Weiler zum Genozid an Armeniern: „Deutschland darf nicht wegschauen“

Berlin  Historiker sprechen vom ersten Völkermord des 20.  Jahrhunderts: der Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich. Das Kaiserreich habe weggeschaut. Dieser Fehler dürfe sich nicht wiederholen, appelliert der Bundestagsabgeordnete Albert H. Weiler.

Der Völkermord an den Armeniern war einer der ersten systematischen Genozide des 20. Jahrhunderts. Archivfoto: Library of Congress/dpa

Der Völkermord an den Armeniern war einer der ersten systematischen Genozide des 20. Jahrhunderts. Archivfoto: Library of Congress/dpa

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Für den Ostthüringer Bundestagsabgeordneten Albert H. Weiler (CDU) ist es ein Erfolg, dass der Bundestag endlich eine Resolution verabschieden will, in der das Massaker als Völkermord bezeichnet werden soll. „Deutschland ist nicht ganz unschuldig daran, dass die Lage damals eskaliert ist“, sagt Weiler, der auch Präsident des Deutsch-Armenischen Forums ist. Das Deutsche Kaiserreich, das während des Ersten Weltkriegs mit der Türkei verbündet war, habe weggeschaut. Dieser Fehler dürfe sich ein Jahrhundert später nicht wiederholen, appelliert er.

Auch heute sei die Türkei ein wichtiger Partner - vor allem in der Flüchtlingskrise. Das dürfe jedoch kein Grund sein, in der Armenien-Frage „die Augen davor zu verschließen, was war“. Erst gestern kritisierte die Türkei wieder die geplante Resolution des Bundestags. Nach Weilers Sicht könne es sich Ankara jedoch nicht leisten, die Beziehungen zu Deutschland abkühlen zu lassen. Schließlich sei nicht nur Berlin auf die Türkei angewiesen, sondern auch die Türkei auf die führende Wirtschaftsmacht in Europa.

Für den Ostthüringer Politiker ist der Schritt der Anerkennung der Grundstein für Vergebung. Das wiederum könne zur Annäherung zwischen Armeniern und Türken führen, ob politisch, wirtschaftlich oder kulturell.

Nicht zuletzt könne ein solcher Schritt die Kaukasusregion sicherer machen und Flüchtlingswellen vorbeugen.

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