal rollen. Foto: Tino Zippel

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Die Deutsche Bahn AG hat neue Varianten vorgestellt, wie sie ab Dezember 2017 die Städte an der Saalbahn am Fernzugnetz halten will. Neu hinzukommen soll ein Intercity von Karlsruhe nach Leipzig, der durchs Saaletal rollt. Dafür steht einer von zwei Intercity-Express von Jena nach Berlin und zurück auf der Streichliste.

Diese Pläne präsentierte die Deutsche Bahn am Freitag vor Abgeordneten des Bundestages in der Berliner Hauptzentrale. Sie hatten um den Termin gebeten, um über die künftige Fernbahnanbindung an der Saalbahn und der Frankenwaldbahn zu sprechen. Hintergrund ist, dass mit der Inbetriebnahme der ICE-Neubaustrecke durch den Thüringer Wald die bislang stündlich auf der Saalbahn verkehrenden ICE-Züge zwischen Berlin und München wegfallen.

Intercity-Linie von Karlsruhe nach Leipzig

Als Ersatz plant das Unternehmen eine Intercity-Linie durchs Saaletal, aber erst ab 2023. Davor soll es nur Einzelzüge geben. Das einzige durchgängige Angebot ist ein Intercity. Dieser kommt aus Karlsruhe (7.06 Uhr) und fährt über Nürnberg (10.25 Uhr), Bamberg, Lichtenfels, Saalfeld (12.30 Uhr) und Jena (13.05 Uhr) nach Leipzig (14.06 Uhr). Freitags verkehrt er sechs Stunden später, samstags zwei Stunden später und sonntags gar nicht.

Die Rückfahrt von Leipzig startet montags bis donnerstags um 15.54 Uhr in Leipzig über Jena (16.58 Uhr), Saalfeld (17.33 Uhr) und Nürnberg nach Karlsruhe (22.59 Uhr). Sonntags fährt der Intercity zwei Stunden früher und samstags vier Stunden früher – soweit das Grundkonzept der Deutschen Bahn. Allerdings hat sie noch keine Bestätigung, dass sie die gewünschten Trassen wirklich erhält, weil diese erst im Laufe des Jahres verbindlich vergeben werden.

Ursprünglich hatte die Bahn als Trostpflaster zwei ICE vorgesehen, die täglich morgens von Jena nach Berlin fahren, und zwei ICE, die abends von Berlin nach Jena rollen. Gesetzt sind der ICE um 5.42 Uhr von Jena nach Berlin (7.58 Uhr) und jener von Hamburg (16.36 Uhr) über Berlin (18.30 Uhr) nach Jena (21.06 Uhr).

Früher Zug nach Hamburg steht auf der Kippe

Dagegen stehen der Schnellzug mit Abfahrt in Jena um 6.51 Uhr in Richtung Hamburg und jener mit Ankunft 23 Uhr aus Hamburg auf der Kippe. Die Deutsche Bahn sieht die Gefahr, dass zu wenige Fahrgäste diese Züge nutzen. Die Fahrzeit sei wegen der Baustelle zwischen Naumburg und Leipzig in etwa gleichschnell wie der Regionalexpress Jena – Leipzig. Zugleich erfolge die Ankunft in Jena sehr spät am Abend. Vorgesehen sei deshalb eine Abstimmung mit dem Land Thüringen. Die Bahn will vorschlagen, nur Einzelfahrten sonntags und montags zu realisieren, geht aus der Präsentation hervor.

Albert Weiler (CDU), der neben Carola Stauche (CDU) und Ralph Lenkert (Linke) zu den Thüringer Teilnehmern gehörte, hat angeregt, den einen zugesagten ICE aus Jena zumindest schon in Saalfeld starten zu lassen. Damit behalte die Industrieregion einen direkten täglichen Anschluss nach Berlin. Die Deutsche Bahn habe zugesagt, das zu prüfen, sagt Weiler.

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