Eklat in Thüringer SPD-Fraktion: Stellvertreter-Riege tritt zurück

Erfurt  Birgit Pelke, Frank Warnecke und Dagmar Becker verlassen den Thüringer SPD-Vorstand. Fraktionschef Matthias Hey trifft dieser Schritt völlig unvorbereitet.

Symbolbild. Foto: Michael Kappeler/dpa

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Die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag stand Dienstag unter Schock: Sie hatte binnen weniger Minuten ihre gesamte Stellvertreter-Riege verloren. Statt zur Vorstandssitzung zu erscheinen, ließen die Vizevorsitzenden Birgit Pelke und Frank Warnecke sowie die Parlamentarische Geschäftsführerin Dagmar Becker einen gemeinsam verfassten Brief überbringen. Darin teilten sie ihren sofortigen Rücktritt von ihren Ämtern mit.

Fraktionschef Matthias Hey traf dieser Schritt völlig unvorbereitet. Er steht nun ohne Vorstand da. Insbesondere Becker als Parlamentarische Geschäftsführerin besaß wichtige Funktionen in der Abstimmung mit den anderen Fraktionen und dem Ältestenrat des Parlaments.

Dienstag wurde noch nach eine Sprachregelung gesucht. Eine Sprecherin der Fraktion wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorgang äußern und verwies auf die reguläre Sitzung der Abgeordneten am Mittwoch.

Dort will Hey nach Informationen dieser Zeitung den Brief verlesen und die Folgen mit der Fraktion beraten. Becker bestätigte den Vorgang. „Es geht um den schlechten Umgang mit uns und das entzogene Vertrauen“, sagte sie. „Vor der Listenaufstellung hat niemand mal mit uns geredet.“

Die Abgeordnete meint die Landesliste für die Landtagswahl, die aus dem Landesparteitag am Samstag gewählt wurde. Dort war Warnecke auf Platz 11 mit einer Kampfkandidatur gescheitert und landete auf Platz 17. Becker wurde von Platz 14, für den sie der Landesvorstand nominiert hatte, auf Platz 24 geschoben. Pelke kam auf Platz 20. Laut den Umfragen, die der SPD bestenfalls zehn Mandate zubilligen, würden die drei Abgeordneten damit ihre Sitze verlieren.

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