Wandel in der Allee

Erfurt.  Bunt gemischt ist die Magdeburger Allee – doch wie schwer ist es eigentlich, das zusammenzuhalten?

Steffi Hirte ist die neue Vorsitzende der Interessengemeinschaft Magdeburger Allee. An ihrer Seite: Stellvertreter Torsten Roth (r.) und Kassenwart Florian Nolte.

Steffi Hirte ist die neue Vorsitzende der Interessengemeinschaft Magdeburger Allee. An ihrer Seite: Stellvertreter Torsten Roth (r.) und Kassenwart Florian Nolte.

Foto: Marco Schmidt

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Ehrenamtliches Engagement – ohne dieses hätte Steffi Hirte wahrscheinlich plötzlich viel, wirklich viel Zeit. Sie ist nicht nur stellvertretende Ortsteilbürgermeisterin am Johannesplatz, Mitglied in der Kreiselternvertretung und Schulelternsprecherin, sondern neuerdings auch die Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Magdeburger Allee. Deren Vorstand war planmäßig neu gewählt worden, Ralf Weber war nach acht Jahren Vorsitz nicht noch einmal angetreten. Stellvertreter ist der Bäcker Torsten Roth, Kassenwart ist Florian Nolte von der Musikbar Ilvers.

In der Interessengemeinschaft haben sich ortsansässige Händler zusammengeschlossen. Die Förderung des Gewerbebereiches Magdeburger Allee in Erfurt sowie die Steigerung des Attraktivitätswertes des Nordens der Stadt Erfurt als Einkaufsgebiet ist ein Ziel der Interessengemeinschaft Magdeburger Allee. Der neue Vorstand hat viele Ideen, neue Ziele wurden gesteckt.

„Die Allee erlebt einen starken Wandel“, sagt Steffi Hirte. Die 39-Jährige lebt hier seit vielen Jahren, beobachtet vor allem die hohe Fluktuation bei den Händlern. Doch sie kennt auch viele Ansässige seit Jahren, das erleichtert die Zusammenarbeit. Vor zwei Jahren, als der Johannesplatz sein 50-jähriges Bestehen gefeiert hat, war sie an der Organisation und Durchführung maßgeblich beteiligt. „Ich mag es, etwas zu organisieren“, sagt sie lachend. Und nennt schon mal den Termin für das 27. Magdeburger-Allee-Fest: 6. Juni.

Dass überhaupt wieder eines stattfinden wird, stand lange Zeit nicht fest. Auch auf der Webseite der IG, befindet sich noch die Mitteilung für das Fest im vergangenen Jahr – versehen mit dem Hinweis „voraussichtlich zum letzten Mal“.

Doch dem neuen Vorstand, der von sieben auf drei verkleinert wurde, bedeutet das Magdeburger-Allee-Fest eine Menge. „Das Fest ist eine gute Plattform, etwas fürs Gemeinwohl zu tun“, meint Florian Nolte. Der 35-Jährige erinnert etwa an vergangenes Jahr, als während des Festes Geld gesammelt wurde und die Spenden in Höhe von 800 Euro dem Kinderheim in der Lowetscher Straße übergeben werden konnten. „Klar, die Ausrichtung des Festes wird jedes Jahr teurer, die Bürokratie umfassender. Es bedarf viel Kraft, das Fest in gleicher Größe und Qualität stattfinden zu lassen“, meint er. „Doch das Interesse an dem Fest sei gleichbleibend hoch“, im Verlauf des Tages kämen zwischen 5000 und 10.000 Besucher.

Nicht nur Anwohner sind dann dort anzutreffen, sondern auch aus anderen Stadtteilen kommen die Erfurter zu dem Fest – und sei es nur, um einmal mitten auf der Allee laufen zu können, weil an dem Tag dort kein Verkehr rollt.

Wer sich an der Organisation beteiligen möchte, kann sich an die Interessengemeinschaft wenden. Diese will ein Festkomitee gründen, auch Vereine und Privatpersonen könnten hier aktiv werden.

Einen engen Kontakt pflegt die IG zu Stadtteilmanager Oliver Gerbing. Regelmäßig finden, gemeinsam mit Vereinen des Viertels, Runde Tische statt. Eine der großen Fragen, vor allem an die Stadtplaner: Wohin entwickelt sich der Stadtteil? Torsten Roth schlägt vor, dass seitens der Stadt eine Erhebung veranlasst werden sollte, um festzustellen, wer wohnt hier eigentlich, was wünschen sich diese Bürger, woran scheitert es, was wird benötigt. „Beispielsweise würden Kurzzeitparkplätze Sinn machen, um die Geschäfte hier zu stärken“, schlägt er vor. Auch das Müllproblem oder die Pflege der Baumscheiben sind Themen, die die IG angehen möchte.

Wer Interesse hat, im Komitee für das Alleefest mitzuwirken, sollte sich diesen Termin vormerken: 20. Februar, 18 Uhr, Café Blechbüchse in der Wendenstraße.

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