Ab Samstag gelten neue Corona-Einschränkungen im Kreis Weimarer Land

Landkreis.  Nach dem Anstieg der Corona-Fallzahlen erlässt das Weimarer Land eine neue Allgemeinverfügung.

Im Landratsamt Apolda wurde heute die neue Allgemeinverfügung abschließend zu Papier gebracht.

Im Landratsamt Apolda wurde heute die neue Allgemeinverfügung abschließend zu Papier gebracht.

Foto: Sascha Margon

Schon bevor die bundesweiten Einschränkungen am Montag in Kraft treten sollen, gilt im Weimarer Land ab Samstag, 31. Oktober, eine neue Allgemeinverfügung. Wichtig dabei: Mit Inkrafttreten der bundesweiten Beschlüsse ab Montag gelten die jeweils schärferen Beschrän­kungen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Für die Notwendigkeit der Maßnahmen lieferten auch gestern wieder die jüngsten Zahlen aus dem Gesundheitsamt in Apolda den Beweis. So meldete das Landratsamt mit Stand 17.26 Uhr insgesamt vier Neuinfizierte. Damit erhöht sich die Zahl der Fälle seit Ausbruch der Krankheit auf nunmehr 218, von denen aktuell 156 als wieder genesen ­gelten.

Allein in den letzten sieben Tagen sind 39 Aktivkranke hinzugekommen, die sich mit Covid-19 angesteckt haben. Damit liegt der Inzidenzwert nun bei 47,6 und geht damit leicht zurück. Dennoch ist seit Sonntag mit über 35 die Schwelle zum roten Bereich durchbrochen.

Zugleich sind gestern wieder 33 Menschen mehr in die häusliche Quarantäne geschickt worden. Allein dort harren derzeit 471 Kontaktpersonen aus, die alle das Virus in sich tragen könnten und somit Überträger der Krankheit wären.

Wie bereits tags zuvor angekündigt, liegt seit Mittwoch die neue Allgemeinverfügung des Weimarer Landes in schriftlicher Form vor. Diese soll mit ihrer Veröffentlichung in der Tagespresse ab Samstag in Kraft treten.

Sportveranstaltungen sind nur noch an diesem Wochenende erlaubt

In dem Papier wird unter anderem die Personenbegrenzung für private Veranstaltungen und Zusammenkünfte geregelt. So sind ab dem Wochenende solche untersagt, die mehr als 25 Personen in geschlossenen Räumen und 50 Personen unter freiem Himmel betreffen. Dazu gehören neben Hochzeitsfeiern auch Geburtstage, Familienfeste im allgemeinen oder auch Vereinsfeiern oder -treffen.

Betroffen von der neuen Verordnung sind zugleich auch alle nicht gewerblichen sportlichen Aktivitäten in geschlossenen Räumen. Heißt: Vereine, Freizeitsport und der Ligabetrieb sind nur bis zu einer Personenzahl von 15 Menschen in einer Halle oder pro abgetrenntem Hallenteil erlaubt. Unter freiem Himmel darf dann bis zu einer Teilnehmerzahl von 50 Personen weiterhin Sport getrieben werden. Gänzlich aus der Verordnung herausgehalten sind aktuell alle gewerblichen Sportaktivitäten wie sie etwa Fitnessstudios betreiben, zumindest bis am Montag die strengere Bundesverordnung in Kraft tritt. Dann müssen auch diese ihre Türen schließen, genau wie Freizeit- und Amateursportbetriebe oder auch Schwimmhallen, Thermen und Freizeitbäder.

Strikt untersagt sind ab Samstag alle öffentlichen Veranstaltungen mit Publikumsverkehr, insbesondere nennt die Allgemeinverfügung hier Volks-, Dorf- und Stadtfeste, Kirmes und Herbstfeuer.

Von diesen Einschränkungen sind alle religiösen, betrieblichen, parteipolitischen oder amtlichen Veranstaltungen wie etwa Sitzungen von Gemeindegremien ausgenommen. Museen dürfen weiterhin geöffnet bleiben, allerdings dürfen sie vorerst keine Gruppenführungen mehr anbieten.

Ohne Restriktionen dürfen ferner Märkte oder Sonderverkaufsaktionen durchgeführt werden. Allerdings nur, wenn die Veranstaltungen keinen Vergnügungscharakter haben, so die Anordnung vom Landratsamt. Weiter verschärft werden soll laut Verwaltung in Apolda auch die Kontaktverfolgung bei allen Veranstaltungen sowie in der Gastronomie.

Verstöße können mit Bußgeld bis zu 25.000 Euro bestraft werden

Reichte es bisher, den Namen und eine Telefonnummer zu hinterlassen, müssen nun zusätzlich Wohnanschrift und E-Mail-Adresse (sofern vorhanden) angegeben werden. Zudem müssen das genaue Datum und der Zeitraum des Besuchs vermerkt werden. Diese Kontaktdaten müssen jeweils vier Wochen aufbewahrt werden, bevor sie vernichtet werden müssen.

Damit regiert das Landratsamt auf zahlreiche Fälle, in denen zwar der Name und eine Telefonnummer von Kontaktpersonen vorlagen, diese aber auf diese Weise nicht auffindbar oder erreichbar waren.

Explizit weist die neue Verordnung noch einmal darauf hin, dass Verstöße gegen diese Auflagen mit Bußgeldern bis zu 25.000 Euro belegt werden können, sollten sich Veranstalter oder Privatpersonen nicht an die neuen Regelungen ­halten.