Theatertipps für Altenburg und Gera: Hitlers Ziege und Hoffmanns Liebelei

| Lesedauer: 3 Minuten
Ballettabend "Erzählte Erinnerungen"

Ballettabend "Erzählte Erinnerungen"

Foto: Ronny Ristok / Theater Altenburg Gera

Altenburg.  Tipps für Theaterfreunde für das kommende Wochenende. Was in Gera und Altenburg gespielt wird.

Laut einem Spielgefährten soll Adolf Hitler in seiner Kindheit von einer bissigen Ziege entmannt worden sein – eine Verstümmelung mit psychohistorischen Auswirkungen für den Knaben sowie die gesamte Weltgeschichte. Bereits Voltaire schrieb, der Kammerdiener von Friedrich dem Großen habe seinem Herrn „in mehr als einer Weise zur Aufmunterung“ gedient. Diese und andere Gerüchte um die sexuellen Vorlieben der beiden Männer verarbeitet Autor und Filmemacher Rosa von Praunheim in seiner Revue.

Das Theater Altenburg Gera präsentiert „Hitlers Ziege und die Hämorrhoiden des Königs“ am Samstag, um 19.30 Uhr, in der Bühne am Park Gera. Eine Einführung mit Chefdramaturgin Sophie Oldenstein findet in der Kantine in der Bühne am Park um 19 Uhr statt.

Der Dichter Hoffmann ist auf der Suche nach der wahren Liebe. In der Primadonna Stella glaubt er sie endlich gefunden zu haben. Doch die Dame ist kein Kind von Traurigkeit. Während sie sich also in der Oper feiern lässt, ertränkt Hoffmann seinen Kummer in Alkohol. Je mehr die Becher kreisen, desto mehr steigert er sich in die Erinnerungen an seine letzten drei Liebesabenteuer hinein. Dem Komponist Jacques Offenbach war es nicht mehr vergönnt, die Uraufführung der Oper mitzuerleben, die einmal als Krönung seines Lebenswerkes gelten sollte – er starb wenige Monate zuvor.

In einer Inszenierung von Generalintendant Kay Kuntze ist „Hoffmanns Erzählungen“ am Sonntag, 14.30 Uhr, im Großen Haus Gera zu erleben.

Altenburg

Fernöstliche Klänge und berührende Tanzmomente, all das vereint der zweiteilige Ballettabend „Erzählte Erinnerungen“ am Samstag um 19.30 Uhr, im Theaterzelt Altenburg. Im ersten Teil der Ballettproduktion erzählt Tänzerin Yuri Hamano aus Gera in ihrer choreografischen Arbeit von der Malerin Uemura Shoen. Der Künstlerin gelang es, sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als erste Frau in der Kunstwelt Japans zu etablieren. Im zweiten Teil verarbeitet die Leipziger Tänzerin Yi Liu die Erinnerungen ihrer Eltern, die aus Taiwan stammen, das in einem historischen Konflikt mit der Volksrepublik China steht.

Der Polit- und Beziehungsthriller „Stützen der Gesellschaft“ feiert am Sonntag, um 18 Uhr, im Theaterzelt Altenburg Premiere. Dazu findet am Sonntag, um 11 Uhr, ein Theaterfrühstück statt. Die Schauspieler Thorsten Dara, Sebastian Schlicht und Marie-Luis Kießling werden Kostproben aus dem Stück präsentieren.

Zudem sind Chefdramaturgin Sophie Oldenstein und Schauspieldirektor Manuel Kressin zu Gast. Der Eintritt ist frei.

Wie ein Heiratsantrag und ein Jubiläum gänzlich aus dem Ruder laufen können, zeigt das Schauspielensemble am Sonntag, um 18 Uhr, im Theaterzelt Altenburg.

Der humorvolle Doppelabend „Der Heiratsantrag/Das Jubiläum“ mit Kurzgeschichten des russischen Schriftstellers Anton Tschechow, die als kurzweilige Einakter zu erleben sind, verspricht in Altenburg Situationskomik, Slapstick und Wortwitz. red