Tempo 30 und ein lästiger Schleichweg in Reichmannsdorf

Reichmannsdorf  Die Reichmannsdorfer Verkehrsprobleme spielen bei der Einwohnerversammlung im „Rotschnabelnest“ eine große Rolle.

In der Straße am Biehl in Reichmannsdorf, die von der B 281 in Richtung Gösselsdorf/Gräfenthal führt, gilt seit einigen Tagen eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30. Das von den Anwohnern langersehnte Tempolimit ist bereits mehrmals von der Polizei überwacht worden.

In der Straße am Biehl in Reichmannsdorf, die von der B 281 in Richtung Gösselsdorf/Gräfenthal führt, gilt seit einigen Tagen eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30. Das von den Anwohnern langersehnte Tempolimit ist bereits mehrmals von der Polizei überwacht worden.

Foto: Thomas Spanier

Die meisten Kraftfahrer kennen Reichmannsdorf als Durchfahrtsort der Bundesstraße 281. Seit die vor ein paar Jahren saniert wurde, gibt es einen ordentlichen Belag und breite Fußwege mit Straßenbeleuchtung. Und die Engstelle an der Kirche, wo es gern mal krachte, wurde durch eine Ampel entschärft. So weit die gute Nachricht.

Der Umleitungsverkehr während der Bauarbeiten an der Bundesstraße hat aber auch die Schwachstellen im Reichmannsdorfer Verkehrsgefüge gezeigt. Am Biehl, wo bis zum vergangenen Herbst wegen der Sperrung in Schmiedefeld Tausende Fahrzeuge pro Tag in Richtung Gösselsdorf, Gräfenthal und Piesau durchfuhren, gibt es weder Gehsteige für die Fußgänger noch Ausweichstellen für den Begegnungsverkehr. „Gefährlich vor allem für Kinder und Senioren“ sei das erhöhte Verkehrsaufkommen gewesen, so Ortsteilbürgermeisterin Antje Büchner.

Deshalb war die Freude in Reichmannsdorf groß, als nun die langersehnte Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 am Biehl genehmigt wurde. Damit sich das Tempolimit gleich mal im Gedächtnis der Pendler festsetzt, hat die Polizei umgehend mit Kontrollen begonnen. Wie man hört, blitzte es in der engen Straße ein paar Mal gewaltig. Auch Ortskundige mussten bereits für die alte Gewohnheit zahlen.

Holger Schulz, seit Anfang Februar Leiter des Inspektionsdienstes Saalfeld der Polizei, schilderte zur jüngsten Einwohnerversammlung im „Rotschnabelnest“ die Situation auf der Saalfelder Höhe aus Sicht der Polizei. So habe es – nach null Vorkommnissen im Jahr 2017 – im vergangenen Jahr eine Körperverletzung und zwei Sachbeschädigungen gegeben, etwa durch zerstochene Reifen. Was sehr wenig sei.

„Der ländliche Raum hat eine gute Sozialkontrolle“, sagte der Polizeioberrat. Unfälle habe es in Reichmannsdorf zuletzt fünf gegeben, davon vier Bagatellunfälle. „Für die Verkehrslast auf der B 281, die auch als Entlastungsstrecke zur A 73 dient, ist relativ wenig passiert“, so Schulz.

Kai-Uwe Koch, Ordnungsamtschef in Saalfeld, konnte das gleich mit Zahlen unterlegen, weil man durch den Einsatz eines „Smiley“-Displays in Reichmannsdorf entsprechende Daten gewinnen konnte. Die harmlos wirkende Anzeigetafel misst nämlich auch im ausgeschalteten Zustand die Zahl der Fahrzeuge und deren Geschwindigkeit.

Dabei seien gut 5000 Fahrzeuge am Tag nicht viel mehr als an manchen Stellen in Saalfelds Innenstadt, die gefahrenen Geschwindigkeiten aber durchaus bedenklich. So wurde in der Ortslage ein Durchschnittstempo von 57 ermittelt, die Höchstwerte lagen bei 127 Stundenkilometern in der einen und 110 in der anderen Richtung.

Hier will die Polizei künftig ebenso Präsenz zeigen wie mit Laserpistolen im Bereich des Wohngebietes Obere Burg, das laut eines Anwohners von Nutzern der Straße von und nach Meura als Umfahrung der Engstellenampel genutzt wird. „Nach drei Jahren Umleitung wissen viele Leute, wie man da durchkommt“, sagte der Mann. Wie auch am Biehl gebe es in dem Bereich aber keine Bürgersteige und Kinder müssen auf der Straße zur Schulbushaltestelle laufen.

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