Großstöbnitz/ Altenburger Land. Vor rund einem Jahr wurde ein Gasthof im Altenburger Land zwangsvollstreckt, er wechselte den Eigentümer. Trotzdem steht das Haus aktuell leer. Die Gründe.

  • Der zwangsvollstreckte Gasthof Großstöbnitz wechselte vor etwa einem Jahr den Besitzer.
  • Der Eigentümer betreibt nur einen Imbiss vor dem Gasthof, das Haupthaus steht leer.
  • Vor welchen Herausforderungen der neue Eigentümer steht.

Im Februar 2023 berichtete diese Zeitung darüber, dass der Gasthof Großstöbnitz zwangsvollstreckt werden musste. Andreas Eichler, der bis dahin seit 2011 Inhaber des Gasthauses war, hatte damals Schulden angehäuft, was die Zwangsvollstreckung unausweichlich werden ließ. Für insgesamt 100.000 Euro wechselte der Gasthof samt des dazugehörigen Grundstückes an der B 7 also vor etwa einem Jahr den Besitzer.

Altenburger Land: Gasthof Großstöbnitz steht leer

Der Eigentümer ist seitdem Sven Hausner, der zudem den Imbiss vor dem Großstöbnitzer Gasthof betreibt. Seine Motivation fürs Mitbieten war damals folgende: „Es geht um meine Zukunft. Außerdem finde ich, dass der Gasthof mit seiner Tradition unbedingt bleiben soll. Er gehört in den Ort.“

Nun steht der Gasthof jedoch schon ein Jahr lang leer. Das Bild, welches sich Vorbeifahrenden präsentiert, ist ein trauriges: Es fehlt an Leben in dem Haus. Es müsste zudem renoviert werden und es bräuchte ein gutes Konzept. Und auch unbedingt motiviertes Personal: Köche, Gastronomen, Servicekräfte.

Ein Bild aus dem Archiv: Sven Hausner (links), Andreas Eichler und Rene Hausner im 2011 neu eröffneten Gasthof in Großstöbnitz.
Ein Bild aus dem Archiv: Sven Hausner (links), Andreas Eichler und Rene Hausner im 2011 neu eröffneten Gasthof in Großstöbnitz. © OTZ | Bernd Kemter

„Die Räume des Gasthofes sind zu vermieten, für Veranstaltungen zum Beispiel. Die Überlegung, dass ich dort eine Gastronomie eröffne, habe ich ehrlicherweise zur Zeit auch gar nicht. Weil, ganz ehrlich: Was bringt mir das: Gibt es Köche? Gibt es genug Personal? Ich glaube, eher weniger. Deshalb ist die Gastronomie auch schon gut ein Jahr geschlossen. Und die Telefonnummer, die man im Internet findet, gilt eh schon lange nicht mehr.“ Hier fehlt es einfach an einer guten und finanziell stemmbaren Perspektive für den Gasthof.

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Preiserhöhung am Großstöbnitzer Imbiss bisher nicht vorgenommen

Zum Jahresbeginn stieg die Mehrwertsteuer in der Gastronomie zudem wieder auf 19 Prozent, was den Imbissbetreiber in eine ungemütliche Situation bringt. „Momentan haben wir eh schon so wenig Kundschaft hier am Imbiss. Ganz ehrlich: Wie soll ich da die Preise erhöhen? Ich hatte schon einige Nachfragen von Gästen, ob wir denn anziehen. Und ja, sicher werden wir irgendwann erhöhen müssen, das geht ja auf Dauer gar nicht anders. Aber wie und wann steht einfach noch nicht fest. Ich möchte die Kundschaft auch nicht verschrecken, wenn ich ehrlich bin. Das ist bei kleinen Imbissen sowieso immer so eine Sache“, so Hausner.

Trotz der fehlenden Kundschaft ist Werbung jedoch keine Option für den Imbissbetreiber. „Ich mag das nicht. Deshalb mache ich auch keine Werbung oder so.“ Der Speiseplan am Imbiss bleibt der, der er vor der Mehrwertsteuererhöhung auch war. „Wir haben schon so viel ausprobiert, neue Gerichte und so weiter, aber das muss sich ja alles am Ende auch lohnen. Jetzt haben wir eine Suppe noch dazu genommen, das war‘s dann“, so Sven Hausner.

Viele Betriebe im Altenburger Land erhöhen Gastro-Preise schon

Eine Preiserhöhung der Speisen und Getränke wurde, im Gegensatz zu dem kleinen Imbiss, im Altenburger Land bei vielen Gastronomiebetrieben schon umgesetzt, wie diese Zeitung erfahren hat. So beispielsweise in der Gaststätte Bergschlößchen in Schmölln. Hier sind die Preise bereits höher, als sie im letzten Jahr waren. „Umgesetzt haben wir die Preissteigerungen schon, leider, muss ich sagen. Bisher gab es aber noch keine Rückmeldungen der Gäste, weder positiv noch negativ. Normal finde ich das alles nicht, aber wir können es nun mal auch nicht ändern“, sagt Inhaberin Gudrun Morel.