Gedanken zu Fronleichnam

Mit Blumen, Fahnen, Blasmusik und anderem mehr werden katholische Christen am kommenden Donnerstag wieder farbenfroh ihren Fronleichnamstag begehen. Im Eichsfeld ist er sogar als zusätzlicher Feiertag gesetzlich geschützt! Das Fronleichnamsfest mit ...

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Mit Blumen, Fahnen, Blasmusik und anderem mehr werden katholische Christen am kommenden Donnerstag wieder farbenfroh ihren Fronleichnamstag begehen. Im Eichsfeld ist er sogar als zusätzlicher Feiertag gesetzlich geschützt!

Das Fronleichnamsfest mit seinen Prozessionen ist in der Vergangenheit nicht selten als Demonstration verstanden ­worden. Und in der Tat ist es bis heute eine Art Demonstration. Katholische Christen tragen das eucharistische Brot in einem kostbaren Zeigegerät, einer Monstranz, durch die Straßen ihrer Dörfer und Städte. Das Wort Monstranz kommt übrigens vom lateinischen Wort „monstrare“ und bedeutet ­„zeigen“. Das gleiche Wort steckt auch in dem Wort „demons­trieren“.

Mancher Zeitgenosse wird sich fragen: „Für wen oder was demonstrieren Christen da eigentlich? Worum geht es überhaupt an diesem besonderen Tag?“

Seit dem letzten Abendmahl Jesu glauben Christen an die Gegenwart Jesu im Heiligen Brot. Ohne Nahrung, ohne Essen und Getränke können wir nicht leben. Alle haben Sehnsucht nach Leben, nach ewigem Leben! Für Christen ist Jesus uns nahe, wie uns das Brot nahe ist. Sie vertrauen auf das Wort Jesu: „Wer dieses (eucharistische) Brot isst, wird in Ewigkeit leben !“

Nicht nur für Nichtchristen ist das ein schwer nachvollziehbares Glaubensgeheimnis. Wenn Katholiken aber um den Fronleichnamstag herum mit dem Heiligen Brot auf die ­Straße gehen – sogar von einem eigenen Dach, dem Baldachin, geschützt –, dann bekennen sie sich zu dieser besonderen Nähe Gottes.

Er ist näher, als wir es uns vorstellen können. Gott ist nicht nur in der Hostie der Monstranz oder in der Tischgemeinschaft des Altares, er ist in jeder Gemeinschaft Gegenwart, wenn sie sich in seinem Namen versammelt.

Menschen können Gottes Nähe nicht nur in ihrem Herzen erfahren, sondern auch im alltäglichen Leben, etwa in den Menschen, mit denen wir leben. Christen sind davon überzeugt, dass unsere zerstrittene Welt im Kleinen und Großen, heute mehr denn je, Gottes Segen braucht. Es gibt für sie kein anderes Rezept, um in der Welt nachhaltig Frieden zu stiften.

Die Menschen, selbst Christen verhalten sich mitunter sehr egoistisch. Doch mit Egoismus kann kein Staat, keine Gemeinschaft, keine Gesellschaft auf Dauer bestehen.

Auch das Fronleichnamsfest mit seinen Prozessionen will den Blick dafür weiten – den ­Segen Gottes für alle und alles ­erbitten.

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