Mehr Lkw-Stellplätze auf A4-Parkplatz Rodablick

Tino Zippel
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Henry Wöllner vom Geraer Unternehmen Max Bögl erledigt Restarbeiten vor der heutigen Freigabe des Rastplatzes zwischen Jena und Stadtroda. Foto: Tino Zippel

Henry Wöllner vom Geraer Unternehmen Max Bögl erledigt Restarbeiten vor der heutigen Freigabe des Rastplatzes zwischen Jena und Stadtroda. Foto: Tino Zippel

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Heute geht die Anlage Rodablick zwischen Jena und Stadtroda in Betrieb: Spezialasphalt verbaut und bessere Beleuchtung gegen Kriminalität

Jena Heute geht nicht nur der Jagdbergtunnel bei Jena in Betrieb, sondern auch ein zweites Bauprojekt an der A4: Der Parkplatz Rodablick wird nach einem 1,5 Millionen Euro teuren Umbau eingeweiht.

Seit Mitte Juli war der im Saale-Holzland-Kreis gelegene, im Amtsdeutsch mit PWC-Anlage betitelte Rastplatz gesperrt. Für die Autofahrer ergab sich zwischen den Anschlussstellen Jena-Zentrum und Stadtroda eine Engstelle mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung. Doch die Lärmschutzwand versperrte die Sicht auf die Baustelle, so dass sich mancher wunderte, ob und was gearbeitet wird. Doch das Team von Max Bögl aus Gera war fleißig.

"Wir haben die Zahl der Stellplätze für Lkw erweitert", sagt Projektleiter Jens Weinberger vom Landesamt für Bau und Verkehr. Eine Studie des Bundesverkehrsministeriums hatte gezeigt, dass Übernachtungsmöglichkeiten für Lkw-Fahrer entlang der Autobahnen fehlen. Neben dem Plan, neue Rastanlagen zu bauen, kam der Auftrag, die vorhandenen zu erweitern. Die Wahl fiel unter anderem auf die Anlage Rodablick, bei der Fahrer ihre Lkw teils unbeleuchtet in den Ein- und Ausfahrten parkten, um die Lenkzeiten nicht zu überschreiten.

Im ersten Schritt entstand eine Lärmschutzwand. In diesem Jahr folgte der Ausbau auf dem bestehenden Grundstück. Ein Anschluss an die Abwasserleitung ermöglichte den bislang für eine biologische Kläranlage genutzten Bereich mit zu verwenden. Durch Aufschüttung vergrößerte sich die Fläche des Autobahnparkplatzes, der nun Platz für 23 statt bislang zwölf Lastzüge bietet. Zudem stehen ein Busstellplatz und ein 110 Meter langer Parkplatz für Schwerlasttransporte bereit.

Modellprojekt, wenn sich Innovationen bewähren

Beim Konzept für die Anlage setzt das Landesamt auf innovative Elemente. Während die Rastplätze dieser Kategorie normalerweise nur am WC-Häuschen beleuchtet sind, erhielt die Anlage Rodablick eine flächendeckende Beleuchtung mit Lampen auf LED-Basis. Ziel sei es, die Kriminalität einzudämmen. Gerade auf den Rastplätzen entlang der A38 schlitzten Diebe die Planen der Lastzüge auf, um - während der Fahrer schläft - die Waren zu stehlen. Dieselklau zählt ebenso zu den Problemen.

Die Zufahrt zu den 26 Pkw-Stellplätzen ist nur bis 2,70 Meter Höhe möglich, damit kein Lkw-Fahrer den falschen Weg zur Ausfahrt nimmt. Damit der Winterdienst auch den Pkw-Bereich räumen kann, lässt sich die Höhenbeschränkung per Fernbedienung wegdrehen. "Wir wollen beobachten, wie sich die Technik bewährt, und sie gegebenenfalls auch auf anderen Rast­plätzen installieren", sagt Weinberger. Auf einem Fahrstreifen ist Hochverdichtungsasphalt nach dem Patent des Erfurter Straßenbau-Professors Elk Richter verlegt, um zu beobachten, ob sich dieser bewährt und wirklich haltbarer ist.

Im nächsten Jahr plant das Landesamt, weitere Rastplätze im Auftrag des Bundes umzubauen, darunter die Anlagen "Kuhberg" an der A9 bei Eisenberg in beiden Fahrtrichtungen. Dort soll ebenfalls eine Optimierung der Lkw-Stellplätze erfolgen. Wie stark deren Zahl wächst, steht aber noch nicht fest, sagt Weinberger. In Summe gibt es in Thüringen 48 PWC-Anlagen; 1250"Lkw-Stellplätze sind vorhanden.