Weimars Mensa am Park behält ihren „Lampenladen“

Weimar.  Offizieller Baustart zur Sanierung des Denkmals der DDR-Moderne. Wiedereröffnung im Herbst 2021 geplant.

Besonders markant: Die Südwestecke neben der einstigen Hofgärtnerei. Heute dürfte die Mensa an dieser Stelle nicht mehr gebaut werden.

Besonders markant: Die Südwestecke neben der einstigen Hofgärtnerei. Heute dürfte die Mensa an dieser Stelle nicht mehr gebaut werden.

Foto: Michael Baar

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Das Studierendenwerk Thüringen ist seit Donnerstag endgültig der größte Bauherr in Weimar. Mit dem offiziellen Auftakt zur Sanierung der Mensa am Park hat die Anstalt öffentlichen Rechts in Weimar – nach dem Langen Jakob und dem Campus-Kindergarten – ihr drittes aktuelles Bauprojekt laufen.

Als sanierungsbedürftig wird die 1982 eröffnete Mensa bereits seit 20 Jahren eingeschätzt. „2005/6 waren wir fast so weit, dann kam die Förderalismus-Debatte dazwischen“, erinnert Geschäftsführer Ralf Schmidt-Röh (Studierendenwerk). Der legendäre Mensa-Fasching verlor zwar seinen namensgebenden Ort. Tatsächlich dauerte es aber noch einmal 15 Jahre, bis die verschlissene Haustechnik, einschließlich des Heizungssystems, erneuert werden kann. Die bau-, küchen- und brandschutztechnische Ausstattung entsprechen nicht mehr heutigen Standards, so der Bauherr. Zudem ist das Gebäude in der Zwischenzeit (2011) unter Denkmalschutz gestellt worden.

Hermann Thoma vom beauftragten Architektenbüro nannte es eine „für Architekten undankbare Aufgabe“, das Sanierungskonzept umzusetzen. Wenn die Arbeit gut erledigt ist, dann sei die Sanierung zumindest auf den ersten Blick kaum zu sehen. Das Büro musste das Konzept dabei nicht allein mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Fakultät Architektur der Universität abstimmen. Auch im eigenen Büro gebe es Mitarbeiter, „die überall, wo man Hand anlegen will“, noch Erinnerungen und Hinweise haben.

Die Fassade sowie Einbauten und Materialien in den öffentlich zugänglichen Bereichen stehen beim Erhalt im Mittelpunkt. Selbst die großen Fenster behalten ihre originalen Rahmen. Sie werden aufgearbeitet und neu verglast. Und inzwischen steht auch fest, dass der „Lampenladen“ zurückkehrt. Die markanten Glaskugelleuchten werden allerdings in ihrem elektrotechnischen Innenleben erneuert. Die vor 30 Jahren abgeschaffte Professoren-Mensa kehrt derweil nicht zurück.

Architekten und Ministerium stellen bis zum Wintersemester 2021/22 eine komplett barrierefreie Mensa in Aussicht. Auffallen werde die neue Küche, die nur noch ein Drittel der bisherigen Fläche benötigt. Der frei werdende Platz kommt einer modernen Ausgabe- und Verkaufseinrichtung in Selbstbedienung zugute. Unterm Strich werden Kosten von 19,1 Millionen Euro erwartet, die der Freistaat Thüringen trägt.

Obwohl der Baustart wegen der Thüringer Regierungkrise ohne Erfurter Prominenz stattfand, waren Landtagsabgeordnete und Stadträte, der amtierende Oberbürgermeister Ralf Kirsten, Ministeriumsvertreter und natürlich auch die Weimarer Hochschulleitungen zum Baustart anwesend. Uni-Präsident Winfried Speitkamp konnte sogar seinen Jenaer Kollegen Walter Rosenthal begrüßen.

Mit Uni-Kanzler a. D. Heiko Schultz war zudem der Bauleiter und mit Weimars früherem Baudezernenten Peter Klaus Kiefer ein maßgeblicher Architekt der Mensa zum Sanierungsstart gekommen. Dem Studierendenwerk gab das die Gelegenheit, ihre Aussagen zur Entstehung der Mensa zu korrigieren.

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