Wechsel vom schwarzen Pferd zum roten Mustang

Erfurt.  Brita Rose-Billert hat es wieder getan – ein Buch geschrieben. Den 3. Band ihrer Reihe „Indian Cowboy“.

Brita Rose-Billert mit ihrem Westernpferd Heyoka.

Brita Rose-Billert mit ihrem Westernpferd Heyoka.

Foto: Foto: Rose-Billert

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Lieben Sie Serien, gehören schon zur Leserschar von Brita Rose-Billert? Zum Jahresende 2019 legte die 1966 in Erfurt geborene Autorin den 3. Band „Der rote Mustang“ ihrer Buchreihe „Indian Cowboy“ vor. „Meine Leser sind 16 bis 80 Jahre, Amerikanistik-Interessierte.“ Zur Recherche bereiste die aktive Western-Reiterin im Jahresurlaub 2019 mit dem Mietwagen erneut die Reservate und Rodeo-Strecken in den USA, durchstreifte die Black Hills, wohnte bei einer Freundin auf einer Ranch in der Reservation Pine Ridge. „Im Dorfladen gab es indianische Kunst-Produkte - und Lebensgeschichten. Man kennt dort meine Bücher.“„Die Prärie-Indianer sind noch immer Reitervölker, doch über Laptops halten wir Kontakt“, so Brita Rose Biller zu Freundschaften mit Native Indians in Utah, South Dakota und Britisch Columbia. Ihre Fotos für die Buch-Cover setzt Sohn Robert künstlerisch um. „Lakota-Schriftsteller Vine Deloria meint, dass wir die Indianer nur als grimmige Krieger darstellen“, setzt die Autorin ihre Arbeiten dagegen. Sie könne sich auf die Mystik der alten Kultur einlassen, schätze den Zusammenhalt – und Humor.

In Hauptakteur Lakota Ryan Black Hawk vereinen sich viele Schicksale. Sie lässt ihn in „Der Jäger“ sagen: „Ich bin ein Lakota auf Ausgang und 23 Jahre. Meine Familie lebt in der Pine Ridge Reservation. Wir züchten Pferde. Als ich 14 war, habe ich mir das erste eigene Auto besorgt. Wir sind Straßenrennen gefahren. Illegal. Ich wollte ein Krieger sein wie mein Urgroßvater Black Hawk. Ich war der Beste.“ Durch Alkohol und den Unfalltod von Freunden verlor er aber das Gesicht, wie die Indianer zum Ansehen sagen. Er verließ das Zuhause, ging zur US Air Force, bekam eine Ausbildung und Arbeit. Doch: „Ich will nicht vergessen, dass ich ein Lakota bin.“ Der große Wunsch der Familie sei die Pferdezucht, vielleicht könne sie durch touristische Reitangebote ihre indianische Lebensweise fortführen.

Die krimihaften Gegenwartsromane sind spannend. Einfühlsam sind indianische Eigenschaften, aber auch charakterliche Eigenwilligkeiten der Akteure herausgearbeitet. Zudem seien die Bücher aufklärend. In Indianerfilmen und Indianerklubs galt das Klischee „Rote sind gut, Weiße die Bösen“. „Damit werden heute im Internet weiße Frauen auf soziale Projekte in den Reservaten angesprochen. Man lockt mit abenteuerlichem Leben, auch Liebe“, empört sich Brita Rose-Billert. „Ich habe drei solcher allein reisenden Frauen in der Pine Ridge Reservation getroffen.“

Die Probleme im Dauerkonflikt zwischen dem modernen Amerika und der traditionellen Welt der Ur-Amerikaner beschreibt ihr Romanheld in „Der Jäger“: „Menschen, die die Reservation verlassen, hatten Hoffnung, dass es ihnen in der Stadt besser gehen würde. Doch die Slums waren das Ende der Zivilisation und Ordnung. Diese Menschen kämpften einen aussichtslosen Kampf um Achtung und Würde. Die meisten verloren ihn . . .“

Seit 10 Jahren schreibt die Thüringerin als Ausgleich zu ihrem Alltag als Intensiv-Krankenschwester. Ein Kanada-Roman „Sheloquins Vermächtnis“ erschien parallel zum Jahresende 2019. Auch eine weibliche Serie gibt es: mit Ärztin Maggie Yellow Cloud. Der erste Teil spielt in einer Erfurter Klinik.

Bei „Indian Cowboy“ vertraut die nun in Greußen lebende Autorin auch auf den Sog von Serien. Im Buchanhang „Seitenweise Voraus“ skizziert sie den vierten Teil mit Ryan Black Hawk, stellte sich auf der Messe „Buch Berlin“ vor. Für 2020 stehen Buchlesungen auch in Erfurt an, bei Peterknecht liegen ihre Leseproben bereits aus.

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