Klinikzentrum Bad Sulza nutzt digitalen Reha-Assistenten

Bad Sulza.  Tele-Medizin hält Einzug im Klinikzentrum Bad Sulza. App Caspar Health kann auch zu Hause genutzt werden. Zudem neue Massagekabinen präsentiert

Die Physiotherapeutinnen Silke Wenke (vorn) und Antje Bergter-Bständig demonstrieren die Nutzung des Tele-Rehabilitationstools „Caspar Health“ vor den Bildschirmen im Behandlungsraum.

Die Physiotherapeutinnen Silke Wenke (vorn) und Antje Bergter-Bständig demonstrieren die Nutzung des Tele-Rehabilitationstools „Caspar Health“ vor den Bildschirmen im Behandlungsraum.

Foto: Martin Kappel

Für die bis zu 65 Patienten im Teilbereich der Orthopädie des Klinikzentrums Bad Sulza gibt es seit diesem Jahr eine Neuerung, die sich aus Sicht von Patienten und Management bewährt hat. Neben dem digitalen Helfer, der auf den Namen Caspar hört, hat die Reha-Einrichtung in der Kurstadt auch durch neue Massagekabinen den Wohlfühlfaktor für die Rehabilitanden erhöht.

Ja, die Digitalisierung des Klinikzentrums Bad Sulza macht an der Verwaltung nicht halt. Wo im Hintergrund seit dem 11. November die Patientendaten nur noch digital und nicht mehr in Papierform im neuen Klinikinformationssystem erfasst werden (diese Zeitung berichtete), erleben die Patienten auch vor den Kulissen den Einzug des Digitalen.

Tele-Medizin hält Einzug im Klinikzentrum Bad Sulza

Mit dem Tele-Rehabilitationstool „Caspar Health“ hat die Reha-Klinik seit seiner Einführung in diesem Jahr gute Erfahrungen gesammelt. Es handelt sich um ein neuartiges Therapieangebot, für das ein eigener Raum geschaffen wurde. Dort hängen seit Anfang April vier flimmernde Bildschirme an den Wänden, daneben ist jeweils eine Haltestange zum Anbringen von Therabändern installiert.

Und wie funktioniert das Ganze? Wenn Patienten ans Klinikzentrum kommen, dann wird nach der Anamnese, also der Erforschung des Gesundheitszustandes, in bewährter Form ein individueller Therapieplan erstellt. Neben den bisherigen Behandlungsformen stehen aber auch Einheiten im Caspar-Raum auf dem Programm.

Im Spezialraum ist dann für bis zu vier Patienten ein Therapeut zuständig, der die Umsetzung der Hinweise und Instruktionen auf den Monitoren überwacht. Der Patient hält einfach einen QR-Code vor die Kamera des Bildschirms und die App startet den individuellen Therapieplan.

„Caspar Health ist multimodal“, erklärt Klinik-Verwaltungsleiter Mark Förste. Das bedeutet, dass verschiedene Therapieformen visuell in Bild und Schrift sowie durch Ton erklärt werden – Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie, Entspannungsübungen sowie autogenes Training. Daneben kann „Caspar“ aber auch Fachvorträge liefern oder über das Thema Ernährung informieren.

Das Besondere an der App für Tele-Medizin ist, dass die Patienten während ihres Aufenthaltes in Bad Sulza das Programm kennenlernen und sich damit vertraut machen – und es nach ihrer Entlassung auf ihr Smartphone oder Tablet herunterladen und dann zu Hause weitermachen können.

„Das fördert die Eigenverantwortlichkeit, dient nachhaltig der Gesundheit und ist obendrein auch noch viel praktischer als mitgegebene Zettel mit Stichpunkten in Handschrift“, ist Mark Förste überzeugt.

Anfängliche Skepsis unter den Therapeuten verflogen

„Die Therapeuten waren natürlich erst einmal skeptisch“, erinnert sich der Verwaltungsleiter des Klinikzentrums zurück. Doch mittlerweile habe sich „Caspar Health“ im Reha-Alltag verdient gemacht und die Qualität der Therapie erhöht. „Die Patienten nehmen das sehr, sehr gut an. Es wurde auch kein Personal durch die App ersetzt, sondern die Therapie lediglich durch eine neue Form ergänzt“, so Mark Förste. Seit Anfang 2018 beschäftige das Klinikzentrum zehn zusätzliche Mitarbeiter, so der gelernte Manager im Gesundheitswesen.

Doch nicht jede Änderung im Klinikzentrum Bad Sulza ist digital: Die vier durch Vorhänge voneinander abgetrennte Massagekabinen seien übrigens seit Juni durch vier geschlossene Räume ersetzt worden. Das sorge während der Behandlung sowohl beim Personal als auch bei den Patienten für Wohlgefallen.

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