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Tambach-Dietharz  Das Stadtfest „100 Jahre Tambach-Dietharz“ erlebt erste Höhepunkte. Ausstellung des Geschichts- und Heimatvereins beleuchtet die Historie

Olaf Graf begleitet den Auftritt der Galbergspatzen zum Heimatnachmittag der  Trachtengruppe „Sieben Täler"  im Heudepot anlässlich „100 Jahre Tambach-Dietharz“.

Olaf Graf begleitet den Auftritt der Galbergspatzen zum Heimatnachmittag der  Trachtengruppe „Sieben Täler"  im Heudepot anlässlich „100 Jahre Tambach-Dietharz“.

Foto: Wieland Fischer

100 Jahre besteht jetzt die Stadt Tambach-Dietharz. Zwar sind die Orte Tambach und Dietharz älter, doch sie haben einen für sie historisch günstigen Moment genutzt, um Stadt zu werden. „Sie haben Stadtrecht bekommen, obwohl beide Orte nicht mehr als 4000 Einwohner hatten“, sagt Manfred Ender vom Geschichts- und Heimatverein.

Die Bürgermeister Louis Graf (Tambach) und Robert Raab (Dietharz) hatten die Zeichen der Zeit erkannt. Sie nutzten die Umbruchphase nach dem Ende des Kaiserreiches, um Stadt zu werden. „Ansonsten wäre das schwer möglich gewesen“, sagt Ender auch mit Blick darauf, wie schwierig sich 100 Jahre später die Gebietsreform gestaltet.

Den Tambachern und Dietharzern jedenfalls bietet das Anlass für ein mehr als eine Woche anhaltendes Stadtfest. Es bot erste Höhepunkte am Wochenende mit Hubschrauberflügen und Bootstouren auf der Alten Tambacher Talsperre. Falko Zenker vom Marineclub Gotha, der Boote und Kutter zur Verfügung stellte, schwärmt von der malerischen Kulisse: „Klein-Norwegen“.

Der traditionelle Heimatnachmittag der Trachtengruppe „Sieben Täler“ im Heudepot war in das Stadtfest eingebettet. Firmen wie Geiger und Ejot luden zum Tag der offenen Tür ein. Ejot eröffnete ferner mit dem Tag der Ausbildung eine Lernwerkstatt. In der Stadt gebe es etwa 1600 Industriearbeitsplätze, sagt Bürgermeister Marco Schütz (parteilos) stolz.

Mit Eröffnung einer Ausstellung zur Stadtgeschichte hatte die Festwoche am Freitag begonnen. Die derzeit neun Mitglieder des Geschichts- und Heimatvereins präsentieren erstmals in dieser Form eine Ausstellung. Leihgeber aus dem Ort trugen mit dazu bei. Das Wappen mit der Darstellung der Sebastiansbrüder, Wahrzeichen der Schützengilde, das einst überm Ratskeller hing, hat Hanna Klein zur Verfügung gestellt: „Wir haben es aufbewahrt.“

Sie hat eine eigene Festbroschüre zum 100-Jährigen verfasst und gedruckt. Als Ortschronistin steht sie zeitlich zwischen Ender, der zu DDR-Zeiten zum Ortschronisten berufen worden war, und Egbert Schwab, der sich dessen jetzt annimmt.

Auch der Mord am Förster Arno Rudolph an der Hohen Leite am 18. April 1919, der nie aufgeklärt wurde und ebenso 100 Jahre zurückliegt, beschäftigt Tambacher und Dietharzer bis heute. Andreas Ziebell hat ein neues Buch darüber verfasst. Die Autorenlesung und Wanderung zum Tatort rund um den 100. Todestag fanden großes Interesse. Gleiches erhoffen Tambacher und Dietharzer für die weiteren Veranstaltungen der Festwoche.

Dienstag, 18. Juni, 19 Uhr: Vortrag Heimat- /Geschichtsverein im Bürgerhaus-Saal.

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