Altenburger Land. Jagdgenossenschaft im Altenburger Land setzt zu Beginn des Jahres auf blaue Wildwarnreflektoren für mehr Verkehrssicherheit.

  • 125 Wildreflektoren für mehr Sichrheit.
  • Warum die Reflektoren blau sind.
  • Ob die vielen Reflektoren einen Effekt erzielen.

Die Jagdgenossenschaft Selka/Weißbach hat in der letzten Januar-Woche eine Initiative gestartet, um die Sicherheit von Autofahrern und Wildtieren gleichermaßen zu verbessern. Über 100 Wildreflektoren wurden entlang von Gefahrenschwerpunkten installiert, um Zusammenstöße zwischen Fahrzeugen und Wildtieren zu reduzieren. Ein Mitglied der Genossenschaft, Pascal Erler, sagt gegenüber dieser Zeitung dazu: „Wir haben extra Geld dafür gesammelt, diese Gelder stammen aus der Kasse der Jagdgenossenschaft. Die Reflektoren sind in den letzten Jahren leider sehr teuer geworden und die Straßenmeisterei oder das Land fördert die Anbringung nicht. Mittlerweile sind wir bei 6 Euro pro Reflektor.“

Die Wildreflektoren wurden kürzlich an den gefährlichsten Stellen montiert.
Die Wildreflektoren wurden kürzlich an den gefährlichsten Stellen montiert. © Kathleen Niendorf/ OTZ | Kathleen Niendorf

Insgesamt 125 Wildreflektoren wurden somit an wichtigen Gefahrenschwerpunkten in der Region um Selka/Weißbach angebracht, begonnen wurde damit bereits Ende letzten Jahres. „Wir haben einfach Geld dafür freigemacht“, heißt es.

Gefragt hat sich die Jagdgenossenschaft Selka/Weißbach zu Beginn der Aktion, wo die typischen Wildwechselschwerpunkte sind. Und dort wurden die Reflektoren befestigt. „Es sind nicht wenige Wildtierunfälle gewesen. So 12 bis 13 Rehe wurden pro Jahr überfahren, das ist viel“, heißt es gegenüber dieser Zeitung. „Wir merken aber auch wirklich, dass es etwas bringt. Wild­warn­re­flek­to­ren funktionieren wie folgt: Sie sind mit einer blau­en, hoch­re­flek­tie­ren­den Re­flex­fo­lie aus­ge­stat­tet. Die­se wird mit Hil­fe ei­nes Kunst­stoff­grund­kör­pers – oder di­rekt – auf die Leit­pfos­ten in stra­ßen­ab­ge­wand­ter Rich­tung an­ge­bracht. Die blaue Fo­lie, die durch vor­bei­fah­ren­de Fahr­zeu­ge an­ge­strahlt wird, leuch­tet hell­blau auf. Da die Far­be Blau so in der Na­tur nicht vor­kommt und stark von der Um­ge­bungs­far­be ab­weicht, se­hen die Wild­tie­re dies als Ge­fahr an und wei­chen in­stink­tiv e­her zu­rück, als dass sie die Stra­ße über­que­ren. Das ist einfach reine Physik, blaues Licht wird auch weiter geworfen.“

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Auch der Blick des Au­to­fah­rers wird durch das un­ge­wohn­te blaue Auf­leuch­ten des Re­flek­tors zum Stra­ßen­rand hin­ge­lenkt. Der Fah­rer kann dann sei­ne Ge­schwin­dig­keit ent­spre­chend ver­rin­gern und so schnel­ler auf ein sich näherndes Wild­tier reagieren. „Unser Schwerpunkt lag jetzt in Untschen, Burkersdorf und Weißbach. Jetzt haben wir erst einmal die größten Flächen abgedeckt, würde ich sagen“, so Pascal Erler. „Im Endeffekt sind es 1000 Euro für Kunststoff, das muss man sich mal überlegen. Ich frage mich einfach, warum die blauen Reflektoren nicht direkt beim Aufstellen der Verkehrsleitkegel angeschraubt werden.“

Das nächste Projekt der Genossenschaft wurde bereits gestartet. Es geht um Entenbrutröhren. Diese sollen die Enten und ihre Nachkommen vor Jägern wie Waschbären schützen. „Wir haben über die Jahre wirklich eine Biotopverbesserung gemeinsam mit den Landwirten erreicht, das ist schon sehr beachtlich. Da steckt viel Zeit und Geld dahinter, dass alles so gepflegt ist. Wenn man sich Mühe gibt, kann man die heimischen Tierarten auch wirklich gut schützen.“