Frauen in Deutschland verschieben Kinderwunsch - Das sind die Gründe

Erfurt.  Frauen in Deutschland werden immer später Mütter. Eine Studie hat über 1000 Frauen repräsentativ zu den Gründen befragt. Neben finanziellen Aspekten spielt auch die eigene Karriere eine Rolle.

Aus finanziellen Gründen und wegen der Karriere entscheiden sich viele Frauen gegen Kinder, fand eine Studie heraus.

Aus finanziellen Gründen und wegen der Karriere entscheiden sich viele Frauen gegen Kinder, fand eine Studie heraus.

Foto: Christoph Soeder/dpa

Die finanzielle Situation veranlasst viele Thüringerinnen, ihren Kinderwunsch auf später zu verschieben. In einer Studie des Online-Arztpraxis Zavamed zum Thema Familienplanung nannte mehr als jede vierte Befragte (27 Prozent) zwischen 18 und 50 Jahren hohe Kosten als Grund gegen Kinder. In Hamburg und im Saarland liegt der Wert bei über 30 Prozent.

Nahezu jede dritte kinderlose Frauen möchten demnach zuerst ihre persönlichen Träume verwirklichen. Der Wunsch, vor dem ersten Kind zunächst Karriere zu machen, ist in Thüringen mit 13 Prozent am niedrigsten. Im Saarland sind es 40 Prozent. Eine weiteres Drittel hat nach eigenen Angaben nicht das Bedürfnis, Kinder zu bekommen. In Thüringen betrifft dies 40 Prozent, in Brandenburg sogar 50 Prozent. Haben die Frauen einen Doktortitel, steigt der Wert weiter. Zwei Drittel der Frauen erwägen moderne medizinische Möglichkeiten, um später schwanger zu werden. Zwei von fünf Frauen zwischen 30 und 39 Jahren können sich eine künstliche Befruchtung vorstellen.

Monatliche Ausgaben pro Kind liegen bei 660 Euro

Frauen in Deutschland werden immer später Mütter: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bekamen sie 2019 ihr erstes Baby im Schnitt mit 30,1 Jahren. Zehn Jahre zuvor mehr als ein Lebensjahr weniger. Die Zahl der Geburten von Müttern über 40 hat sich seit 1990 vervierfacht. Mit zunehmenden Alter sinkt die Anzahl der Kinder pro Frau.

Laut Studie sind die persönlichen Finanzen auch für viele Frauen ausschlaggebend, die bereits Mütter sind. Jede Vierte sieht darin einen Grund gegen ein weiteres Kind. Das Statistische Bundesamt schätzte die monatlichen Ausgaben pro Kind im Jahr 2013 auf durchschnittlich 660 Euro. Die Kosten steigen mit zunehmenden Alter - von 587 Euro bis zu einem Alter von sechs Jahren auf 784 Euro zwischen zwölf und 18 Jahren. Bis zur Volljährigkeit müssen Eltern also 126.000 Euro für ein Kind aufwenden. Zur materiellen Versorgung wie Wohnung, Einrichtung, Ernährung oder Kleidung kommen Ausbildungskosten hinzu.

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