Stadt Erfurt will Streetart fördern und Schmierereien bestrafen

Erfurt.  Die Stadt bereitet die Ausschreibung für ein weiteres Monumental-Graffito vor. Zugleich wird der Kampf gegen illegale Sprühereien intensiviert.

Ordnungsdezernent Andreas Horn versuchte sich im Vorjahr bei einem Ferienprojekt der Volkshochschule auch schon selbst als Sprüher (Archivfoto).

Ordnungsdezernent Andreas Horn versuchte sich im Vorjahr bei einem Ferienprojekt der Volkshochschule auch schon selbst als Sprüher (Archivfoto).

Foto: Marco Schmidt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mit einem Monumental-Graffito an der Eisenbahnbrücke der Puschkinstraße setzt die Stadt die im Vorjahr gestartete Graffiti-Offensive fort. Nach dem Vorbild der Brücke in der Löberstraßesollen die Innenwände und Pfeiler der Brücke von Streetart-Künstlern einheitlich gestaltet werden.

Dahinter steht die Idee, dass legale Wandgemälde „aus einem Guss“ das Stadtbild aufwerten und zugleich die Hemmschwelle für illegale Schmierereien heraufsetzen. In der Löberstraße habe sich dieser Ansatz bewährt, sagt Erfurts Ordnungsdezernent Andreas Horn (CDU).

Künstler und Künstlergruppen können sich mit ihrem Graffiti-Projekt bewerben

Auch bei dem neuen Projekt arbeiten Stadt, Kriminalpräventiver Rat und die Deutsche Bahn Netz AG zusammen – der Bahn gehören die Brücken. Die Ausschreibung erfolge Anfang März, bestätigt Horn.

Bewerben können sich Künstler und Künstlergruppen mit einem Gestaltungskonzept. „Wir erwarten dieses Mal noch mehr als die zehn Bewerber, die ihre Konzepte für die Löberstraße eingereicht hatten“, sagt Kerstin Teply, die Geschäftsstellen-Leiterin des Kriminalpräventiven Rates. Graffiti-Künstler hätten schon von sich aus nachgefragt, wann das nächste Projekt beginnt.

Reinigung der Verteilerkästen geplant

Die Graffiti-Offensive hat aber nicht nur Eisenbahnbrücken im Blick. Auch die 4000 Verteilerkästen in der Stadt stehen auf der Aufgabenliste. Viele von ihnen sind durch illegale Sprühereien verunstaltet.

„Wir wollen die Reinigung organisieren“, sagt Horn. In das „wir“ schließt er auch die Stadtwerke und die Telekom mit ein, denn nicht alle Verteilerkästen gehören der Stadt. Jeder für sich würden die Partner zwar gelegentlich Verteilerkästen von Graffiti befreien, doch denkt Andreas Horn an eine konzertierte Aktion.

Zunächst müsse aufgeschlüsselt werden, wem welcher Kasten überhaupt gehört. Werde die Reinigung besser koordiniert, ergäben sich Synergien, meint Horn. Die nächste Runde zum Thema sei für März geplant.

Der Dezernent kann sich vorstellen, auch an den Verteilerkästen legale Graffiti-Projekte zu starten. Wie bei den Brücken gelte: „Wenn sie sinnvoll gestaltet sind, liegt die Hürde für Schmierereien höher.“

Die Stadt werde zudem die Ferienkurse der Volkshochschule weiter unterstützen, in denen Schulkinder gemeinsam mit Graffiti-Künstlern Gestaltungs-Projekte umsetzen. In den letzten Jahren wurden auf diese Weise mehrere Grüncontainer von Ortsteilen mit Lokalkolorit verziert.

Anzeigen gegen illegale Sprüher per Mausklick auf der Stadtseite

Während legale Graffiti gefördert werden, will die Stadt möglichst streng gegen illegale Schmierereien vorgehen. Als nächster Schritt sei eine Verknüpfung auf der Internetseite der Stadt geplant, die es zum Beispiel Hauseigentümern ermöglichen soll, ohne großen bürokratischen Aufwand Sprühereien an Häuserwänden anzuzeigen. Auch gesprühte Beleidigungen wie der „ACAB“-Schriftzug könnten auf diese Art angezeigt werden, sagt Horn. Details kündigt er für das Frühjahr an.

Zugleich würden die Anstrengungen für mehr Sauberkeit intensiviert. Im Dezember sei zum Beispiel eine großflächige Schmiererei von der Fassade der Schillerstraße aufwendig entfernt worden. Hinter solchen Maßnahmen steht auch die Hoffnung, dass die illegalen Sprüher ob der schnellen Entfernung ihrer vermeintlichen Kunstwerke die Lust verlieren.

Grüne Polizisten an brisanten Stellen in Erfurt

Erfurter Polizisten mit Schusswaffe bedroht

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.