Frühlingsfest im Jahr des Affen: Jena ist beliebter Studienort bei Chinesen

Jena  Mit dem traditionellen Frühlingsfest begrüßte der Jenaer Verein chinesischer Studenten und Wissenschaftler das neue Jahr, das Jahr des Affen. Das Interesse war sehr groß und die Darbietungen vielfältig.

Zum Frühlingsfest und der Begrüßung des Jahres des Affen hatte der Jenaer Verein der chinesischen Studierenden und Wissenschaftler am Sonnabend eingeladen. In dem farbenprächtigen Programm gab es Tänze, Lieder, Musikstücke, aber auch Kampfsportvorführungen und Kulinarisches aus China. Foto: Michael Groß

Zum Frühlingsfest und der Begrüßung des Jahres des Affen hatte der Jenaer Verein der chinesischen Studierenden und Wissenschaftler am Sonnabend eingeladen. In dem farbenprächtigen Programm gab es Tänze, Lieder, Musikstücke, aber auch Kampfsportvorführungen und Kulinarisches aus China. Foto: Michael Groß

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das große China im kleinen Jena. Das ist gar nicht mehr so ungewöhnlich. Denn mittlerweile gehören zur chinesischen Gemeinde in Jena mitunter bis zu 1000 zumeist junge Frauen und Männer.

Eine Zahl, die immer etwas schwankt, weil sie von den jeweiligen in Jena lebenden Studenten abhängt, was Semester für Semester etwas anders aussieht. Auf jeden Fall aber sei bei jungen Chinesen die Stadt Jena ein sehr beliebter Ort fürs Studieren, sagt Mike Möller-Kutzleb, 2. Vorsitzender des Jenaer Interkult-Vereins.

Dieser Verein sitzt im Kulturbahnhof (Saalbahnhof) und führt dort ein Internationales Kultur- und Begegnungszentrum, wo sich verschiedene Nationalitäten treffen, ihre Kultur verbreiten und mit anderen ins Gespräch kommen können.

Bunte Show im ausverkauften Saal

Der Verein der chinesischen Studenten und Wissenschaftler ist hier auch mit eingebunden. Dass die chinesische Kultur schon eine sehr gute Adresse in Jena besitzt, wurde am Samstagabend mehr als deutlich. Der Saal der Mensa am Philosophenweg war zum chinesischen Frühlingsfest – auch Neujahrsfest genannt – knüppelvoll, alle Karten waren verkauft. Und unter den Besuchern dieser festlichen Begrüßung des neues Jahres – des Jahres des Affen – waren bei weitem nicht nur chinesische Landsleute, sondern auch viele Interessenten aus Jena.

Sie sahen nicht nur ein Programm mit viel Qualität – so auch Mike Müller-Kutzleb über die vielseitigen Showbeiträge – , sondern gewannen auch Einblick in die Vielfalt des Reiches der Mitte, wo es immerhin 56 verschiedene Nationalitäten gibt. Ein wenig davon war dann auch an den farbenfrohen Kostümen der Mitwirkenden und Helfer zu erkennen. Die Darsteller auf der Bühne waren allesamt Laien, also zumeist in Jena studierende junge Chinesen – übrigens in der Mehrzahl junge Frauen. Lieder, Musikstücke, Tänze, aber auch Vorführungen der Jenaer Kampfsportschule Wing Chun sorgten für einen recht kurzweiligen Abend.

Hilfe für Landsleute und Kulturaustausch

Chenyang Yue, Vorsitzender des chinesischen Vereins, ist selbst schon seit mehr als vier Jahren Student in Jena. „Wir wollen unseren Landsleuten umfassende Hilfen anbieten. Außerdem sind wir bestrebt, das studentische Leben in Form von Freizeit- und Kulturaktivitäten zu bereichern. Mit Informationsveranstaltungen und Vorträgen über China, mit Kultur- und Begegnungsmöglichkeiten, wie eben auch das Frühlingsfest, sowie mit Bildungsarbeit in Schulen und Kindergärten wollen wir für einen kulturellen Austausch sorgen“, sagt der junge Mann.

Dabei nutze man die Kooperation mit dem Interkult-Verein genauso wie mit dem Ausländerbeirat und anderen Migrantenorganisationen in Jena. Wer Interesse an der Arbeit des chinesischen Vereins und der chinesischen Kultur habe, könne gern einmal im Internationalen Zentrum der Universität im Haus auf der Mauer (Dachgeschoss) vorbeischauen.

Fest vorverlegt wegen Prüfungsstress

Man kann aber auch zu den Chinesischen und Internationalen Stammtischen kommen, die jeden Donnerstagabend von 19.30 bis 22 Uhr im Kulturbahnhof stattfinden und zu denen jedermann kommen kann, der Lust darauf hat.

Dass das chinesische Neujahrsfest nun aber schon am 23. Januar in Jena gefeiert wurde, obwohl es offiziell erst am 8. Februar ansteht, hatte eine einfache Bewandtnis: Die meisten chinesischen Studenten sind am 8. Februar nicht mehr in Jena, sondern bereits in den Ferien und zumeist auch zu Hause. Außerdem sind vor dem 8. Februar noch einige schwierige Prüfungen und viel Stress zu bewältigen, sagt Vereinsvorsitzender Chenyang Yue. Deshalb habe man sich entschieden, das Fest vorher schon zu feiern.

Dieses Neujahrsfest fällt immer auf einen Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Das nun begonnene Jahr des Affen, welches das Jahr des Schafes ablöste, dauert bis zum 28. Januar 2017. Ein solches Jahr des Affen gibt es übrigens in China alle 60 Jahre.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren