Einrichtungen schließen im Altkreis Apolda wegen Coronavirus

Altkreis Apolda.  Übersicht über öffentliche und private Einrichtungen in Apolda, Bad Sulza und Ilmtal-Weinstraße, die von Schließung betroffen sind.

Symbolfoto: Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere öffentliche Einrichtungen, aber auch private Einrichtungen geschlossen werden müssen.

Symbolfoto: Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere öffentliche Einrichtungen, aber auch private Einrichtungen geschlossen werden müssen.

Foto: Martin Gerlach

Die Reaktionsketten auf die Corona-Pandemie haben auch im Altkreis Apolda offenbar noch nicht ihr Ende gefunden. Die neuen Allgemeinverfügungen des Freistaates – zuletzt vom Samstagmorgen, welche Veranstaltungen über 50 Personen untersagt – sowie des Landkreises Weimarer Land haben auf städtische und Gemeinde-Einrichtungen Auswirkungen sowie auf die Verwaltungen selbst.

Mit Stand von Sonntagmittag gibt aktuell einen bestätigten Fall einer Covid-19-Erkrankung im Landkreis Weimarer Land. An dieser Stelle sollen neuerliche Informationen umrissen werden:

Apolda schließt Museum und Bibliothek – weitere Einrichtungen könnten folgen

Für die Stadt Apolda bedeutet die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, dass das Glockenstadtmuseum ab einschließlich Montag für unbestimmte Zeit geschlossen ist. Gleiches gilt für die Stadtbibliothek, erklärte Apoldas Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand am Freitagnachmittag auf Nachfrage dieser Zeitung. Was bereits ausgeliehene Medien der Bibliothek angeht, sollen diese automatisch als verlängert gelten. Eine Abgabe sei jedoch weiterhin über den externen Bücherbriefkasten möglich. Die Funktion der „Onleihe“ sei von der Schließung nicht betroffen.

Was die städtischen Unternehmen anbelange, informierte Rüdiger Eisenbrand, dass die Wohnungsgesellschaft Apolda (WGA) über Maßnahmen berate. Welche das seien, stand am Freitag noch nicht fest. Auch bei der Apoldaer Beteiligungsgesellschaft (ABG) stünden Beratungen an. So soll etwa das Schwimmbad mit Stand vom Freitagnachmittag noch bis einschließlich Montag geöffnet sein. Am selben Tag solle dann über eine mögliche Sportstätten-Schließung gesprochen werden.

Zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern greifen auch die Energieversorgung Apolda (EVA) und Energienetze Apolda (ENA) zu Präventionsmaßnahmen. So bleibe das Kundenzentrum am Heidenberg ab Montag geschlossen. Barzahlungen würden daher auch nicht mehr entgegengenommen. Die Kunden sollten Einzahlungen per Überweisung vornehmen. Der Automat zur Buchung von Zahlung auf dem Vorinkassozähler stehe montags und freitags von 9 bis 10 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 16 bis 17 Uhr zur Verfügung. Der Zugang erfolge über den Hauseingang an der Straßenseite. Telefonisch sei die Erreichbarkeit jedoch zu den gewohnten Öffnungszeiten weiterhin gewährleistet, auch bleibe das Havarie-Team im vollem Umfang im Einsatz.

Ebenfalls am Montag trifft auch der Stab der Stadt im Rathaus Apolda zusammen und berät über weitere Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter. Ob dies mit verkürzten oder geschlossenen Ämtern einhergehe, das stand am Freitag noch nicht fest.

