Möller fordert: Tennet muss in die Dörfer

Eisenach  Eisenachs Baubürgermeister will, dass die Südlink-Verantwortlichen in Dorfgemeinschaftshäusern bei Betroffenen Rede und Antwort stehen.

Ortsteilbürgermeister Jürgen Jansen im Gespräch mit Aline Baur vom Projektteam. Auf einer Karte zeigte sie die Trassenführung.

Ortsteilbürgermeister Jürgen Jansen im Gespräch mit Aline Baur vom Projektteam. Auf einer Karte zeigte sie die Trassenführung.

Foto: Katja Schmidberger

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Stromtrassen-Vorhabenträger Tennet lud am Dienstagnachmittag die Menschen in Eisenach ein, um öffentlich über den aktuellen Verfahrensstand zum Bau der geplanten Erdstromkabeltrasse Südlink zu informieren. Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) hatte im Vorfeld die Bürger aufgerufen, hier ihre Einwände und Bedenken vorzubringen. Die Resonanz war mager. Etwa 40 Interessierte nutzten diese Möglichkeit. Durchschnittlich 40 bis 50 kommen zu solchen Veranstaltungen, weiß auch Michael Roth vom Südlink-Projektteam.

Für den Eisenacher Baubürgermeister Uwe Möller (parteilos) ist das einer seiner Kritikpunkte. Die Projektverantwortlichen sollen an die Basis. „Sie müssen in die Dorfgemeinschaftshäuser gehen zu den Bürgern, die direkt betroffen sind“, fordert Möller im Nachgang der Veranstaltung. Er selbst macht klar: Amtsträger dürfen nicht „das Sprachrohr“ für die Vorhabenträger sein.

Genug Vorbelastung in Eisenach-Dörfern

Einige Bürger aus Neukirchen, Hötzelsroda, Madelungen, Eisenach, Behringen oder Krauthausen trugen am Dienstag ihre Bedenken vor. Edith Richter (82) aus Eisenach will für ihr vor einem halben Jahr in Neukirchen geborenes Urenkelchen gegen den Bau kämpfen. Schon lang werde das Südlink-Vorhaben in der Familie diskutiert, erzählt sie. Es gibt in Neukirchen genug Belastung, meint die rüstige Dame. Ähnlich sieht es Ortsteilbürgermeister Jürgen Jansen (SPD) aus Hötzelsroda, der Unverständnis zeigt, warum die Trasse nicht an der Autobahn entlang geplant wird. Wie Thomas Grimm von der Arge Südlink erklärt, passiere das an Teilstücken der A7 und der A 71. Das ginge an manchen Stellen nicht, fügt Michael Roth hinzu. Oft stehe die Bebauung direkt an der Autobahn dieser Form der Trassierung entgegen. Die Bürger in den Eisenach-Dörfern monieren auch, dass die Trassenvariante über Westthüringen in ihren Augen länger sei als die, die durch Hessen führen könnte. Sie selbst hätten ohnehin schon genug Belastung. Jansen zählt auf: Starkstromleitung, Autobahnverlegung, dann noch die Windkraftanlagen.

„Die Menschen können nicht noch mehr belastet werden“, meint auch Möller. Der Bau der Trasse im Eisenacher Gebiet würde auch eine Einschränkung der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bedeuten.

Möller appelliert, dass sich der Protest jetzt formieren muss, damit man noch etwas bewegen kann. Für Ralph Groß (CDU), Bürgermeister in Barchfeld-Immelborn, ist indes klar: „Das wird eine politische Entscheidung. Es geht nicht darum, was der bessere Korridor ist.“

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