Route durch Saalburg ist keine Umleitungsstrecke

Saalburg  Firmen legen Wert auf Einhaltung der Brücken-Gewichtsbegrenzung

Wo Mercer draufsteht, steckt nicht immer Mercer drin. Wenn das Unternehmen seine Sattelauflieger verkauft, ändern die neuen Eigentümer nicht unbedingt die Werbeaufschriften.

Wo Mercer draufsteht, steckt nicht immer Mercer drin. Wenn das Unternehmen seine Sattelauflieger verkauft, ändern die neuen Eigentümer nicht unbedingt die Werbeaufschriften.

Foto: Harald Häßner

Die größten holz- und hobelspanverarbeitenden Firmen in der Region – Mercer Holz und HVT – legen größten Wert darauf, dass deren eigene Lkw-Fahrer wie auch jene von beauftragten Speditionen die Gewichtsbegrenzung auf der Saalburger Stauseebrücke respektieren. Dies wurde in dieser Woche mit Nachdruck erklärt.

„Wer voll beladen über diese Brücke fährt, bekommt von uns keinen Auftrag mehr“, kündigte Mercer Holz weitreichende Konsequenzen für den Fall an, dass einzelne Fahrer beauftragter Speditionen die Gewichtsbegrenzung missachten. Allerdings sei derzeit kein konkreter Fall bekannt. Zu Bildern, die von einem Anwohner gemacht worden sind und einen beladenen Sattelauflieger mit der Aufschrift „Mercer Holz“ zeigen, gibt es seitens des Unternehmens die Feststellung, dass dieser Auflieger vor geraumer Zeit verkauft worden war. „Wenn wir unsere Auflieger verkaufen, entfernen viele der Käufer nicht die Beschriftung“, heißt es seitens Mercer. Bestätigt hat sich, dass der abgebildete Lkw am Vormittag des 17. Mai in Friesau beladen worden war und somit den Weg durch Saalburg nicht hätte nehmen dürfen. Die von Anwohnern vorgebrachten Beschwerden würden zum Anlass genommen, um nochmals alle firmeneigenen Disponenten wie auch jene der Rundholz-Speditionen nachdrücklich darauf hinzuweisen, die Gewichtsbegrenzung auf der Stauseebrücke zu respektieren.

Seitens des Unternehmens Hobelspanverarbeitung (HVT) in Dittersdorf wird ebenfalls betont, dass sich die Fahrer des eigenen Fuhrparks strikt an diese Gewichtsbegrenzung zu halten haben. „Das heißt, dass die Lastzüge leer durch Saalburg nach Friesau fahren und nach der Beladung den Weg über Saaldorf zu nehmen haben“, wurde mitgeteilt. Die eigenen Lastwagen seien an der Firmenaufschrift zu erkennen. Nicht bürgen könne man für fremde Lieferanten. „Die Verantwortung liegt bei den Fahrern“, wurde betont, „ihnen sollte bewusst sein was sie riskieren, wenn sie erwischt werden.“

Unterdessen war per Facebook unserer Zeitung mitgeteilt worden, dass die Verkehrszeichen mit der Gewichtsbegrenzung im Mai abgedeckt gewesen seien und offenbar aufgrund der Vollsperrung der B 90 bei Blintendorf eine Umleitungsstrecke durch Saalburg geführt habe. Dies entspricht allerdings nicht den Tatsachen. Wie das Verkehrsamt Saale-Orla auf Nachfrage erklärte, gab es seit Bestehen der Gewichtsbegrenzung – das ist Dezember 2008 – nie eine andere verkehrsrechtliche Anordnung. Schon gar nicht sei die Route durch Saalburg als Umleitungsstrecke ausgewiesen worden. Sollte da also jemand eigenmächtig Verkehrszeichen abgedeckt haben, käme das der Straftat des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr gleich.