Chaos im Wintersport-Paradies: „Diese Verkehrssituation war lebensgefährlich“

Gehlberg  Das vergangene Wochenende bot für alle Wintersportler in Thüringen traumhafte Bedingungen. Allerdings reichten vielerorts die Parkplatz-Kapazitäten bei weitem nicht aus, wodurch es teilweise zu chaotischen Szenen kam.

Ähnliche Szenen gab es auch schon im vergangenen Winter: Verkehrschaos auf der Straße von Gehlberg zur Schmücke. Archiv-

Ähnliche Szenen gab es auch schon im vergangenen Winter: Verkehrschaos auf der Straße von Gehlberg zur Schmücke. Archiv-

Foto: Bergwacht Gehlberg

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„Diese Verkehrssituation war lebensgefährlich“, sagt Mike Schmidt, Leiter der Bergwacht Gehlberg. Rund um den Schneekopf und die Schmücke waren am Wochenende alle Zufahrtswege zugeparkt. „Wenn etwas passiert wäre, hätten wir keine Chance gehabt, an den Unglücksort zu kommen“, schildert der Bergwachtchef die chaotischen Verhältnisse. Auch die Feuerwehr wäre nicht durchgekommen.

Politiker sind nun gefragt

Das Problem sei jedoch nicht neu. „Diese Situation haben wir jedes Jahr, wenn das Wetter schön ist und genug Schnee liegt. Und nicht nur hier, sondern eigentlich auf dem ganzen Rennsteig“, erklärt Mike Schmidt. Deswegen sei auch die Politik gefragt. Er wolle das Problem im Suhler Stadtrat ansprechen und fordert, dass zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen werden.

Da diese aktuell jedoch noch nicht da sind, appelliert er an die Vernunft der Autofahrer. Wer Zufahrtswege zuparke, nehme billigend in Kauf, dass Menschen im Notfall nicht rechtzeitig geholfen werden könne. „Für mich ist das ein Straftatbestand“, macht Mike Schmidt seinem Ärger Luft.

Polizei drückt beide Augen zu

Auch im Skigebiet Wegscheide/Adlersberg/Kalte Herberge war der Andrang auf das Wintersport-Vergnügen groß. Auch hier platzten die Parkplätze aufgrund des Bilderbuchwetters bereits am Vormittag schon aus allen Nähten. Dies führte dazu, dass einige Autofahrer ihre Pkw einfach auf der Straße abstellten. Wie das Nachrichtenportal „ insuedthueringen“ berichtet, drückte die Polizei an diesem Tag wohl beide Augen zu.

Das gleiche Bild in und um Oberhof herum: Wildparkende Wintersportler sorgen für ein Verkehrschaos. Am Sonntagmittag ging hier zeitweise nichts mehr, weder vor noch zurück. Der Verkehr aus Richtung Zella-Mehlis staute sich auf zwei Spuren.

Die Wintersportorte Siegmundsburg, Limbach und Neuhaus am Rennweg im Landkreis Sonneberg berichteten das Gleiche: Die Parkplätze reichten nicht aus. Zumindest in Neuhaus will man Konsequenzen aus dem Parkplatzchaos ziehen. Laut „insuedthueringen“ sind bereits seit Montag die Mitarbeiter vom Bauhof damit beschäftigt, Schnee für zusätzlichen Parkraum aus dem Ort zu fahren.

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