Kommentar: Das Haar in der Suppe

Gera.  Holger Zaumsegel über gestylte Frisuren trotz Lockdown.

Holger Zaumsegel.

Holger Zaumsegel.

Foto: Funke Mediengruppe

Erinnern Sie sich noch an die Löwenmähne von Carlos Valderrama, die Rastas von Ruud Guillit oder die Dauerwelle von Rudi Völler, der er den Spitznamen "Tante Käthe" verdankt? Die Frisuren der Fußballer waren schon immer das Salz in der Suppe so manches Spiels. Insbesondere dann, wenn auf dem Platz wenig los war.

Das wissen auch all jene, die noch Paul Breitners "Afro-Wollmütze" vor Augen haben. Oder Günter Netzers langes blondes Haar, das im Wind wehte, wenn der Spielmacher der "Fohlenelf" übers Grün trabte. Positiver Nebeneffekt des Modebewusstseins der Stars: Dank der Haarpracht konnten auch nicht so ballaffine Familienmitglieder zum Fußballschauen bewegt werden.

Die Corona-Pandemie hat aber einen Keil in das sonst so gute Verhältnis zwischen Friseuren und Fußballern getrieben. Der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks hat ein Haar in der Suppe ausgemacht und kritisiert zu recht die perfekt frisierten Köpfe der Profis im Lockdown, obwohl die Zunft der Haarschneider ihrer Tätigkeit nicht nachgehen darf. Dank einiger Spielerfrauen mag mancher Kicker zwar von Haus aus Hilfe beim Stylen haben, aber so perfekt sitzen die Haare nur nach Behandlung von Fachfrau bzw. -mann.

Schwarzarbeit unterstellt der Verband und mahnt die Vorbildfunktion der privilegierten Kicker an. Ein berechtigter Einwand. Die Fußballer müssen sich an die Regeln halten - wie alle andern auch. Gesprächsthema bleiben sie auch mit schlecht sitzenden Frisuren.

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