Für Wissenschaft im Weidaer Wissens-Schloss

Weida  Mit der Sozietät Osterburg hat sich eine Gelehrtengesellschaft gegründet, die eine Plattform für Vordenker sein möchte

Von links: Mario Koch, Wolfgang Lechner und Robert Bankwitz unterzeichnen in Weida die Gründungssatzung der Globalen Akademie Naturwissenschaft für Nachhaltigkeit – Sozietät Osterburg.

Von links: Mario Koch, Wolfgang Lechner und Robert Bankwitz unterzeichnen in Weida die Gründungssatzung der Globalen Akademie Naturwissenschaft für Nachhaltigkeit – Sozietät Osterburg.

Foto: Marcel Hilbert

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Es klingt ein bisschen aus der Zeit gefallen. Dann wieder passt es irgendwie genau zur Verbindung aus historischem Ort und Wissenschaft. Zur inhaltlichen Unterstützung des Projektes „Wissens-Schloss“ hat sich auf der Weidaer Osterburg eine ­Gelehrtengesellschaft gegründet. Zunächst von drei Mitgliedern, dem Senat, wurde die Gründungssatzung der „Globalen Akademie Naturwissenschaft für Nachhaltigkeit –­ Sozietät Osterburg“ unterschrieben. Mit dem außerschulischen Lernort „Wissens-Schloss“ soll bei allen Altersstufen Interesse und Verständnis für die sogenannten „Mint-Fächer“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) geweckt und Begabung auf diesen Gebieten gefördert werden. Dafür, so das Selbstverständnis der Sozietät Osterburg, braucht es akademische Vordenker.

Wolfgang Lechner, Robert Bankwitz und Mario Koch bilden den Gründungssenat, alle drei sind promovierte Wissenschaftler, Lechner im Bauingenieur- und Vermessungswesen, Bankwitz in technischer Chemie und Koch in der Automatisierungs- und Steuerungstechnik. Die Promotion sei in der Regel auch die Voraussetzung, um als Vollmitglied in die Sozietät Osterburg berufen zu werden.

Mitglieder der Akademie werden berufen

Ziel sei es, eine wissenschaftliche Basis für das Wissens-Schloss zu schaffen, ein Netzwerk zum wissenschaftlichen Austausch zu begründen und die Forschung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich in Ostthüringen voranzubringen, sagte Wolfgang Lechner. Und Robert Bankwitz, der auch im Weidaer Stadtrat sitzt, ergänzte: „Wir wollen die Osterburg-Stiftung als Projektträger des Wissens-Schlosses gern als Veranstalter von Kongressen, Tagungen, Symposien und Seminaren sowie von Vorträgen externer Referenten unterstützen.“ Oder kurz: Man wolle Wissenschaft ins Wissens-Schloss bringen. Und zwar auch schon, bevor gebaut wird.

Ähnlich, wie es Jürgen Müller von der Dualen Hochschule Gera-Eisenach in Zusammenarbeit mit dem Osterburg-Museum bereits tut, in dem er in verschiedenen thematischen Ausstellungen wissenschaftliche Sachverhalte allgemeinverständlich aufbereitet. Das würdigt auch Mario Koch, selbst an der Dualen Hochschule tätig, in der Sozietät aber als Privatperson engagiert: „Kollege Müller hat hier den Grundstein gelegt.“

Die Sozietät hingegen hat einen elitäreren Anspruch, hier sollen sich akademische Vordenker zusammenfinden und austauschen. Dennoch soll auch die Wissens-Verbreitung gewährleistet werden. So sollen sich später, mit hoffentlich wachsender Zahl an Mitgliedern bis zu acht Fachgruppen bilden, in denen dann jeder Interessent unabhängig vom Bildungsabschluss mitarbeiten darf, erklärt Bankwitz. Als Akademietag hat man sich den Mittwoch auserkoren. An dem sollen zum einen interne Konvente, zum anderen öffentliche Sitzungen der Fachgruppen stattfinden. Geplant ist, dass jede Fachgruppe einmal im Quartal zu einer solchen Session einlädt. Die Osterburg als „Wissens-Schloss“ im Aufbau sei die geeignete Kommunikationsplattform für solche Veranstaltungen, aber auch Vorträge und ähnliches.

Festakt im Oktober soll erster Höhepunkt werden

Etwas ungewöhnlich ist die Rechtsform der Sozietät, ein nicht eingetragener Verein. Deshalb, so Bankwitz, komme auch der öffentlichen Unterzeichnung der Gründungssatzung als Startschuss so viel Bedeutung bei. „Es ist das Zeichen dafür, dass es losgeht“, sagt Bankwitz. Und damit dieser Start möglichst unkompliziert und unbürokratisch erfolgen kann, hatte man sich eben für den nicht eingetragenen Verein entschieden. Wohl wissend, dass man zur operativen Unterstützung, bei der man auf gemeinnützige Vereine angewiesen ist, im Verein Astronomisches Zentrum Gera bereits einen festen Partner hat. Diese Partnerschaft kam durch die Zusammenarbeit von Wolfgang Lechner und dem Astronomischen Zentrum Gera zustande, die gemeinsam an der Umsetzung des Projektes „Volkssternwarte Liebschwitz“ arbeiten.

Als erste große Veranstaltung blickt die Osterburg-Sozietät auf einen Festakt im Oktober voraus, für den man sich prominente Gastredner aus Wissenschaft und Politik verspricht. Auf diesen Termin werde nun hingearbeitet, gleichzeitig bereite man erste Berufungen in die Sozietät vor. Dass es dafür genug geeignete Kandidaten gibt, davon ist Bankwitz überzeugt. „Wir reden von ein bis zwei Berufungen aus jedem Jahrgang.“

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