Weimarer Autohaus Schinner übernimmt Standort in Jena

Weimar  Service in der Nachbarstadt soll deutlich ausgebaut werden. Mitarbeiter werden laut Mathias Schinner übernommen

Die Aufnahme zeigt Mathias Schinner (Mitte) mit Marcus Hammon (links), neuer Filialleiter am Standort Jena, sowie Thomas Schütze von der OTS GmbH.

Die Aufnahme zeigt Mathias Schinner (Mitte) mit Marcus Hammon (links), neuer Filialleiter am Standort Jena, sowie Thomas Schütze von der OTS GmbH.

Foto: Thomas Beier

Die Nachbarstädte Jena und Weimar kommen sich in Sachen Automobilität näher. Das Weimarer Autohaus Schinner geht nach Jena. Genauer gesagt übernimmt Schinner das Opel-Autohaus in der Löbstedter Straße 33 samt seiner Mitarbeiter. Bisher gehört dieses zur Jecar OTS GmbH, die in Jena und in Zöllnitz zwei Opel-Autohäuser betreibt. Die Übernahme soll zum 1. August dieses Jahres erfolgen.

Mathias Schinner sagte gegenüber unserer Zeitung, wie es dazu kam: durch Gespräche unter Geschäftskollegen. Denn der Automarkt sei im Wandel. Größere Unternehmen haben nach seinen Erfahrungen bessere Möglichkeiten, die Anforderungen der Hersteller zu erfüllen. Da geht es um die Gestaltung von Verkaufsräumen oder das Thema Elektromobilität, die Einrichtung der Werkstätten und den Service rund ums Auto.

Für die Weimarer Kunden wird sich nichts ändern. Am Standort Löbstedter Straße gibt es weiterhin ein Autohaus, das künftig unter dem Namen Schinner firmiert. Geplant ist, den in Jena eingeführten Namen Jecar weiterhin sichtbar zu lassen. Verkauft werden Neuwagen der Marken Opel, Kia und Chevrolet. Citroën soll demnächst dazukommen, die Verträge seien bereits fertig.

Über die Veränderungen werden alle Kunden nach Angaben des neuen Inhabers noch direkt ­informiert. Dabei wird es um Details gehen. Etwa, was wird aus meinen Winterreifen?

In die Übernahme eingeschlossen sind auch die Mitarbeiter, versicherte der Weimarer Unternehmer. Zwar hat Schinner Stellenanzeigen geschaltet und sucht Kfz-Mechaniker und Servicemitarbeiter. Das liege aber daran, dass er den Service deutlich ausbauen wolle. Das heißt, es solle längere Öffnungszeiten geben, dafür benötige das Autohaus aber auch zusätzliche Mitarbeiter.

Zur Erinnerung: In Weimar sorgte das Unternehmen Schinner 1999 für Schlagzeilen, als es die „ 24-Studen-Werkstatt“ einführte. Die Grundidee besteht darin, dass Autobesitzer abends ihr Fahrzeug bringen und es am nächsten Morgen repariert abholen können. Mathias Schinner sagt die eigene Erfahrung, dass sich die Bindung der Kunden an eine Automarke vor allem über den Service definiere.

Dabei gebe es, was die ­Auto-Affinität der Menschen betreffe, durchaus Unterschiede zwischen den Thüringer Städten. Der Anteil, der auf Adam Opel zurückgehenden Autos, sei demnach in Weimar deutlich größer als in Jena. Opel lag dort sogar bis vor einigen Jahren noch vor Volkswagen. Es könnte damit zu tun haben, dass Schinner bereits im Juni 1990, also vier Monate vor der Wiedervereinigung, den Opel-Händler-Vertrag unterschrieb und damit frühzeitig viele Kunden an sich binden konnte..

An den bisher bestehenden drei Standorten beschäftigt das Autohaus Schinner derzeit 86 Mitarbiter sowie weitere 11 Lehrlinge. Der Jahresumsatz liege bei 18 Millionen Euro. Pro Jahr werden nach Informationen von Mathias Schinner in den Autohäusern etwa 650 Neuwagen und 1000 Gebrauchtwagen verkauft.

Zu den Kommentaren