Bratwurstmuseum: Arnstadt will Investor kontaktieren

Holzhausen  Der bisheriger Inhaber versichert: Der Verein der Freunde der Thüringer Bratwurst bleibt auch künftig in Holzhausen.

Auch in diesem Jahr wird das Feuer für die Rostkultur, die am 16. März auf dem Domplatz in Erfurt stattfindet, in Holzhausen entzündet.

Auch in diesem Jahr wird das Feuer für die Rostkultur, die am 16. März auf dem Domplatz in Erfurt stattfindet, in Holzhausen entzündet.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Gut anderthalb Wochen ist es her, dass die Initiatoren des Bratwurstmuseums den Umzug von Holzhausen nach Mühlhausen angekündigt haben. Ruhe ist seither nicht eingekehrt. Sowohl im Ilm-Kreis, als auch am Rand des Hainichs ist die Entscheidung Stadtgespräch. Journalisten aus aller Welt baten um Interviews. Denn der neue Standort hat eine lange Geschichte. Unter anderem befand sich auf dem einstigen Kasernengelände ein KZ-Außenlager. Ein unpassender Ort für einen Themenpark rund um die Bratwurst, befanden viele Thüringer.

Darauf reagierte mittlerweile auch der Investor Jan Kratochwil, dem das einstige Kasernengelände gehört. „Auch wenn das Bratwurstmuseum, unter Würdigung aller jetzt bekannten Tatsachen, am ursprünglich vorgesehenen Standort nicht umsetzbar ist, halte ich an meiner Absicht, dem Bratwurstmuseum in Mühlhausen eine neue Heimat zu geben, fest“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Gemeinsam mit der Stadt Mühlhausen arbeite er an einer alternativen Lösung, ließ er wissen.

Interesse am Museum wurde auch aus Nordhausen bekundet. Im dortigen Ortsteil Sundhausen, unweit der A 38, gibt es den so genannten Scheunenhof, dessen Gelände man nutzen könne, um einen neuen Museumsstandort zu etablieren, so eine Offerte aus dem Norden. Ambitionen, diesen Standort tatsächlich anzunehmen, gibt es indes nicht.

Ganz verloren geben Landrätin Petra Enders (Linke) und Arnstadts Bürgermeister Frank Spilling (pl.) den Kampf um die Touristenattraktion aber noch nicht. Erst in dieser Woche betonten sie, sie seien offen für neue Gespräche, auch ein passendes Grundstück am Ortsrand der Bachstadt gebe es. Spilling kündigte an, in der kommenden Woche Jan Kratochwil anrufen zu wollen. Vielleicht, so seine Hoffnung, lässt sich der Mühlhäuser ja auch zu einer Investition im Ilm-Kreis bewegen.

Missverständlich kam indes in Holzhausen die Aussage der Landrätin an, dass man das unschätzbare Engagement des Bratwurstvereins und des Museums im Kreis halten wolle. „Der Verein behält seinen Sitz in Holzhausen“, betonte Thomas Mäuer, der bisherige Inhaber des Bratwurstmuseums. Auch die Wurstmanufaktur und der Herkunftsverband Thüringer Wurst und Fleisch zögen nicht mit nach Mühlhausen um. Die Mitglieder wollen und werden sich wie gewohnt in Veranstaltungen im Ilm-Kreis einbringen. Dazu gehören das Seifenkistenrennen, die Genusswanderungen auf dem „Weg vom Bier zur Bratwurst“ oder auch die Rostkultur in Erfurt, die Mitte März durchgeführt wird.

Der Verein sei und bleibe in der Region verwurzelt, betonte Thomas Mäuer. Daran ändere auch der künftige Standort des Museums nichts. Diese Tatsache gehe aber in der derzeit hitzig geführten Debatte leider unter, bedauerte er.

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