Ohne Brücke keine Züge zwischen Triptis und Ziegenrück

Die Oberlandbahn soll nach Aussagen des derzeitigen Pächters Deutsche Regionaleisenbahn 2014 zwischen Triptis und Ziegenrück wieder fahren. Landrat Thomas Fügmann (CDU) zweifelt Aussagen zum Bau der Brücke bei Moßbach an.

Draisinenfahrten zwischen Lückenmühle und Ziegenrück gehören nun schon einige Jahre zu den Attraktionen in der Region, die viele Fahrgäste anziehen. Foto: Uwe Lange

Draisinenfahrten zwischen Lückenmühle und Ziegenrück gehören nun schon einige Jahre zu den Attraktionen in der Region, die viele Fahrgäste anziehen. Foto: Uwe Lange

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Ziegenrück. Die Oberlandbahn soll ab 2014 auf dem Abschnitt Triptis-Ziegenrück wieder fahren. Das behauptete Gerhard J. Curth, Geschäftsführer der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE), anlässlich einer internen Beratung in Ziegenrück am vergangenen Donnerstag, zu der der Tourismusverbund Rennsteig-Saaleland e.V. den Landrat, Vertreter der Regionaleisenbahn, den Oberlandbahnverein, ansässige Unternehmen sowie Kommunalpolitiker in das Wasserkraft-Museum eingeladen hatte.

Wie das Landratsamt im Ergebnis der Zusammenkunft mitteilt, wurden Konzepte zur Wiederaufnahme des touristischen Personenzugverkehrs zwischen Triptis und Ziegenrück durch die DRE und zur touristischen Weiternutzung der Strecke durch den Thüringer Oberlandbahnverein vorgestellt.

Knackpunkt für eine geplante Inbetriebnahme der Oberlandbahn, vorerst auf der Strecke Triptis-Ziegenrück, ist die nichtvorhandene Eisenbahnbrücke bei Moßbach. DRE-Geschäftsführer Gerhard J. Curth habe den Teilnehmern versichert und sogar einen Flyer verteilt, dass die Brücke bei Moßbach – entsprechend abgeschlossener Verträge – nächstes Jahr gebaut wird und eine Inbetriebnahme der Strecke zum Fahrplanwechsel schon 2014/2015 möglich sein könnte. Diesen Optimismus konnten nicht alle Teilnehmer an der Beratung teilen, heißt es aus dem Landratsamt.

So zweifelt Landrat Thomas Fügmann (CDU) den Bau der Eisenbahnbrücke an, die zwischen vier und sechs Millionen Euro kosten würde. Bisher, so Fügmann, deute nichts auf einen Bau hin. Ungeachtet dessen vertrete der Landkreis jedoch den Standpunkt, dass die Strecke reaktiviert werden sollte. Entscheidend dafür sei jedoch eine Anbindung der Strecke an das Gleisnetz in Triptis und der Bau der Eisenbahnbrücke bei Moßbach.

Schon jetzt werden Teile der Strecke durch den Verein Thüringer Oberlandbahn e.V. mit Draisinen befahren und so touristisch genutzt. Mit drei eigenen und zusätzlich gemieteten Draisinen werden derzeit rund 2500 Fahrgäste im Jahr befördert, heißt es.

In diesem Zusammenhang stellte Jens Tiersch, Geschäftsführer der Firma Elvec in Schleiz, die weltweit erste, neu entwickelte Pedelec-Draisine mit Elektroantrieb aus Schleiz vor. Ihre Besonderheiten: Steigfähigkeit bis vier Prozent, Einzigartigkeit in Form und Funktion, geringes Gewicht und leicht zu bedienen. Ihr Einsatz würde zum Erhalt der Strecke, zur Weiterentwicklung touristischer Strukturen und zur Entlastung der Umwelt beitragen, erklärte Jens Tiersch.

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde wollen sich im Frühjahr erneut treffen, wenn eine Inbetriebnahme der Strecke Ziegenrück-Triptis geklärt ist. An den Tourismusverbund erging der Auftrag, bis zu diesem Zeitpunkt ein Konzept zu erarbeiten, wie die Anbindung des touristischen Knotenpunktes Ziegenrück in die Fläche "Thüringer Meer" erreicht werden kann.

Steffen Pötzscher, Vorsitzender des Vereines Thüringer Oberlandbahn, sieht nach der Zusammenkunft gute Aussichten, dass die Teilung der Strecke in Zugbetrieb zwischen Triptis und Ziegenrück sowie Draisinenfahrten zwischen Lückenmühle und Ziegenrück funktioniert. Allerdings setze das voraus, dass die Deutsche Regionaleisenbahn ihre Zusagen einhält

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