Thüringen gibt doch Millionenförderung für Jena-Leipzig-Express

Jena  Ministerpräsident Bodo Ramelow dementiert Aussagen des Infrastrukturministeriums: Für zusätzliche Züge hat Thüringen ab Ende 2018 Geld eingeplant.

Ab Ende 2018 sollen jährlich fünf Millionen Euro zusätzlich bereitstehen, um den Franken-Thüringen-Express bis nach Leipzig zu verlängern.

Ab Ende 2018 sollen jährlich fünf Millionen Euro zusätzlich bereitstehen, um den Franken-Thüringen-Express bis nach Leipzig zu verlängern.

Foto: Tino Zippel

Nach der Absage des verlängerten Franken-Thüringen-Express aus dem Infrastrukturministerium hat sich Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) gemeldet: Er versichert, dass ab Ende 2018 jährlich fünf Millionen Euro zusätzlich bereitstehen, um den Franken-Thüringen-Express bis nach Leipzig zu verlängern. So sollen die Städte Saalfeld und Jena doch einen schnelleren Anschluss an Leipzig erhalten.

„Gern hätten wir die Verlängerung bereits ab Ende 2017 realisiert“, sagt Ramelow dieser Zeitung. Aber eine Baustelle in Sachsen-Anhalt schränke die Kapazität der Strecke ein, so dass kein zusätzlicher Zug möglich sei, ohne andere Nahverkehrslinien zu gefährden. Deshalb habe er dem Infrastrukturministerium den Auftrag erteilt, für das nächste Fahrplanjahr eine andere Lösung als den Franken-Thüringen-Express zu entwickeln, um eine schnelle Anbindung von Jena an Leipzig sicherzustellen. „Zur Not müssen Busse eingesetzt werden.“

Für die Verlängerung des Franken-Thüringen-Express ab Ende 2018 bis 2023 plant das Land jährlich fünf Millionen Euro Fördergeld ein. Das Infrastrukturministerium hatte noch am Mittwoch mitgeteilt, dass das Finanzministerium kein zusätzliches Geld gebe. Das dementiert Ramelow und verweist auf Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der diesen Betrag mit Finanzministerin Heike Taubert (SPD) verhandelt habe.

Aktuell verkehrt der Franken-Thüringen-Express aller zwei Stunden von Nürnberg bis Jena. Wenn der Nahverkehrszug bis Leipzig verlängert wird, ergibt sich gemeinsam mit der parallelen Abellio-Linie ein Ein-Stunden-Takt in die Messestadt. Geplant ist, dass die Fahrzeit ab Jena bei 60 Minuten liegt. Die bislang geplanten Züge sind wegen vieler Halte im Leipziger Umland 80 Minuten unterwegs – und damit nicht konkurrenz­fähig mit dem Auto.

Jena-Göschwitz als Umsteigebahnhof

Ab 2023 soll auf der Saalbahn eine neue Intercity-Linie der Deutschen Bahn verkehren. „Bis dahin wollen wir uns als Land dafür engagieren, dass Jena und Saalfeld gut angebunden bleiben“, versichert der Regierungschef. Ramelow strebt an, den Bahnhof Jena-Göschwitz zum Umsteigeknoten zu etablieren. Dort kreuzt die geplante Intercity-Linie mit der Mitte-Deutschland-Schiene, auf der Intercity von Gera in Richtung Westdeutschland fahren sollen.

Dafür wird die Bahnstrecke zwischen Weimar und Gößnitz elektrifiziert. Noch vor der Bundestagswahl im September kommt Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nach Ostthüringen, um den Vertrag für den Ausbau zu unterschreiben, kündigt Ramelow an.

Doch keine Zusatzzüge Jena–Leipzig

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.