Geständnis am Landgericht: Tochter vor 20 Jahren in Hermsdorf missbraucht

Gera  Ein 62-jähriger Mann ist angeklagt, weil er regelmäßig mit seiner Tochter geschlafen haben soll. Nach einer Verfahrensabsprache lässt er sich ein. Doch die behandelten Taten scheinen nur die Spitze des Eisberges zu sein.

Landgericht Gera Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs gegen einen 62-jährigen Mann aus dem Saale-Holzland-Kreis - Verteidiger René Palm. Foto: Tino Zippel

Landgericht Gera Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs gegen einen 62-jährigen Mann aus dem Saale-Holzland-Kreis - Verteidiger René Palm. Foto: Tino Zippel

Foto: Tino Zippel

Am Landgericht Gera hat am Dienstag ein Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs begonnen. Der heute 62-Jährige ist angeklagt, weil er seine Tochter in den Jahren 1998 und 1999 in 364 Fällen sexuell missbraucht haben soll.

Vor dem 14. Geburtstag des Mädchens soll er täglich mit ihr einvernehmlich in der Familienwohnung in Hermsdorf (Saale-Holzland-Kreis) geschlafen haben, so der Anklagevorwurf. Im Rechtsgespräch sagte Verteidiger René Palm, dass die Zahl der Übergriffe geringer gewesen sei. Ein bis zweimal pro Woche sei es zum Sex gekommen.

Nach einem Rechtsgespräch kam es zu folgender Verständigung: Bei einer geständigen Einlassung für mindestens 70 Fälle wird die Haftstrafe zwischen vier und sechs Jahren liegen. Alle Verfahrensbeteiligten stimmten der Absprache zu. Der Angeklagte räumte die 70 Taten ein.

Die Tochter hatte im März 2017 Anzeige erstattet. Aus der verlesenen Aussage einer Psychologin geht hervor, dass die angeklagten, nicht verjährten Taten nur die Spitze des Eisberges waren. Demnach soll sich der Missbrauch vom Alter von vier bis 21 Jahren erstreckt haben.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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