RKK Apolda und Reha-Zentren in Bad Sulza reagieren auf Gefahr durch Coronavirus

Öffentlich bekannt machen will das Robert-Koch-Krankenhaus Apolda (RKK) zum Wochenbeginn, wie künftig Besucherverkehre kontrolliert werden können und welche Auswirkungen auf den Krankenhausbetrieb die aktuelle Corona-Pandemie hat. Co-Geschäftsführer Uwe Koch will dieser Zeitung die Maßnahmen in einem Pressegespräch am Montag vorstellen.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen haben auch die Reha-Kliniken in der Kurregion ergriffen und die allgemein hohen Hygienevorschriften noch weiter verstärkt. So hat die Sophienklinik Bad Sulza vorübergehend einige ihrer ambulanten Gesundheits- und Präventionsangebote ausgesetzt. Betroffen davon sind das Solethermalbad, die Sauna, Präventionsgruppen und das Babyschwimmen. Rehasport findet nach Absprache statt. Besuche seien weitgehend zu reduzieren. Die Einschränkung gilt zunächst bis zum 19. April.

Auch das Klinikzentrum Bad Sulza hat den Reha-Alltag unter die Lupe genommen, um Ansteckungsrisiken zu minimieren. So sind alle Therapien für externe Patienten ausgesetzt. Betroffen sind davon Rezeptpatienten, Nachsorgepatienten, Präventionsgruppen sowie Patienten aus der Seniorenresidenz Bella Vista und des Rehasportvereins. Dies gilt seit Freitag für zunächst zwei Wochen. Alle anderen Rehabilitanden werden täglich medizinisch auf Symptome überwacht.

Um ein Einschleppen von Viren in das Klinikzentrum zu verhindern, dürfen Patienten die Therme nicht mehr nutzen. Für den normalen Besucherverkehr hat die Toskana Therme nach aktuellem Informationsstand vom Freitagnachmittag hingegen regulär geöffnet.

Covid-19-Erkrankung hat Auswirkungen auf Senioren- und Pflegeheime im Altkreis

Seit Freitagnachmittag gilt außerdem ein Beschluss des Thüringer Landesverwaltungsamtes, der an alle Träger, stationären Einrichtungen und besondere Wohnformen für Menschen mit Behinderung ergangen ist. Demnach seien Besucher für die Bewohner ab sofort nicht mehr zuzulassen.

Die Regelung für die Heime gelte laut DRK-Kreisverband Apolda auch für externe Mitarbeiter – wie etwa Friseure, Podologen und Therapeuten. In begründeten Härtefällen könnten Einrichtungsleiter aber Ausnahmen zulassen, müssten dann aber alle notwendigen Vorkehrungen treffen, dass keine Infektionsgefahr für die Bewohner bestehe.

Bad Sulza und Ilmtal-Weinstraße diskutieren über verkürzte Behördenöffnungszeit

Auch im Rathaus der Landgemeinde Stadt Bad Sulza werden Maßnahmen ergriffen, die sich auf das öffentliche Leben auswirken. So ist das Heimatmuseum bis zum 19. April geschlossen. Am Montag soll es zudem eine Absprache geben, wie mit den Öffnungszeiten der Behörden umgegangen wird. Es wurden außerdem alle Jahreshauptversammlungen der Freiwilligen Feuerwehren der Landgemeinde Bad Sulza abgesagt. Ferner sind alle öffentlichen Veranstaltungen in kommunalen Einrichtungen ab sofort untersagt.

Mit ähnlicher Thematik wird es auch im Rathaus der Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße am Montag eine Besprechung des weiteren Vorgehen geben. Dabei sollen auch die Behördenöffnungszeiten ein Thema sein. Bekannt gemacht werden soll außerdem die Anordnung, dass Veranstaltungen in öffentlichen Gebäuden, auf denen die Gemeinde Zugriff hat, untersagt sind.

Dass die Stadt Apolda, aber auch die Landgemeinden Bad Sulza und Ilmtal-Weinstraße über verkürzte Behördensprechzeiten diskutieren, hängt maßgeblich damit zusammen, dass die Schulen und Kitas im Landkreis Weimarer Land ab Montag geschlossen sind und teilweise 75 Prozent der Belegschaft mit der Kinderbetreuung beschäftigt sein könnten.

Informationsstand des Artikels: Sonntag, 18 Uhr