Waltershausen: Unfallschwerpunkt Kreisverkehr soll entschärft werden

Waltershausen  Am Kreisel in Waltershausen soll statt des Hinweisschildes „Vorfahrt beachten!“ in Zukunft ein Stoppschild an jeder Einfahrt aufgestellt werden. Vergangenes Jahr sind an dieser Stelle 38 Unfälle registriert worden.

Gefahrenherd: 38 Unfälle sind allein vergangenes Jahr am Kreisverkehr in Waltershausen passiert.

Gefahrenherd: 38 Unfälle sind allein vergangenes Jahr am Kreisverkehr in Waltershausen passiert.

Foto: Wieland Fischer

In der Stadt Waltershausen gibt es einen Kreisverkehr. Dort „kracht“ es am häufigsten. Allein vergangenes Jahr sind an dem Verkehrspunkt 38 Unfälle registriert worden – so viele wie an keiner anderen Stelle in der Stadt.

Das hat Polizei, Stadtverwaltung und Straßenverkehrsbehörden aufgeschreckt. Eine eigens dazu einberufene Unfallkommission – ihr gehörten unter anderem Mitarbeiter des Bau- und Ordnungsamtes, der Kontaktbereichsbeamte sowie des Straßenbau-Lastträgers vom Land an – hat jetzt überlegt, wie der Gefahrenherd entschärft werden kann und erste Schritte dazu festgelegt.

Statt des Hinweisschildes „Vorfahrt beachten!“ soll in Zukunft ein Stoppschild an jeder Einfahrt zum Kreisverkehr aufgestellt werden und Kraftfahrer zum Anhalten auffordern, bevor es in den Kreisel geht.

Denn eins ist nach Ansicht der Fachleute ersichtlich: Das Problem der Zunahme der Unfälle liege nicht am Kreisverkehr an sich oder am allgemein gestiegenen Verkehrsaufkommen, sondern augenscheinlich ausschließlich am zunehmend auf die Verkehrssituation unangebrachten Verhalten der Kraftfahrer.

Bürgermeister Michael Brychcy (CDU) beschreibt es so: „Es gibt drei verschiedene Kategorien von Autofahrern: Die einen können es. Dann gibt es diejenigen, die ohne nach rechts oder links zu blicken, durchdonnern. Und dann noch diejenigen, die sich nicht trauen, in den Kreisverkehr zu fahren.“ Das andere Problem in dem Zusammenhang: Der Kreisverkehr ist nur provisorisch, um eine unsägliche Ampelregelung abzuschaffen. „Alle hatten sich darüber aufgeregt“, erinnert sich Brychcy. „Jetzt schimpfen sie über den Kreisverkehr.“

Der war im Jahr 2010 angelegt worden. Brychcy: „Eine Umschaltung der Ampelregelung hätte unsäglich viel Geld gekostet.“ So entschlossen sich Stadt und Straßenbauamt, bis zur grundlegenden Umwandlung des Kreuzungsbereichs in einen Kreisverkehr diesen provisorisch aufzuzeichnen und auszuweisen.

Vor 2023 ist nicht mit einem Neubau zu rechnen

Die Straße ist in Landeshoheit, die Stadt Waltershausen aber ist in ihrem Bereich mit dafür zuständig. Sanieren oder neu gestalten kann nur das Straßenbauamt, sagt Brychcy. Die Planungen dazu liegen vor. Doch vor 2023 sei nicht mit einer grundlegenden Neugestaltung zu rechnen.

Andreas Trenkel, Regionalleiter für die Region Mitte, hatte mitgeteilt, dass die Gestaltung des Kreisverkehrsplatz in Regelbauweise im Entwurf des Landesstraßenbedarfsplanes für den Zeitraum von 2021 bis 2030 eingetaktet ist (wir berichteten am 21. Februar). Brychcy: „So lange können wir nicht warten.“

Hinzu kommt, dass die angrenzende Gothaer Straße ab Juli grundhaft ausgebaut werden soll. Etwa eineinhalb Jahre sind dafür veranschlagt. Ist das erledigt, könne der Ausbau des Kreisverkehrs in Angriff genommen werden.

Um die Übergangszeit sicher zu überbrücken, sollen am Kreisel neben den Stoppschildern die abgefahrenen Markierungen erneuert werden. Hilft das auch nicht, werden Bodenschweller aufgebracht. Im Herbst will die Unfallkommission erneut tagen und prüfen, ob die getroffenen Maßnahmen wirken. Will heißen: Ob es deutlich weniger Unfälle gibt.