Darmstädter Verein sucht in Region Burgk nach Verbleib eines Leinwandstückes

Burgk/Darmstadt  Der Verein „Freunde des Schlossmuseum Darmstadt“ setzt große Hoffnungen auf die Menschen im Umkreis von Schloss Burgk, um ein herausgeschnittenes und verschwundenes Leinwandstück aus einem bedeutenden, 229 mal 380 Zentimetern großen Gemälde wiederzufinden.

Wer weiß, wo der fehlende Ausschnitt dieses Gemäldes zu finden ist? Es handelt sich um eine 1747 geschaffene Panoramaansicht mit dem Titel "Prospect von dem Meliboco und dessen Gegend" des Darmstädter Malers Johann Tobias Sonntag (1716-1774) Foto: Freunde des Schlossmuseum Darmstadt

Wer weiß, wo der fehlende Ausschnitt dieses Gemäldes zu finden ist? Es handelt sich um eine 1747 geschaffene Panoramaansicht mit dem Titel "Prospect von dem Meliboco und dessen Gegend" des Darmstädter Malers Johann Tobias Sonntag (1716-1774) Foto: Freunde des Schlossmuseum Darmstadt

Foto: zgt

Defektes Gemälde soll wiederhergestellt werden

Es handelt sich um eine 1747 geschaffene Panoramaansicht der Landschaft an der Bergstraße und in der Rheinebene mit dem Titel "Prospect von dem Meliboco und dessen Gegend" des Darmstädter Malers Johann Tobias Sonntag (1716-1774), wie Vereinsvorsitzender Carl-Christof Gebhardt mitteilt. In der unteren Mitte ist ein Stück Leinwand offensichtlich sorgfältig herausgeschnitten worden. Dargestellt waren an dieser Stelle ein Schimmel sowie ein Mann in einer bunten Uniform, ein so genannter Hajduk.

"Die geraden Schnitte legen die Vermutung nahe, dass die beiden Darstellungen dekorativen Zwecken dienen sollten", so Carl-Christof Gebhardt. Jetzt möchten die Freunde des Schlossmuseums der ereignisreichen Geschichte des Gemäldes ein letztes Kapitel hinzufügen und hoffen, dass auch dieses Bildteil wieder auftaucht. Das Ölgemälde ist mit sehr vielen Kunstgütern im vorletzten Jahr des Zweiten Weltkrieges aus Angst vor Bombardierung von Darmstadt aus in den vermeintlich sicheren Osten geschickt wurden. "Am Bestimmungsort, dem schlesischen Schloss Fischbach, kommen sie nie an. Ein Teil der Gemälde bleibt jahrzehntelang verschollen", so der Vereinsvorsitzende. Seinen Angaben zufolge sollen Kunstwerke von russischen Soldaten beschlagnahmt und später der DDR übergeben worden sein.

Das Gemälde blieb zunächst verschollen und wurde 1997 auf dem Dachboden von Schloss Burgk in katastrophalem Zustand wieder aufgefunden. Das bestätigt auch die heutige Leiterin des Museums auf Schloss Burgk, Sabine Schemmrich. Neben den 14 Gemälden, die im Rittergang ausgestellt und im ­Juli 1993 sowie Februar 1996 nach Darmstadt zurückgegeben wurden, habe Schloss Burgk in den letzten Kriegsjahren auch jede Menge rahmenlose, gerollte Bilder aufgenommen. In den Kriegswirren, als das Schloss auch mehreren Dutzend Kriegsflüchtlingen aus dem Ruhrgebiet Unterschlupf bot, und zu DDR-Zeiten seien nicht alle Kunstwerke so gelagert worden, wie man es sich heute wünscht, sagte Sabine Schemmrich. Wie es dazu kam, dass mutmaßlich nach Auffinden auf dem Dachboden im Jahr 1997 ein Stück aus dem Gemälde geschnitten wurde, sei ihr unerklärlich. In den 90er-Jahren wurde das Dach des Schloss-Nordflügels neu gedeckt. Das Museum habe dieses Gemälde Ende 1997 nach Darmstadt zurückgegeben.

Seit 2015 sammelt der Darmstädter Verein Spenden zur Wiederherstellung des Werkes.

Über Hinweise freuen sich: Freunde des Schlossmuseum Darmstadt e.V., Carl-Christof Gebhardt, Moosbergstraße 58, 64287 Darmstadt, Telefon (06151) 49 23 151, info@freunde-des-schlossmuseum-darmstadt.de