„Der Geist von Zeiss, Abbe und Schott“ – Vereinspreis in Jena verliehen

Jena  Der ASB Jena, der Komme e.V. und der Traditionsverein Schorba sind die Gewinner des Vereinspreises.

Stolze Sieger: Der ASB-Vorstand Jens Dawczynski, Sandra Hillesheim vom Traditionsverein Schorba, Christian Gensert vom Komme e.V. (vorn, von links) und ihre Mitstreiter  freuten sich mit den Züblin-Verantwortlichen Gerald Endlich und Michael Stange sowie mit OB Thomas Nitzsche. 

Stolze Sieger: Der ASB-Vorstand Jens Dawczynski, Sandra Hillesheim vom Traditionsverein Schorba, Christian Gensert vom Komme e.V. (vorn, von links) und ihre Mitstreiter  freuten sich mit den Züblin-Verantwortlichen Gerald Endlich und Michael Stange sowie mit OB Thomas Nitzsche. 

Foto: Thorsten Büker

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Unternehmer, die sich ihrer sozialen Verantwortung stellen: Das sind die Verantwortlichen von Züblin in Jena, Gerald Endlich und Michael Stange. Angesichts der Verleihung des 18. Vereinspreises mit einem Preisgeld von insgesamt 6000 Euro fühlte sich OB Thomas Nitzsche (FDP) im Stadtteilzentrum Lisa an den „Geist von Zeiss, Abbe und Schott“ erinnert.

Der ASB Jena, der Komme e.V. und der Traditionsverein Schorba sind die Gewinner des diesjährigen Vereinspreises, wobei Leser unserer Zeitung erstmals online einen Sieger küren durften und der Traditionsverein die meisten Stimmen bekam. Neben Nitzsche, Endlich und Stange war auch unserer Zeitung in der Jury vertreten. Die Vereine teilten sich das Preisgeld: Der Komme will das Projekt „Kitchen in the Klex“ fortsetzen und der Heimatverein muss seine Schorba-Chronik finanzieren. Ganz andere Ziele hat der Arbeiter-Samariter-Bund: Mit dem Geld solle einer alleinstehenden Mutter mit ihren vier Kindern – eines davon sei schwer krank – ein Kurzurlaub an der Ostsee ermöglicht werden, sagte ASB-Geschäftsführer Rene Zettlitzer. Alle drei Vereine leben Solidarität: Darum ging es beim Vereinspreis in diesem Jahr.

Traditionsverein Schorba

Ein recht junger Verein in einem kleinen Ortsteil von Bucha: Das ist der Traditionsverein Schorba, der sich der Heimatpflege und Heimatkunde verschrieben hat. Aktuell arbeiten die Vereinsmitglieder an der Gestaltung des Dorfplatzes, um einen zentralen Treffpunkt für Spielnachmittage und größere Feste zu realisieren. 2019 ist der Bau eines traditionellen Lehmbackofens geplant, der bei künftigen Dorffesten eine zentrale Rolle spielen soll. Eine Festwoche im Mai wird ein Jubiläum würdigen, gilt es doch 676 Jahre Schorba zu feiern. Ein Fest aller Schorbschen, von Schorbschen für Schorbsche und ihre Gäste. „Jeder Haushalt überlegt, wie er sich engagieren kann. Das motiviert uns alle, und so sind wir in Schorba über die Vereinsgrenzen hinaus zusammengewachsen“, heißt es in dem Bewerbungsschreiben.

Der Wünschewagen

Letzte Wünsche wagen: Genau dieses Vorhaben unterstützt das Projekt „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes Jena. Denn wenn das Leben sich dem Ende zuneigt, treten oftmals unerfüllte Träume in den Vordergrund. Doch gerade schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase sind häufig nicht mehr in der Lage, sich auf den Weg zu machen, um Versäumtes nachzuholen, noch einmal wichtige Menschen wiederzusehen und das Leben in Ruhe hinter sich zu lassen.

Der Wünschewagen ist ein Ort, an dem traurige, fröhliche, schöne und sehr bewegende Momente ganz dicht bei einander liegen. Eine Chance für Menschen in ihrer letzten Lebensphase, einen Ort zu erreichen, den man zu Fuß, im Krankenbett und mit dem eigenen Auto nicht mehr erreichen kann.

Das Wunschziel bleibt dabei ganz dem Fahrgast überlassen: ob ans Meer, zu einem Konzert oder zur Taufe der Enkelin. Die Wunschanfragen können entweder vom Wünschenden selbst oder einem Angehörigen gestellt werden. Wichtig für die Realisierbarkeit ist, dass der Fahrgast transportfähig ist. Der ASB in Jena wurde 1990 gegründet. Den Kreisverband Jena unterstützen derzeit 2900 Mitglieder.

Lobeda isst und ist vielfältig

Über sechs Wochen brachte das Projekt „Kitchen on the run“ in Jena-Lobeda mit gemeinsamen Kochabenden Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Insbesondere Stadtteilbewohner mit Fluchterfahrung nahmen gern und zahlreich am Projekt teil. Das Team des Trägervereins „Über den Tellerrand e.V.“ war mit der Intention angetreten, dass sich auch nach dem mobilen Kochprojekt Mensch zusammenfinden, die die Idee des gemeinsamen Kochens und der damit verbundenen Begegnung fortführen. Bei mehreren Treffen mit Interessierten wurden mögliche Orte und Rahmenbedingungen besprochen, das Kinder- und Jugendzentrum Klex des Komme e.V. hat sich dabei als besonders geeignet herausgestellt.

Der Zuspruch seitens der Besucher ist so groß, dass bereits über eine Durchführung im 14 tägigen Rhythmus diskutiert wird. Jedoch fehlen hierfür die finanziellen Mittel, um die materiellen und personellen Ressourcen bereit zu stellen. Vorgeschlagene Rollen bzw. Aufgaben wie Ansprechpartner für Kooperationen, Finanzen, Botschafter und Brückenbauer müssen weiter ausgefüllt werden. Verbindungen zum „Satellitennetzwerk“ von „Über den Tellerrand“ kann sicher eine Unterstützung dabei sein, zunächst gilt es aber, die Gesamtorganisation in Eigenregie aufzubauen.

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