Letztes Weimarer Ja-Wort im alten Jahr

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Weimar  Die Erfurter Susan und Mario Risto lassen sich zu Silvester in der Kulturstadt trauen.

Die Erfurter Susan und Mario Risto gaben sich am letzten Tag des Jahres in Weimar das Ja-Wort.

Die Erfurter Susan und Mario Risto gaben sich am letzten Tag des Jahres in Weimar das Ja-Wort.

Foto: Jens Lehnert

Ein Knall durchbrach kurz vor dem Mittag die für einen Silvestertag fast schon beängstigende Stille in Weimars Innenstadt. Allerdings war es kein verirrter Böller, dessen Echo zwischen dem alten Wilhelm-Ernst-Gymnasium und der Herderkirche verhallte. Ein Ballon war geplatzt – einer, dessen Hülle zuvor noch ein Herz geformt hatte. In Weimars Interims-Rathaus wurde auch am letzten Tag des alten Jahres geheiratet.

Wie das Jahr in Weimar begonnen hatte, endete es auch: mit einem Besuch aus der Landeshauptstadt. So war es vor zwölf Monaten mit Noah Samuel Kinner schon ein kleiner Erfurter, der als Neujahrsbaby 2020 in Weimars Klinikum auf die Welt kam. Seine Eltern hatten sich für eine Entbindung in der Nachbarstadt entschieden. Nun sind es wiederum zwei Erfurter, das als letztes Brautpaar 2020 in Weimars Jahresstatistik eingehen.

Susan Rademacher (38) und Mario Risto (47) sind bereits seit 14 Jahren ein Paar. „Vor sieben Jahren, zu meinem 40. Geburtstag, hat sie mir den Antrag gemacht - mit dem Wunsch, an einem Silvestertag zu heiraten. Leider kam seither immer etwas Triftiges dazwischen“, sagte der Bräutigam, der als System-Administrator tätig ist. Mehrere Schicksalsschläge und der zwischenzeitliche Bau eines Eigenheims stellten die Hochzeitspläne hinten an. „Jetzt allerdings wollten wir es endlich angehen, auch wenn die Begleitumstände durch Corona freilich nicht die glücklichsten sind“, so Risto. So belässt es das Paar nach dem Termin auf dem Standesamt bei einem kleinen Tagesausflug zu zweit mit dem Auto in die Natur. Die Feier und die Hochzeitsreise sollen nachgeholt werden, wenn beides wieder möglich ist.

Dafür, zum Heiraten aus Erfurt nach Weimar zu kommen, gab es für das Paar einen faktischen und einen eher emotionalen Grund. Zum einen sei es in Erfurt von Amts wegen nicht möglich gewesen, sich zu Silvester das Ja-Wort zu geben. „Zum anderen muss ich ich aber auch einräumen, dass Weimar das schönere Standesamt hat“, sagte der frisch Vermählte.